Schlagwort: Kriminalroman

Roberto Saviano: Der Clan der Kinder/ Film: Paranza

Die Redaktion weist darauf hin, das der eben in die Kinos gekommene Film: Paranza seinen Ursprung im Buch von Roberto Saviano: Der Clan der Kinder hat. Deshalb hier noch einmal unsere Rezension:

Wer hinter die Kulissen des Reiselandes Italien blicken will, muss Roberto Saviano lesen. Sein Blick ist unverstellt und gerade und brutal direkt. Neapel, eine wunderschöne Stadt, brodelt geradezu im Untergrund. Die Quartiere sind unter den Bossen aufgeteilt und die Plätze unter den Anhängern der Bosse vergeben. Da macht sich ein Junge mit 15 daran dieses System mit einer „Paranza“ (eigentlich ein Fischgericht) aus Kindern bestehend aufzumischen. Dieser „Jungenclan“ geht wie seine großen Vorbilder mit Brutalität zur Sache. Saviano legt mit diesem Werk eine Tragödie vor, in der alle Verliere sind; die Bosse, die Kinder und deren Familien. Ein hartes Buch! Weiterlesen

Fernanda Melchor: Saison der Wirbelstürme

Ein Buch für das man starke Nerven braucht. Gewalt, Drogen, Suff und Perspektivlosigkeit prägen das Leben der Menschen in der mexikanischen Provinz. Besonders über Gewalt gegen Frauen wird in diesem Werk berichtet. Da es keine Perspektiven gibt, besonders keine für Mädchen werden diese zum Spielball von Männern die ihre Perspektivlosigkeit an den Frauen und Mädchen ausleben. Wenn es dann einmal einem Mädchen gelingt aus diesem System auszubrechen, wir es durch Brutalität wieder auf Spur gebracht.

 

 

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Martin Walker: Menu surprise, Der elfte Fall für Bruno, Chef de police

Es sind diese Bücher die man am liebsten in einem Rutsch durchlesen will. Walker ist die Literatur gewordene Werbeschrift für das Périgord. Das Herzland der französischen bodenständigen Küche. Es lebt in der Tradition der Einfachheit und der Frische seiner Produkte. Wen Bruno seinen Zuhörern erklärt dass bei der Verwendung einer Ente nur das Gefieder übrig bleibt, so ist das symptomatisch mit dem Umgang von Essen. Essen spielt eine gewichtige Rolle in Martin Walkers Romanen, was auch in seinen Kochbüchern zum Ausdruck kommt. Aber das Verbrechen schläft auch im Périgord nicht. Deshalb braucht es den pfiffigen Chef de Police der noch andere Aufgaben in seiner Gemeinde hat. Weiterlesen

Simone Buchholz: Mexikoring

Im Moment läuft die Diskussion um Clankriminalität wieder verstärkt in den Medien. Die Autorin Buchholz nähert sich dem Thema auf Ihre Weise. Als hochspannendem Kriminalroman. Sie lässt ihre Staatsanwältin Chastity Riley mit ihren Mitstreitern in diesem Milieu ermitteln. Aber diese Familienclans sind nur sehr schwer zu knacken. Buchholz bleibt aber nicht nur an der Oberfläche. Sie schildert nachvollziehbar was da in diesen Familien abläuft und welche Strategien entwickelt werden müssen, um diese Strukturen an unser Rechtssystem anzupassen oder zu zerstören. Dieser Roman ist nicht rechtslastig und besticht durch seine ruppige, manchmal rotzige Sprache. Weiterlesen

Andreas Heineke: Versuchung À la Provence

Der neue Roman von Andreas Heineke führt uns wieder in die Provence. Pascal Chevrier, der Protagonist von Andreas Heineke, der eigentlich dem Trubel und der Hektik der Pariser Großstadt entfliehen möchte , hat sich mit Absicht in den maleri-schen Ort Luberon in der Provence als Stadtgendarm versetzen lassen. Die Ruhe der Kleinstadt bei guten Essen und einem schönen Glas Rosé will er einen geruh-samen Dienst vollziehen.
Doch plötzlich wird er mit einem ungewöhnlichen Fall betraut. Es werden abgeschnittene Finger an die besten Restaurants der Region verschickt. Als Dorfgen-darm ist Pascal Chevrier für solche Fälle nicht zuständig. Doch die Police national bitte ihn, aufgrund seiner Erfahrung, bei diesem Fall um Hilfe. Weiterlesen

Heinrich Steinfest: Der schlaflose Cheng

Steinfest ist der Literarische Georg Kreisler. A bisserl schräg, gewitzt und ein ausufernder Erzähler. Er vermag eine spannende Kriminalstory mit Sience Fiktion, Länderbeschreibungen und Kulturgeschichte so zu vermischen, dass ein rundum gelungenes Buch herauskommt. Mit seinem einarmigen Detektiv, dessen fiktionalen Hund, schickt er uns in den entlegensten Winkel Islands. Auf dieser Reise treffen wir, die Leserschaft, die skurrilsten Menschen. Den isländischen Polizisten der ein Schweitzer ist, eine Sekretärin die eigentlich Detektivin sein sollte. Ein Buch wie ein Füllhorn mit ausgefallensten Einfällen. Weiterlesen

Gary Victor: Im Namen des Katers

Neuer Fall für den Dirty Harry von Port-au-Prince. Der Autor entführt uns in die Unterwelt von Haiti. Diese Land das absolut in kein Schema passt, das scheinbar nur aus Korruption, Misswirtschaft und Verbrechen besteht, hat einen aufrechten Polizisten. Na ja, aufrecht im Sinne einer rechtstaatlichen Sicht ist das natürlich nicht. Da räumt Inspector Azémar schon mal mit seinem Dienstrevolver Bösewichte von der Bildfläche. Gary Victor ist zu sehr Journalist als das er nicht auch die herrschenden Verhältnisse in Port-au-Prince darstellt. Weiterlesen

Bill Beverly: Dodgers

Ein echter Road Trip 3000 km durch ein Amerika, dass niemand so wahr haben will. Eine verwahrloste Gesellschaft. Da werden 4 junge Menschen, der jüngste 13 Jahre alt mit einem Mordauftrag los geschickt. Junge Menschen deren Lebensinhalt darin bestand Drogenhäuser zu bewachen. Der Autor bedient sich einer Sprache die kurz und knapp ist und keinen Raum für Schonung des Lesers lässt. Wer also auf diesem mörderischen Trip mitfährt, Nerven behalten.

 

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Kristina Ohlsson: Sündengräber

Es geht um Schuld und Wiedergutmachung in dem nun vorläufig letzte Band der Thrillerreihe um die Ermittler Frederika Bergman und Alex Recht. Doch Wiedergutmachung muss nicht immer etwas positives sein, es kann auch ins Gegenteil umschlagen und dann heißt es: Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Dieser Thriller ist mal wieder typisch für die Autorin, typisch in seiner Schnelligkeit, seiner Raffinesse und den falschen Spuren, die Frau Ohlsson legt. Erstklassige Unterhaltung, die durch viel internes Wissen des schwedischen Polizeiapparats unglaublich real wirkt. Weiterlesen

Nele Neuhaus: Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)

Nele Neuhaus Muttertag

Endlich wieder einmal ein Neuhauskrimi der bis zur letzten Seite fesselt. Wenn auch ein bis zwei Szenen darin sind die sehr ekelig sind, ist doch der Spannungsbogen bis zum Schluss gehalten. Der Roman beschäftigt sich mit psychologischen Themen, Erziehungsmethoden in Kinderheimen, kindliche Persönlichkeitsentwicklungen und um Schuld. Wer hat Schuld und versagt wenn Kinder geboren werden die scheinbar niemand will? Wie werden aus Kindern Psychopaten? Wie sind die Reaktionen von Psychopaten. All das bringt die Autorin schlüssig auf die 560 Seiten. Der Schluss erinnert etwas an den Film „Stirb langsam 2“ und bringt viel Action ins Geschehen. Weiterlesen