Alle Artikel von Elke Rossmann

Bistro Bistro, Stéphan Reynaud, ein ultimatives französisches Kochbuch, DK Verlag

Wenn man an französische Küche denkt, kommen einem Wörter wie Larousse Gastronomique, der Guide Michelin mit seinen berühmt, berüchtigten Sternen und wohl auch Paul Bocuse, der von 1965 bis 2019 jedes Jahr drei der begehrten Sterne in seinem Restaurant erhielt, in den Sinn. Ein Bistro hingegen, das war doch so eine Art Kneipe, in der man sich ein Croque Monsieur auf der Klassenfahrt in Paris gerade noch leisten konnte, oder? Dabei wissen Frankreichkenner, dass ein Bistro in erster Linie ein Ort der Begegnung ist, wo man von morgens früh bis spät abends einkehren kann und meistens wesentlich besser isst und trinkt, als man es erwarten würde.

Bistro, Bistro ist nun ein kulinarischer Führer, der uns durch 250 Rezepte und 100 Weine begleitet, einen Überblick bei Brot-, Wurst-, Käse-, Kartoffel-, Fisch- und Meeresfrüchtesorten verschafft und auch nicht Halt davor macht, uns das richtige Weinglas zu erklären. Wenn Sie glauben, das Essen im Bistro, angefangen mit dem Frühstück, bis zum späten Snack am Abend nur rustikal und Regional ist, dann irren Sie sich gewaltig.

Lassen Sie sich von diesem herrlich dicken Buch, mit seinen appetitlichen Farbfotos von fast jedem Gericht und den ansprechenden Illustrationen verführen. Die knapp vierzig Euro sind eine Investition, die jeden Liebhaber der französischen Küche gering erscheint und selbst Hobbyköche in seinen Bann schlägt.  Weiterlesen

Film: Weihnachten im Zaubereulenwald, Familienfilm DVD und Blue-Ray

Dieser mit dem Schlingel Award und dem Prädikat wertvoll ausgezeichnete Weihnachtsfilm führt uns in die Wälder von Estland. Und mit Zauberei hat er nichts zu tun, denn es ist die Geschichte der kleinen Eia, die Weihnachten nicht mit ihrer Familie verbringen kann. Ihre Mutter eine Primaballerina muss für eine verletzte Kollegin einspringen und Papa ist wegen eines Bauprojekts in Singapur. Sie fühlt sich abgeschoben zu Ott, den sie noch nicht einmal kennt. Er lebt auf einem kleinen Hof tief im verschneiten Winterwald von Estland. Doch schon am ersten Tag merkt Eia, wie schön es ist die Zeit im Wald mit den Tieren, Ott und seiner tollen Nachbarsfamilie zu verbringen. Leider ziehen dunkel Wolken auf, denn ein Großgrundbesitzer will den Zaubereulenwald, wie er genannt wird, abholzen und das ohne Rücksicht auf die Tiere. Da hat er aber die Rechnung nicht mit Eia und ihren Freunden gemacht. Noch während sie alle um den Erhalt des Waldes kämpfen, stößt Eia auf ungeöffnete mysteriöse Briefe bei Ott, die vor langer Zeit an ihren Papa adressiert waren.

Ein richtiger Adventsonntagsfilm. Herrliche Landschafts- und Tierbilder. Außerdem erfährt man von den netten Weihnachtssitten in Estland, die mit der Familie groß gefeiert werden. Keine Frage, dies ist ein Weihnachtsfilm, wie man ihn sehen muss.

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Je ne Raclette rien, Maria Panzer, Kochbuch

Es wird Weihnachten, es wird Silvester, und wenn ich meine Freunde frage, was  es zum Schmausen gibt, dann ist häufig die Antwort: Na, Raclette!

Ist ja auch klasse, der leckere fette Käse, Pellkartoffeln, Salat, Mixed Pickles und ich nehme schon mal ein Minutensteak mit dazu, um kleine Stücke oben auf dem Ofen in Kräuterbutter zu braten. Einige nehmen Schinken und Ananas, aber das ist es normalerweise! Oder auch nicht? Denn Maria Panzer, zeigt ganz andere Ideen auf, ein Raclette anzufeuern! Sieben Länder, sieben Raclettes und passend abgestimmte Extras als Beilage und Nachtisch gibt es mit dazu. Ich denke, das Buch verleitet dazu, Raclette zu einem ganzjährigen Event-Essen zu machen, dass von der Schweiz in den Orient, nach Griechenland, Frankreich aber auch Italien und die USA führt. Weiterlesen

Kerl aus Koks, Michael Brandner

Da ich kein Fernsehgucker bin, kannte ich Michael Brandner den Autoren und Schauspieler nicht. Mir, als Kind des tiefsten Ruhrpotts, gefielen der Titel und vor allem das geniale Cover des Buchs. Die Dame, die die Umschlagsgestaltung machte, hat mit dem Titelbild wohl das berührendste Cover kreiert, das ich je gesehen habe. Ein echtes Foto aus dem Archiv des Ruhr Museums. So begann ich die Lebensgeschichte von Paul zu lesen, die wohl aus zum Teil autobiographischen Zügen des Autors entstand, ohne recht zu wissen, was mich erwarten würde.

Mein Fazit der Erzählung von Paul Brenners Leben: Es ist ein wirklich schönes Buch, das ans Herz geht, manchmal erschreckt und dann auch wieder die Lachmuskeln aktiviert. Dabei ist es ganz egal, wie viel davon nun wahr ist. Es ist einfach eine schöne Geschichte, gut geschrieben und sehr lesenswert.

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111 Orte in der Krummhörn, die man gesehen haben muss, Hannah und Bernd Flessner

Nun, die Krummhörn ist nicht besonders groß, und daher nur eingefleischten Ostfrieslandfans wirklich bekannt. Die Ostfrieslandkrimis von Autorin Elke Nansen spielen in der Krummhörn und so sind einige der 111 Orte in der Krummhörn bereits in ihren Romanen erwähnt und beschrieben worden. Aber längst nicht alle, wie dieses Büchlein uns wissen lässt.

Da die Krummhörn immer eine Reise wert ist, sollten Sie den kleinen Reisführer über die 111 Orte mit in die Krummhörn nehmen. Denn es gibt so viele kleine Schätze zu entdecken, denen wird der berühmte Pilsumer Leuchtturm, der immer mit der Gegend verbunden wird, nicht gerecht. Also beim nächsten Urlaub in Emden, Greetsiel und Umgebung, haben Sie die richtige Reiselektüre mit dabei. Weiterlesen

Filme: Gebrüder Grimm Märchenperlen Edition II, DVD und Bluray

Jetzt ist er wieder da, der besinnliche Advent und nicht nur für die Kleinen gehören in diese Zeit Geschichten und Märchen. Wie schön, dass die wunderbaren Verfilmungen des ZDF auch auf DVD und Bluray erschienen. Mittlerweile ist die zweite Edition herausgekommen und bringt für alle die Märchen lieben Hänsel und Gretel, Die sechs Schwäne, Der Teufel mit den drei goldenen Haaren und eine Rumpelstilzchen-Verfilmung die mit der Schauspielerin Katharina Thalbach ihren Meister gefunden hat.

Ich kann von den Märchenperlen nicht genug bekommen und wie es mir scheint auch nicht die hervorragenden Schauspieler. Denn man merkt direkt, wie viel Spaß sie dabei haben, in die Rollen von Heldinnen, Prinzen. Wichten oder der Großmutter des Teufels zu schlüpfen. Liebevoll und aufwendig gemacht, mit Akteuren, die mit ganzem Herzen dabei sind. Eine schöne Box für den Advent und die Weihnachtsfeiertage.  Weiterlesen

Film: Heil dich doch selber, DVD

Jasmin ist kaum dreißig und ist Epileptikerin, ihr Vater erkrankte im Alter an Parkinson. Diagnosen, die plötzlich ein Leben bestimmen, den eigenen Körper außer Kontrolle geraten lassen und den Menschen die Selbstbestimmung nehmen. Bei beiden Krankheiten ist die Schulmedizin immer noch nicht weit fortgeschritten. Die Medikamente haben horrende Nebenwirkungen, die im Extrem genauso schlimm sind wie die Krankheit selbst. Jasmin Rams fragt sich, ob es Alternativen gibt zur Schulmedizin und ob sie sich nicht selbst heilen kann.

Es ist ein berührender Film, dennoch voller Lebenskraft und unmissverständlich, für jeden der selbst krank ist oder einen kranken Menschen in seinem Familien- und Freundeskreis hat. Denn trotz aller Errungenschaften der Schulmedizin wird jeder gute Arzt sagen: Wir wissen leider immer noch so wenig.

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In unserem Universum sind wir unendlich, Sarah Sprinz, Jugendbuch

Ein Jugendbuch ab 14 Jahren mit einem sehr ernsten Thema. Denn es geht um die erste große Liebe zwischen zwei jungen Männern, die jedoch von Anfang keine Chance auf Zukunft hat. Nicht weil ihnen die Familien wegen ihrer Homosexualität Schwierigkeiten machen, ganz im Gegenteil. Das Problem ist, dass Anselm, der ein Praktikum in der Neurologie macht, um sich auf ein Medizinstudium vorzubereiten, Emil dort kennenlernt. Emil wird sterben, ein junger unglaublich talentierter, kluger und netter Mensch. Doch egal wie sexy Emil auch ist, wie sehr er sich auch in Anselm verliebt, er hat einen inoperablen Gehirntumor und nur noch wenig Zeit zum Leben.

Ein Buch das nicht ohne Tränen zu vergießen an einem vorbeigeht. Aber es ist auch ein Buch über Liebe, Abschied und einem Neuanfang. Die Autorin hat keine Angst schlimme Themen anzupacken und dabei ehrlich zu sein. Ein Buch, welches jungen Menschen sehr gut tun wird, weil es in unserer zynischen Welt Hoffnung auf etwas Gutes vermittelt.

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Violeta, Isabel Allende

Violeta wird 1920 in Südamerika, als lang ersehnte Tochter der Patrizierfamilie del Valle geboren. Es ist das Jahr, in dem die spanische Grippe weltweit wütet. Hundert Jahre später, wieder ist die Menschheit in den Klauen einer Seuche gefangen, erzählt die alte Frau in Briefform dem geliebten Enkel Camilo ihre Lebensgeschichte. Violettas langes Leben mutet oft an, wie ein Blatt vom Winde verweht, ohne dass sie Einfluss nehmen konnte oder wollte. So werden die Zeitereignisse erzählt und dabei nicht unbedingt kommentiert. Eher nach dem Motto: So spielte das Leben mir einfach mit. Dennoch ist es eine Erzählung, die mir sehr gefallen hat und die wohl in solch einer Form auch meine Großmutter, die zwei Weltkriege erleben musste, hätte beschreiben können. Erwartet hatte ich ein so schönes Buch nicht, als ich zuvor die kritischen Rezensionen vom Deutschlandfunk, der den Roman als „verplauderte Huldigung einer Jahrhundertfrau“ und als ein Werk, welches „zu viel und zu wenig von allem bietet“, beschrieb. Auch die Süddeutsche und die FAZ stellten sich eher auf die kritische Seite. Was mich, wie gesagt sehr erstaunte.

Diese Erzählung ist es absolut Wert, gelesen zu werden. Daher halte ich es eher mit dem Daily Telegraph und unterstreiche den Satz: Ein wunderschön erzähltes Epos, fesselnd vom ersten bis zum letzten Satz.

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Der Club der wütenden fünf, Nicole Fröhlich, Jugendbuch

Dieses Buch ist für Jugendliche ab 14 Jahre gedacht und man merkt der Geschichte sofort an, dass Nicole Fröhlich als Sozialarbeiterin mit Jugendlichen arbeitet. Die fünf jungen Leute des Clubs der wütenden Fünf sind sehr authentisch getroffen in den Gesprächen, den Gefühlen und der Handlung. Als Kind verlor Lara ihre Eltern bei einem Autounfall, als sie zwölf war, starb ihr geliebter Opa und mit fünfzehn dann ihre einzige Liebesperson, die wunderbare Omi. Von der Sozialarbeiterin Tina begleitet, kommt sie in ein Übergangsheim. Eigentlich will sie in eine Wohngruppe für Jugendliche, doch Tina zweifelt ihre soziale Kompetenz an und findet einen Platz bei Pflegeeltern. Die Schickimicki-Pflegeeltern wohnen in einer Luxuswohnung im Westend und haben zu allem Übel auch noch einen vorwitzigen kleinen Sohn. Lara ist bereits am Ende und dann muss sie auf der beschissenen Privatschule auch noch in eine therapeutische Gruppe, die sich die wütenden Fünf nennt. Lauter Freaks inklusive des Gruppenleiters Rolf, denkt Lara und will nur raus da.

Ein sehr ansprechendes und wertvolles Buch für junge Erwachsene. Besonders wenn die jungen Leute selbst mit den Zeiten, der Schule und ihrem Dasein hadern. Denn die fünf wütenden Teenager aus dem Club haben auch harte Zeiten hinter sich und noch einiges vor sich. Manchmal, wenn man so etwas liest, dann weiß man erst, dass es einem gar nicht so schlecht geht, vor allem als Heranwachsender.

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