
Eigentlich bespricht man Weltbestseller Autoren kaum noch. Rezensionen sind den neuen eher unbekannten Autorinnen und Schriftstellern vorbehalten. Doch Sebastian Fitzek hat etwa gemacht, was mutig ist und bei vielen Autoren schon schief ging. Er hat das Genre gewechselt. Vom Blut aufwischenden Thrillerautoren, der manchmal so brutal wurde, das selbst hartgesottene Leser zuckten, zum leichten Geschichtenerzähler mit viel Humor aber auch einem scharfen Auge für das Alltägliche. Gratuliere Herr Fitzek, Sie haben mich dazu gebracht, bei Ihrer Geschichte laut zu lachen, in mich hineinzugickeln, zu schmunzeln, zu grinsen und manchmal auch zu seufzen. Wüsste man es nicht, dann würde man die Geschichte Elternabend niemals Sebastian Fitzek zuordnen.
Elternabend ist eine tiefsinnige Komödie, die viel Stoff zum Zustimmen gibt. Dabei musste der Autor seine Protagonisten gar nicht großartig überzeichnen. Ein genaues Hinsehen hat gereicht, um die Realität zu einer Persiflage werden zu lassen. Großartig! Und da der Autor am amüsanten anscheinend Gefallen gefunden hat, freuen wir uns auf sein nächstes Buch: Der erste letzte Tag. Die Leseprobe lag bei und die Mundwinkel zuckten schon wieder hoch und ich dachte, ach du lieber Himmel, genau, wer kennt solche Situationen nicht!

Das halbe Bilderbuch ist eine ganz fantastische Idee für ein Kinderbuch, denn die zwei Geschichten von der Haselmaus, die einfach keine Angst vor nichts hat und dem sehr scheuen, furchtsamen Riesen Bartolo, treffen sich einfach in der Mitte. Und was dann passiert, bleibt der Fantasie der Kinder überlassen. 1985 erschien das Kinderbuch als Originalausgabe und wurde jetzt wieder aufgelegt. Und das Thema der beiden Hauptpersonen, die so anders sind, als man es von ihnen erwartet und dadurch gemieden werden und keine Freunde finden, ist heute aktueller denn je!

Freibad ist ein mittelmäßiger Klamauk, denn sehr viel mehr kann man beim besten Willen nicht in dem Film hineininterpretieren. Bestimmt hatte die Drehbuchautorin und Regisseurin Höheres geplant, doch der Anspruch ging unterwegs etwas verloren. Was eigentlich schade ist, denn das Thema ist super und hätte viel mehr hergeben können. Es hätte eine Satire oder eine zynische Erzählung aus unserer „Woke-Zeit“ werden können. In der das Wort „Woke“, eigentlich ein Ausdruck, der für das Bewusstsein gegen Rassismus und mangelnder sozialen Gerechtigkeit steht, sich langsam schon zu einem Negativum entwickelt hat. So spult sich ein manchmal witziger Film, der durch seine Schauspieler und nicht unbedingt durch seine Handlung wirkt vor unseren Augen ab. Das einzige Frauenbad Deutschlands wird zur Drehscheibe der Kulturen und vielem mehr. Frauen, die unterschiedlicher Kultur, Hautfarbe, Geschlechtsidentitäten und vor allem Meinungen sind. Richtig interessant ist es, das sich alle dort im Frauenfreibad über den Nächsten aufregen und manchmal zu Separatitinnen werden. Doch separiert man sie, passt das dann auch nicht.


