
Der Titel Gemüse Gut Alles Gut soll sicherlich ein herrliches Wortspiel auf Matthias Gfrörers Gutsküche „Deli und Garten“ in Wulksfelde mit seinem Spitzen-Gutsküchenteam, welches mit einem Michelin-Stern prämiert ist, sein. Umwelttechnisch und gesundheitstechnisch wird von allen Seiten proklamiert, die Ernährung der Zukunft sollte Gemüse- und Obstbasierend sein. Den Luxus Fleisch sollte man sich nur in Ausnahmefällen gönnen. Daher ist es ganz natürlich, dass immer mehr gut ausgebildete Köche, auch aus der Feinschmeckergastronomie, ihr Können in kreative vegetarische bis hin zu veganen Gerichten zeigen. Viele gehen sogar das Wagnis ein, ihr eigenes Restaurant danach zu gestalten. Ein Hoch auf diese Pioniere. In Frankfurt Main hat das schon vor Jahren ein junger Koch Matthias Schmidt in der Villa Merton versucht. Er hat sich noch selbst unter Druck gesetzt, es sollte auch nachhaltig sein. Alle Produkte mussten aus dem Umkreis von 100 Kilometern sein. Es gab nur jahreszeitliche Produkte, Tomaten nur im Sommer, Zitronen und Orangen gar nicht. Er war einer der ersten, der erkannt hatte, wie wertvoll Grünkohl ist und hat ihn Hoffähig gemacht. Leider hat sein Stil nicht überlebt. Dagegen ein sehr positives Beispiel das Seven Swan, das kleinste Restaurant Frankfurts, hat von konventioneller Sterneküche erst auf vegetarische Küche und dann auf vegane Küche umgestellt und ist mehr als erfolgreich und ebenso mit einem Stern prämiert. So ist es eine Freude für mich von Matthias Gfrörer zu lesen, von seinem Gutshofrestaurant, das er mit kreativer vegetarischer Küche betreibt und auch prämiert ist.

Mit der Figur der kleinen Prinzessin Berti können sich Kinder sofort identifizieren. Sie wollen vieles aber sofort. Wenn das nicht gelingt gibt’s Gebrüll oder andere Formen der Auseinandersetzung. Dabei finden der weibliche Teil der Zuhörerschaft die Idee mit den langen Haaren das Beste. Der männliche Teil favorisierte die Möglichkeit des langen Schlafes.
Es ist immer ein besonderer Augenblick ein neues Buch in den Händen zu halten. Und manchmal – noch vor dem Öffnen des Buches – weiß man intuitiv, dass die Erwartungen und die Ansprüche an das Buch erfüllt werden. So in diesem Fall. Thilo Wydras Doppelbiografie ist eine literarische Pastete: es ist alles drin – Biografie, Geschichte, Liebesroman, Sachbuch, Familiengeschichte, Feminismus, Emanzipation und natürlich Kinogeschichte. Dennoch ist Wydra strukturiert und hat seine Biografie klar gegliedert: Teil I, England, Die frühen Jahre (bis 1938), Teil II, Amerika, Golden Age (bis 1970), Teil III, Der Ausklang, Die letzten Jahre und wie es sich beim Film gehört gibt es einen Abspann und für die Statistiker den Anhang mit Zeittafel, Filmographie, Bibliographie usw. Was mich jedoch noch mehr als alles andere begeistert, ist die spürbare Neugier, mit der sich Wydra auf Spurensuche begibt und dieses komplexe Bild von
Du kannst der Vergangenheit nicht entfliehen! Ein Hoch an Lina Bengtsdotter, besser, imposanter beeindruckender kann man nicht das Leben und das Erwachsen werden in einem kleinen Dorf in Schweden beschreiben. Da Lina Bengtsdotter in so einer Kleinstadt aufgewachsen ist, hoffe ich nur, dass es nur ein Roman ist und nicht doch autobiographisches dran ist. Die Geschichte spielt in dem schwedischen Dorf Silverbro. In solchen kleinen Orten ist das Gemeinschaftsgefühl stark ausgeprägt, jeder kennt jeden. Bei den Gegebenheiten und Situationen in den einzelnen Häusern kennt man sich aus. Man trifft sich im selben Pub, beim selben Wirt. Duldet die Andersdenkenden, die Abgerutschten, verdrängt die Gerüchte über häusliche Gewalt bis hin zum Missbrauch. Man weiß es, aber spricht nicht drüber. Man mischt sich nicht ein. Die Jugend wächst damit auf, sucht den Halt in den Freundschaften, privaten Feten und im Alkohol. Die Erwachsen erzählen von den vielen Mythen und Sagen, auch von Silverbro, von dem vor Jahren verschwundenen Mädchen Sofia, die nie wieder aufgetaucht ist.
Gastrezension: Dr. Ulrike Bolte
Als Theaterautorin hat sich Laura Naumann bereits einen Namen gemacht und wird an großen Häusern aufgeführt. Mit „Haus aus Wind“ präsentiert sie ihr Romandebüt und stellt auch als Romanautorin ihr Gespür für ihre Charaktere und ihren Sinn für Dramaturgie unter Beweis. Auch wenn die Geschichte in einem Surfcamp an der Algarve angesiedelt ist, geht es um sehr viel mehr als nur die perfekte Welle oder gar Surferboys. Naumann lässt ihre Protagonistin Johanna ihrem „Gerd“, einem Stofftier-Hamster und engstem Vertrauten seit den Kindergartentagen, alles was sie bewegt, ihr passiert und sich ereignet, erzählen. Und in Johannas fast 30-jährigem Dasein ist viel passiert, mehr als bei vielen Gleichaltrigen: mit 11 Jahren hat sie ihre Synchronsprecherinnenkarriere
Wortgewaltig, vielschichtig, philosophisch, empirisch erzählend in Kriminalform dargestellt das Kuba vor und nach der Kubanischen Revolution bis in die heutige Zeit. Anständige Menschen zeichnen sich durch die Attribute wie Ehrlichkeit, Respekt, Verantwortungsbewusstsein, Empathie, Gerechtigkeitssinn, Hilfsbereitschaft, Integrität, Höflichkeit und Zuvorkommenheit aus. Alles Eigenschaften, die man bei einer guten Erziehung vorgelebt bekommt. Fast jeder bezeichnet sich als anständiger Mensch. Können diese Personen in die Fallen des Lebens mit Korruption, Unwissenheit, Unbedarftheit unter den wirtschaftlichen Umständen, Überlebenswille, Druck durch dritte oder eigene Schuld von ihrem härenden Ziel abweichen oder als Mitläufer einfach das tun, was andere erwarten oder zum Überleben notwendig ist.
Eine kulinarische Entdeckungsreise! Die beliebte Fernsehsendung aufgegabelt vom Bayrischen Rundfunk mit Alexander Herrmann geht schon in die zehnte Staffel. Erst jetzt, eigentlich müsste man fragen, endlich oder warum erst jetzt, kommt das Begleitbuch heraus. In seiner Sendung begibt sich der gebürtige Franke Alexander Herrmann auf einen Streifzug durch die bayrischen Lande, besucht unterschiedliche Betriebe, Manufakturen, Landwirte, Pflanzenzuchtbetriebe und sogar liebevoll gemeint Kräuterhexen, die ihn dazu verführen doch auch mal Lindenblätter zu probieren. Er sagt von sich selbst, dass das eine ganz neue Erfahrung für ihn war. Dass dieser persönliche Kontakt mit diesen Menschen voller Enthusiasmus und Liebe zu ihren Produkten eine besondere Erkenntnis mit sich bringt, veranlasst Alexander Herrmann immer in seine Studioküche zu gehen und kreativ mit dem Aufgegabelten umzugehen. Das Ergebnis ist dieses Buch, 65 Rezepte der Jubiläumsstaffel und seine Lieblingsrezepte der vorrangegangenen Sendungen.
Der Titel von Megan Hunters Roman „Die Harpyie“ führt uns in die Welt der Mythologie. Soviel war mir klar, doch sicherheitshalber habe ich gegoogelt: „Eine Harpyie ([deutsch ‚reißender Sturm‘) ist ein geflügeltes