Fazit: Mein bester Lebens-Ernährungsberater, verpackt in einem humorvollen Krimi. Es gibt mittlerweile 5 „Achtsam Morden“ Romane von Karsten Dusse und jeder ist einzigartig und mehr als lesenswert. Greift man zu einem dieser Romane, greift man garantiert zu einer gelungenen, humorvollen und bildenden Lektüre. Herrlich Böse, mit erfrischendem Wortwitz über alltägliche Situationen und spritzigen Dialogen mit der Exfrau, Mitarbeitern und Delinquenten. Ein inspirierender lustiger Lese-Spaß. Und dieses Mal nicht nur Lebensberater, sondern auch Ernährungsberater. Ich habe schon viele Diät- und Ernährungsbücher bearbeitet, doch wie es hier Karsten Dusse in seinem humorvollen Krimi verpackt hat, ist es so verständlich und nachvollziehbar dargestellt, dass man sofort mitmachen möchte.
Kategorie: Buchbesprechungen
Stiftung Warentest: Hilfe, ich habe geerbt!
Das Erbe ist ein Geschenk. Es ist nicht erarbeitet. Wer dies begreift wird sich über ein Erbe freuen. Sollte er das nicht tun, kann er/sie das Erbe ausschlagen. Unter diesem Aspekt ist das vorliegende Buch ein wertvoller Ratgeber. Um aber nach dem Tode des Angehörigen keinen Streit entstehen zu lassen, ist es sinnvoll, dass vom Erblasser/in Regelungen getroffen werden die weitmöglichst harmonisch sind. Da das Erbrecht viele juristische Regelungen enthält ist es sinnvoll im Buch nach zu lesen was für einen persönlich gelten soll. Diese Vorstellungen sollte man unbedingt mit einem versierten Rechtsanwalt*in absprechen und in eine rechtsgültige Form gießen. Folgende Fragen sind dann zu regeln: Erbe annehmen oder ausschlagen? Gerechte Aufteilung und Streit vermeiden. Fälligkeit und Berechnung der Erbschaftssteuer. Weiterlesen
Der Mondmann, Rote Spurt zweiter Teil der Inuit Krimi-Serie, Fynn Haskin

Kommissar Jens Lerby ist nach seinem Intermezzo bei den Inuit als geläutert nach Dänemark zurückgekehrt. Seine Ehe funktioniert wieder, seine Prioritäten sind gesetzt und er hat endlich eine Versetzung aus der Mordabteilung beantragt. Etwas, dass ihm sein Vorgesetzter Birger sehr übel nimmt. Daher drückt er ihm auf den letzten Meter noch einen Mordfall auf, der ohne viel darüber zu Wissen zum Himmel stinkt. Ein alter Mann, mit ausgebrannten Augen, einem zugenähten Mund ist tiefgefroren in einer Kühlkammer gefunden worden. Als sich Lerby endlich entscheidet den Fall zu übernehmen, wird er von der PET, der Geheimpolizei abgezogen. Doch das hält ihn nicht davon ab, sich das zweite Opfer anzusehen, das er selbst als Zeugin befragt hat. Die alte Frau wurde genauso zugerichtet und in ihre eigene Gefriertruhe gesteckt. Die Anwesenheit von Jens am Tatort reicht der PET, um ihn als Polizist gänzlich aus dem Verkehr zu ziehen. Das gibt ihm die Zeit wieder zu den Inuit zu reisen und dieses Mal nimmt er seine Frau Eva mit. Magnus der alte Schamane ist krank und hat ihn dringend gebeten zu kommen. Denn Jens schwebt in Gefahr!
Auch der zweite Teil der Serie um den Mondmann ist überaus spannend und vor allem bewegend. Denn die Traditionen und Mythen der Inuit sind faszinierend, ihr Umgang mit dem Leben bewundernswert. Die Abscheulichkeiten, die einmal den Inuit von der zivilisierten Welt angetan wurde, gehen ins Unermessliche. Und genau in diese Richtung geht der Thriller ›Blutige Spur‹, denn ein Mörder geht um, der Rache sucht für Taten, die lange, lange her sind.
John Vaillant, Die Bestie, Wie das Feuer von unserem Planeten Besitz ergreift
Feuer, Feuer, Feuer…. Stürme, Orkane, Hurricane…Überschwemmungen, Überflutungen, Hochwasserwarnungen… Dürre und Trockenheit überall auf der Welt berichten die Nachrichten davon. Schlimmer noch, wenn man selbst betroffen und Leidtragender ist. An die Leugner: „Der Klimawandel ist auch bei uns!“ Ab 1770 erkannte man die ersten Zusammenhänge unserer Atmosphäre. Im laufe der Zeit kam die Erkenntnis, dass wir auf der Erde in einer Blase leben. Zitat aus dem Buch, Seite 312: zu begreifen, dass wir in einem geschlossenen Behälter existieren…und noch schwieriger ist es, zu akzeptieren, dass der Mensch einen Affront heraufbeschwören könnte…die scheinbar unbegrenzten Weiten zu beeinträchtigen. Schon 1907 verfasste Savante Arrhenius eine wissenschaftliche Abhandlung über Möglichkeit einer von Menschen verursachten Erderwärmung durch den Treibhauseffekt, bedingt durch den Verbrauch von fossilen Brennstoffen. In den 50ern, 60ern, und 70ern haben Wissenschaftler unsere Politiker die die Folgen der Erderwärmung in Kenntnis gesetzt und was es bedeutet, wenn die Pole und Gletscher schmelzen. Nur welcher Politiker oder CEO will unliebsame Äußerungen oder gegen die Wirtschaftlichkeit handeln. Nur das Ego des Jetzt zählt. Dazu fällt mir eine für mich sehr gelungene Karikatur ein: Ein Vater sitzt auf einem verbrannten Hügel, beide schauen über die verbrannte Erde bis zum Horizont. Der Vater sagt zu seinem Sohn: Was sollten wir den machen, etwa auf Konsum verzichten? Trotz vielversprechender Ansätze, angeführt durch „Friday for future“ zum gemeinsamen Klimawandel, hat die Welt sich wieder dem unsinnigen Kriegen hingegeben. In der Ukraine, Israel, Syrien, Jemen, Sudan, Äthiopien, Armenien, selbst im Kosovo. Andersrum könnte man vielleicht noch etwas retten. Wie alles begann „Die Bestie“ von John Vaillant
Beste Bilder 14 – Die Cartoons des Jahres 2023 Band 14
Wer sich das Jahr 2023 rückwirkend satirisch anschauen möchte, findet in diesem Buch den Jahresrückblick mit den besten Cartoons des Jahres 2023. Die besten Cartoonisten wurden hier auf 124 Seiten abgedruckt.
Der Krieg, den Russland in Europa begonnen hat, eine Rechtsaußen-Regierung in Israel, der Wiedergänger Trump, die Türkei, die immer autokratischer regiert wird, ein verheerendes Erdbeben in Vorderasien, die Klimakrise – sie reißen nicht ab, die unmittelbaren und schleichenden Katastrophen. Weiterlesen
Àlvaro Enrigue: Von Königreichen hast du geträumt
Álvaro Enrigues Geschichte um das Treffen der Protagonisten Moctezuma, Azteken Herrscher und Hernán Cortés, spanischer Eroberer in der aztekischen, schwimmenden Hauptstadt Tenoxtitlán im Jahre 1519, ist eine Hommage an die Möglichkeiten der Erzählung: dessen, was ist, was es war, es hätte sein können, muss gewesen sein oder sonst noch was. Es ist ein außergewöhnlicher Roman, der in Mysterien, Gewalt, Machtgefühl und Träume gehüllt ist. Enrigue nimmt sich seiner Geschichte mit der Inspiration eines alten Schamanen, als unerschütterlicher Schöpfer an, statt sich den historischen Beweisen der Vergangenheit zu beugen. Und man kann sich gut vorstellen, dass der Autor viel Spaß beim Schreiben jeder einzelnen Seite hatte. Es strotzt nur so von lebendigen Details Weiterlesen
Gary Victor: Der magische Pfad
Gary Victors epischer Roman lässt sich in keine Schublade stecken: er ist vielschichtig und fröhlich, bei aller Länge nie langweilig und es ist eine Vermischung von Religion, Philosophie, Tod, Freundschaft, Treue, Politik und Liebe. Und es geht um den Zustand seines Landes Haiti, von seinen Anfängen bis heute. Victor hat seine Geschichte und seine Charaktere – die Lebenden wie die Toten, die Untoten, die Voodoo-Abwesenden – im Griff. Keiner verliert sich in Voodoo-Traditionen oder Religion. Die Abenteuer von Sonson und die Nebengeschichten ziehen den Leser in den Bann. Auf der Suche nach seinem Freund Persée Persifal muss Sonson Abenteuer bestehen in dem er Geschichten erzählt. Und so erzählt Sonson Geschichten aus Persées Weiterlesen
Tim Mälzer, Vierundzwanzigsieben Kochen
Hier spricht oder schreibt einer aus meinem Herzen. Besser kann man es nicht sagen. Die Globalisierung, unsere Reisefreudigkeit und die Assimilation der Völker hat eine Geschmacksvielfalt hervorgebracht, dass man jeden Tag andere kulinarische Genüsse genießen kann. Und nun zu Tim Mälzer, ich zitiere aus diesem Buch 24/7: Geschmacks-Lumump wohin man blickt. Heute ist die kulinarische Vielfalt riesig. Die großartigen Produkte sind fast immer und überall erhältlich. Doch gefühlt gibt es grade eine Tendenz (das unterschreibe ich!) zur geschmacklichen Vereinheitlichung: Yuzu, Ponzu, Harissa, Tahin, Shizo und Umani (nicht zu vergessen Miso, ist von mir). Davon oft zu viel, zu komplex. Mehr soll mehr sein. Es entsteht ein Sammelsurium aus Aromen, die den echten Geschmack der Zutaten verdecken und das Wesentliche vermissen lassen. Doch genau darauf gilt es sich zurückzubesinnen. Zitat Ende. Recht hat er! Vierundzwanzigsieben kochen ist Tim Mälzers Beitrag „Das Einfache“ zeitgemäß in unseren Alltag zu integrieren. Ohne Stress, den haben wir im Berufsleben genug. Dafür mit viel Freude schnell, schnelle Gerichte für die quengelnden Kinder oder unerwarteten Besuch, ohne großen Einkauf, einfach, was der Kühlschrank oder Keller hergibt, auf den Tisch.
Die kleinen Lügen der Ivy Lin, Susie Yang

Das Debüt von Susie Yang wurde in den USA hochgelobt. Von People, Boston Globe, The Washington Post bis Glamour waren sich alle einig. Es ist eine fesselnde Charakterstudie. Aber ist es ein Roman, der in Europa Furore machen wird. Ich bin mir nicht sicher, denn um den Roman so spannend, ein-, zweideutig zu finden, muss man ›The american way of life‹ kennen und besonders den chinesischen Frauen so tief sitzenden Wunsch, eine steile Karriere vorzuzeigen, nur um die Eltern stolz zu machen. Wobei Karriere sowohl beruflicher Art als auch den sozialen Aufstieg durch eine Heirat bedeuten kann. Kennt man beides, so ist dieses Debut überaus unterhaltsam. Denn es deckt die Bigotterie des amerikanischen Erfolgstraums genauso auf, wie das zum Teil lebensfeindliche eher kapitalistische Streben in der US-chinesischen Kultur der Neuzeit. Für jeden anderen kann die sogenannte fesselnde Charakterstudie manches Mal ein bisschen unverständlich sein. Man fragt sich außerhalb der US stehend, warum die Protagonistin handelt, wie sie handelt und tut, was sie tun.
Dennoch will ich der Erzählung eine gewisse Spannung nicht abreden. Jedoch durchweg begeistert Schmunzeln, über diesen Roman kann nur ein Insider. Darf ich dennoch vorschlagen, Sie versuchen es! Mir hat es sehr viel Spaß gemacht! Weiterlesen
Annabelle Hirsch: Die Dinge
Annabelle Hirsch hat sich für Ihr – für mich überaus gelungenes Debüt – ein rechercheintensives Thema gewählt und es bestens umgesetzt und gemeistert. 100 Kapitel. 100 Objekte (Frau nicht inbegriffen). Flott, unterhaltsam bis witzig und leicht verständlich geschrieben, stellt die Autorin Gegenstände aus dem Alltag der Frauen, deren Bedeutung und ihren Einfluss vor und teilt mit der Leserschaft ihren Blick auf „Die Dinge“ “ (beispielhaft seien hier erwähnt: Chopines (Plateauschue), Daumenschraube, Phrygische Mütze, Analytical Engine, Die Hutnadel, Chanel No. 5, Lippenstift, Klebezettel der Widerstandgruppe „Rote Kapelle“, Bikini und Minikleid). Ob man sich den einzelnen Themen chronologisch (beginnend 30.000 v. Chr. mit Verheilter Oberschenkelknochen) oder zufällig (bis 2017 Pussy Hat) nähert, obliegt den Leserinnen Weiterlesen