Alle Artikel von Elke Rossmann

Eisige Schatten, Jorn Lier Horst – William Wisting ermittelt –

Schon der neunte Fall für den norwegischen Kommissar William Wisting, doch für mich war es der erste aus der Reihe. Ein sehr nordischer Krimi, der sich nicht nur doch Kälte und Schneemassen auszeichnet. Die Autoren aus Norwegen, Schweden und auch Dänemark schaffen es immer wieder, ihre Thriller so realistisch zu schreiben, dass man den Eindruck bekommt, an einer Ermittlung teilzunehmen. Bei Jorn Lier Horst auch keine Wunder, denn er selbst lange in leitender Stellung bei der Kriminalpolizei.

Tolle Protagonisten, gute Story und vor allem leicht und spannend geschrieben. Ein Serienkiller wird auf Norwegisch dingfest gemacht, auch wenn das FBI mitmischt. Sehr lesenswert!

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18/4 Der Hauptmann und der Mörder, Zhou Haohui

Nachdem wir vor Kurzem erst einen Thriller aus Korea besprochen haben, hier nun ein waschechter chinesischer Thriller. Auch hier muss ich wiederholen, dass er Roman natürlich von der chinesischen Lebensweise gefärbt ist, wie sollte er nicht, denn der Autor wurde 1977 in Yangzhou geboren und lebt auch dort.

Die Story über einen Serienkiller, der sich in Selbstjustiz übt und das Sonderkommando 18/4, welches versucht ihn zur Strecke zu bringen ist durchweg spannend und gut geschrieben. Dem amerikanisch, europäisch und vor allem nordeuropäisch geprägten Thriller-Liebhaber wird auffallen, dass der chinesische Krimi recht männerlastig ist und von einem obrigkeitlichen Verhalten im Polizeiapparat dominiert wird. Das jedoch sind Realitäten in China. Wer viel im asiatischen Raum tätig war, liest darüber hinweg. Denn es geht um die Geschichte an sich und die ist ziemlich gut. Ich warte ungeduldig auf die zwei Folgebände, 18/4 Der Pfad des Rächers und 18/4 Die blinde Tochter, die demnächst bei Heyne erscheinen werden.

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Rabbits, Terry Miles

Ich war nie ein Gamer und Computerspiele werden es mir wohl auch nicht mehr antun, dennoch liebe ich Geschichte wie „Ready Player Number one“ oder in diesem Fall „Rabbits“. Eine rasante, spannende Geschichte über ein mysteriöses Spiel, das sich sowohl in der Realität als auch mit Hilfe von Computersimulationen abspielt. Es ist nur den wenigen wirklichen Cracks der Welt der Computerspiele bekannt und die dürfen darüber nicht reden. Als Runde elf beginnt, scheint jedoch etwas falsch zu laufen. Menschen, Spieler verschwinden oder sterben. Ist das Spiel Rabbits daran schuld? K und seine Freundin Zoe begeben sich auf einen lebensgefährlichen Quest, wobei es immer schwierig wird zu erkennen, wo die Realität aufhört und das Spiel beginnt.

Richtig schnelle und gute Unterhaltung aus dem Universum der Computerspiele. Eine abgefahrene Reise in die Welt der virtuellen Spiele, einer verzerrten Wirklichkeit und waschechten, hochintelligenten Computercracks.

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Scholomance II, Der letzte Absolvent, Naomi Novik

Und weiter geht es im zweiten Teil mit der dunklen, magischen Zauberschule und ihren tödlichen Monstern. El ist lebend in der Abschlussklasse angekommen. Erstaunlicherweise hat sie Freunde gefunden und muss wohl oder übel zugeben, auch ihr Herz für Orion den Schulstar entdeckt. Da die Schüler der großen Enklaven, der Zaubersiedlungen auf der Welt, mittlerweile ihr magisches Potenzial kennen, reißt man sich darum, ihr einen Platz in der Siedlung anzubieten. Doch El, mürrisch und starrköpfig, wie sie nun mal ist, will das alles nicht. Eigentlich ist sie gerade richtig glücklich mit ihren Freundinnen und Orion. Als die neuen Frischlinge an die Schule kommen, hat einer eine Nachricht von ihrer Mutter: Halt dich fern von Orion Lake!

Wie es nun einmal mit Naomi Noviks Reihen ist, man wird süchtig danach. So ist auch der zweite Teil der Scholomance gruselig schöne Unterhaltung für Teenager und jung gebliebene Erwachsene. Und trotz aller Spannung dreht es sich natürlich um die großen Themen der Welt: Liebe, Freundschaft, Solidarität und Macht. Beim ersten Teil schrieb ich, Harry Potter meets Steven King, doch jetzt muss ich unbedingt noch die Tribute von Panem mit in den Vergleich aufnehmen. Tolle Unterhaltung! Der dritte Teil wird von mir bereits heiß ersehnt.

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Ausgerechnet Adelheit, Sabine Ludwig, Kinderbuch ab 8 Jahre

Adelheid geht in die dritte Klasse, die sich Erdmännchen nennen. Dort ist auch ihr bester Freund Bennie, der leider immer sehr viel Unsinn im Kopf hat. Sie versucht jedes Mal ihr Bestes, ihn davon abzuhalten, Ehrenwort! Doch dann steckt sie doch wieder in einem ziemlichen Schlamassel.

Ein niedliches, freches und erfrischend problemfreies Kinderbuch. Es erzählt einfach nur Adelheids und Bennies Tage in der Schule und was man da so alles erleben kann. Pädagogisch wertvoll, weil die Kinder es bestimmt spannend finden und viel lachen können. Erwähnenswert sich auch die entzückenden Illustrationen, die zum Text passen, wie Adelheid zu Bennie!

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Das versunkene Dorf, Olivier Norek

Ein grandioser Krimi, der fast schon ein Thriller ist. Olivier Norek ist eine Neuentdeckung, bei der man an die Anfänge von Jean-Christophe Grangé denken muss. Man merkt dem Autor seine Jahre bei der Polizei einfach an, denn die Charaktere sind echter als echt!

So ist der Roman um die drei verschwundenen Kinder und dem alten Dorf, das im Stausee verschwand regelrecht mitreißend. Ein Krimi par excellence!

 

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Weil’s einfach gesünder ist, Alexander Herrmann

In dem Vorwort bringt es Alexander Herrmann auf den Punkt und sagt: Ich will gesund sterben! Es geht dem Spitzenkoch nicht nur um das Wohlgefühl beim Genießen. Es geht ihm darum, dass wir uns in unserem Körper wohlfühlen und dafür braucht es das richtige Essen. Hier wird nicht nur eine gesunde Küche vorgestellt, es werden die zehn Top Ten Lebensmittel, von Obst über Gemüse zu Kohlenhydrate, Nüssen und Öle beschrieben und vor allem deren gesunde Wirkung. Die Rezepte sehen durch die Bank weg lecker aus, doch für alltagstauglich würde ich sie nicht befinden. Es steckt schon einiges an Arbeit und Vorbereitung darin. Doch wer scheut schon Vorbereitungen, wenn man dann eine lackierte Entenbrust mit Sanddorn und Safranhonig oder für den vegetarischen Geschmack Walnuss-Dinkel-Knöpfle mit Belugalinsen genießen kann. Guten Appetit!

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Talberg 1935, Trilogie von Max Korn

Das Jahr 1935 war an sich schon ein harte Zeit, doch in dem Dorf Talberg im Bayrischen Wald an der Grenze zu Österreich ist die Zeit viel früher stehen geblieben. Noch lecken sich die Familien die Wunden des Ersten Weltkriegs in dem die meisten einen oder alle ihre Söhne verloren haben. Die Menschen auf den Höfen sind bis zur Erschöpfung abgearbeitet und dennoch haben sie Angst vor dem Hunger in den Wintermonaten. Nur wenigen Bauern geht es finanziell gut, darunter der Waldbauer. Sein Sohn der studierte Dorflehrer, ist seit sechs Jahren verheiratet mit der als Hexe verrufenen einzigen Schönheit der Gegend. Er ist genauso ein Choleriker, wie sein Vater Josef Steiner. Der will unbedingt einen Enkel und Erben und macht seiner Schwiegertochter Elisabeth bittere Vorwürfe. Das Dorf ist durchsetzt von Boshaftigkeit, Geheimnissen und sehr viel Zorn. Als man den Dorfschullehrer eines Nachts tot unterhalb des Aussichtsturms auf dem Berg findet, scheint die jahrelange böse Energie des Dorfes aufzubrechen. In dem ersten Teil der Trilogie nimmt sich Max Korn Zeit, seine Protagonisten richtig vorzustellen. So erfährt der Leser von den meist missglückten Lebenswegen der Menschen in Talberg. Es gruselt einen, denn das Dorf ist dunkel düster und gemein. Doch die Spannung ist zu hoch, um das Buch weglegen zu können. Teil II und Teil III erwarte ich bereits ungeduldig.

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Feuerschuh und Windsandale, Kinderbuch ab 6 Jahre

Es ist wunderbar, dass immer mal wieder Kinderbücher aus früheren Zeiten, in diesem Fall den sechziger Jahre, neu aufgelegt werden. Feuerschuh und Windsandale ist solch ein Kinderbuch und erinnerte mich sehr an Erich Kästners berühmte Kinderwerke. Es ist eine wunderschöne Geschichte über eine arme, aber sehr liebevolle Familie. Der kleine Tim ist ein Moppelchen und wird in der Schule gehänselt, denn Mobbing gab es schon immer unter Kindern. Eigentlich möchte er ein ganz anderes Kind sein, reich, schlank und auch beliebt. Da schenkt ihm sein Vater zum Geburtstag rote Wanderschuhe und einen Rucksack. Gemeinsam wollen sie in den Ferien auf die Wanderschaft gehen und bei den Bergbauern arbeiten.

Eine bezaubernde Geschichte über Liebe, Werte und Selbstbewusstsein, das man schon als kleiner Zwerg entwickeln kann, wenn man so einen prima Papa und eine so liebe Mama hat wie Tim. Weiterlesen

Der Sucher, Tana French

Die New York Times hat es richtig beschrieben: „Tana French schreibt große Romane in denen auch Verbrechen geschehen.“ Ihr Buch „Der Sucher“ ist eine Sozialstudie eines kleinen irischen Dorfes, in dem eigene Gesetze und Machtgefüge herrschen. Das merkt der ehemalige amerikanische Cop Calvin aus Chicago recht schnell. Doch er wird dort gut aufgenommen und man hilft ihm mit der Renovierung seines kleinen Hauses. Er soll einer von ihnen werden und besonders sein alter, cleverer Nachbar Mart sorgt dafür. Wahrscheinlich wäre das  auch geglückt, wenn nicht ein Jugendlicher, Trey, bei ihm aufgetaucht wäre. Das Kind ist wild und tendiert ins Asoziale, doch es ist auch verletzt, denn sein größerer Bruder ist spurlos verschwunden. Der Instinkt des ehemaligen Cops wird bei Cal geweckt und er will dem Kind helfen. Anscheinend ist das der größte Fehler, den er machen konnte.

Tana French ist die irische Version von Juli Zeh. Sie ist eine Beobachterin und Menschenkennerin par excellence und führt die Leser mit einer unheimlichen Leichtigkeit in menschliche Abgründe. Das nenn ich gute Literatur! Weiterlesen