
Es ist ein berührendes, tief bewegendes Buch, über das ich noch lange nachdenken musste, nachdem es gelesen war.
Daniela Dröscher führt uns durch vier Jahre ihrer Kindheit, durch vier Jahre Ehe ihrer Eltern, die man als subtile Ehehölle bezeichnen sollte. Durch vier Jahre eines kaum auszuhaltenden Hunsrücker Landleben und dennoch durch Jahre einer relativ normalen Familie dieser Zeit. So leidet ihre Mutter, die nie mit Vornamen genannt wird unter ihrer Herkunft als Kriegsflüchtling aus Schlesien, unter ihrer Schwiegermutter, die sich was Besseres für den Sohn gewünscht hätte und vor allem unter ihrem Mann, der das Glück und den Frieden der Familie an jedem Gramm Körpergewicht seiner Frau festmacht. Und dennoch behält sich diese Frau, gefangen in familiären Konventionen und den gehassten Kilos immer ihren Blick für das Wesentliche. Den Mut jeden Tag für die zu kämpfen, sie sonst untergehen würden und weiter zu existieren, obwohl der Mensch in ihr, unter all den Fettpolstern nie gesehen wird.
Als Frau fand ich manche Erzählungen unerträglich und mich hielten die erklärenden Retrospektiven der Autorin nach jedem Kapitel über Wasser. Manches Mal störten mich die Anmerkungen der Autorin und mittlerweile erwachsenden Tochter. Doch ich konnte mir meine Meinung bilden und empfinde Respekt für die Mutter, die es viele Jahre aushielt, bis das letzte Kind alt genug war, um ihre persönliches Lebensinferno hinter sich zu lassen.
Rabenkinder ist ein Krimi, wird sogar als ein Wende-Krimi bezeichnet. Damit spielt er um die Zeit des Mauerfalls und der Wiedervereinigung von BRD und DDR zu Deutschland. Die bedrückenden Erzählungen des zum Teil brutalen Jugendhof-Systems in der ehemaligen DDR sind wirklich schockierend. Denn wer als Jugendlicher oder sogar als Kind nicht anpassungsfähig war, wurde auf das Kollektiv eingeschworen, auch wenn dafür brutale Gefängnismethoden angewandt wurden. Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn Grit Poppe ein Jugendbuch aus der Thematik gemacht hätte oder einfach nur eine Erzählung. Denn die Idee ist sehr gut und spannend zu lesen, doch was den Krimi angeht, fehlen mir ein paar eklatante Dinge, die einen wirklich mitreißenden Krimi ausmachen. Auch hapert es ein wenig an authentischen Protagonisten.
Die Sonderedition der „Wir zwei“ Geschichten, der Abenteuer von dem wuschelig weichen Hasen und dem witzigen stachligen Igel, beinhaltet gleich drei Geschichten und ein paar Überraschungen. Das Kinderbuch ab vier Jahre ist bezaubernd illustriert und berührt jedes Kinder- und Erwachsenenherz. Die Geschichten sind lehrreich und sofort bekommt man Bilder in den Kopf, wie zwei unterschiedliche Kinder dicke Freunde werden. Wie ihre Freundschaft auf die Probe gestellt wird, wie man traurig wird, wegen der besten Freundin, des besten Freundes und das mit ein bisschen Verständnis für den anderen, alles wieder gut wird. Ein niedliches Häschen und ein putziger Igel sind die Paten für diese Kinderfreundschaft und das macht die Geschichten umso verständlicher.





Dieser mit dem Schlingel Award und dem Prädikat wertvoll ausgezeichnete Weihnachtsfilm führt uns in die Wälder von Estland. Und mit Zauberei hat er nichts zu tun, denn es ist die Geschichte der kleinen Eia, die Weihnachten nicht mit ihrer Familie verbringen kann. Ihre Mutter eine Primaballerina muss für eine verletzte Kollegin einspringen und Papa ist wegen eines Bauprojekts in Singapur. Sie fühlt sich abgeschoben zu Ott, den sie noch nicht einmal kennt. Er lebt auf einem kleinen Hof tief im verschneiten Winterwald von Estland. Doch schon am ersten Tag merkt Eia, wie schön es ist die Zeit im Wald mit den Tieren, Ott und seiner tollen Nachbarsfamilie zu verbringen. Leider ziehen dunkel Wolken auf, denn ein Großgrundbesitzer will den Zaubereulenwald, wie er genannt wird, abholzen und das ohne Rücksicht auf die Tiere. Da hat er aber die Rechnung nicht mit Eia und ihren Freunden gemacht. Noch während sie alle um den Erhalt des Waldes kämpfen, stößt Eia auf ungeöffnete mysteriöse Briefe bei Ott, die vor langer Zeit an ihren Papa adressiert waren.