Das dritte Buch von Carsten Sebastian Henns Trilogie um die interessanten geistigen Getränke, jeweils mit den immer lustigen, einladenden Titeln „Der Gin des Lebens“, „Rum oder Ehre“ und nun „Ein Schuss Whiskey“ ist da. Mit Freude habe ich die ersten beiden gelesen und konnte es gar nicht erwarten, auch das dritte Buch in die Hand zu bekommen
Wem Carsten Sebastian Henn ein Begriff ist, weiß sofort, wer dort etwas schreibt und wo die Verbindung herkommt Kriminalroman mit einem Fachthema zusammen zu bringen, in diesem Fall mit irischem Whiskey. Es sind nicht nur Krimis, sondern er beschreibt zu seinem Fachthema die Geschichte des Getränks und in diesem Fall die Besonderheit die Geschichte des Whiskeys in Irland, über Herstellung, Zusammensetzung, verschiedene Brennstufen und Reifung. Und für die, denen Carsten Sebastian Henn nichts sagt, hier die Beschreibung des Autors.
Hinter diesem dynamischen Titel verbergen sich Tagebucheintragungen der Meisterin der Kurzgeschichten, dem damaligen Star der Londoner Literaturszene: Katherine Mansfield. Und all das, was der Titel impliziert, findet man in den Aufzeichnungen einer außergewöhnlichen Frau, die für ihre Freiheit kämpfte und gegen die diagnostizierte Tuberkulose anschrieb. Auch wenn ihr nur eine Lebensdauer von 34 Jahre vergönnt war, füllte sie diese Zeit bis an den Rand. Mansfield gehörte zur verlorenen Generation des 1. Weltkrieges. Keiner ihrer männlichen Freunde, die an die Front gingen, kehrte zurück. Der Verlust ihres geliebten, jüngeren Bruders, der ebenfalls nicht von der Front zurückkehrte, traumatisierte sie. Und wie tragisch, dass sich ihre schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten und sie nur ein überschaubares, vollendetes Werk hinterließ.
Es ist nun der zweite Band der Reihe um den von Preußen nach Bayern ausgeliehenen Major Wilhelm Freiherr von Gryszinski. Diesmal beleuchtet der Roman intensiv die Künstlerszene der bayerischen Hauptstadt im Jahre 1895. Es ist ein Kulturschock für den braven Preußen was die Münchner Künstler und die sich dafür halten veranstalten. Die Kunstszene in Schwabing ist selbst den eingeborenen Münchnern suspekt. Nun treibt ein Serienmörder in dieser Kunstszene sein Unwesen. Wäre das nicht schon genug, so will die Ehefrau des braven Ermittlers ein Buch veröffentlichen. Dazu braucht sie die Genehmigung ihres Herrn Gemahl. Wunderschön sind die Szenen in denen die bajuwarische Esskultur geschildert wird. Hier läuft beim Leser unwillkürlich das Wasser im Mund zusammen. Man riecht förmlich wenn die Haushälterin den Bräter eröffnet und der Braten durch die Küche wabert in der in solchen Momenten der brave Herr Major in der Nähe ist. 


Schweden scheint schon immer liberal und fortschrittlich gewesen zu sein, so dass es erstaunt, dass auch in diesem Land die Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts für ein selbstbestimmtes, wirtschaftlich unabhängiges Leben kämpfen mussten. Als »Die Sekretärinnen« 1908 erschien, gab es zwar schon das kommunale Wahlrecht für Frauen, aber erst 1921 sicherte ein Gesetz den Frauen das nationale Wahlrecht. Der Einblick, den uns die Autorin gewährt, hat in über 100 Jahren nichts an Aktualität verloren. Wie Frauen weltweit, mussten auch schwedische Frauen lernen, sich in der patriarchalischen Arbeitswelt zu behaupten. Und »me too«-Erfahrungen tauschte man allenfalls im geschützten Raum der eigenen vier Wände aus. Elin Wägner war eine dieser modernen Frauen, Pionierinnen und Wegbereiterinnen und daher überrascht auch die moderne Sprache mit einem Schuss Verspieltheit und Witz nicht. Inwieweit die neue Übersetzung dazu beigetragen hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall hat Wägner es verstanden, uns auf – nur – 176 Seiten ihre Protagonistinnen Elisabeth, Eva, Baby und Emmy samt deren jeweiliger Geschichte nahezubringen und den Sekretärinnen ein Denkmal zu setzen.
Der Autor lässt die Zeit um 1660 in England und Amerika für die geneigte Leserschaft auferstehen. Er schildert die gnadenlose Verfolgungsjagt König Karl II auf die „Mörder“ seines Vorgängers Karl I. Dieser wurde von Oliver Cromwells Männern verurteilt und hingerichtet nachdem vorher ein blutiger Bürgerkrieg losgetreten wurde. Die fanatischen Verfolger sind den 50 Unterzeichnern des Todesurteils in Europa und Amerika auf den Fersen. Die Lebensumstände der handelnden Menschen werden authentisch widergegeben. Der Kampf gegen die Natur und die Indianer sowie der innere Kampf der religiösen Eiferer wird ausgiebig geschildert. Blutig sind auch die Schilderungen der Hinrichtungen der Richter und Unterzeichner des Todesurteils.
Sie sind selten geworden, die Bücher in denen die Helden unter Segeln ihrer Heldentaten vollbringen. Menschen die Bücher in denen z.B Horatio Hornblower vorkommt, nach dem Vorbild von Admiral Nelson gerne lesen, werden an diesem Werk um den Kapitän der britischen Marine und Spion wieder ihre Freude haben. Mutig geht Thomas Grey auf die Suche nach dem Schiff und dessen Kapitän die seine Frau, so glaubt er, auf dem Gewissen haben. Dabei stößt er auf Geheimnisse die für sein Land lebensbedrohlich sind.
Wer den ersten Teil dieser Familiengeschichte gelesen hat, will auch den zweiten Teil lesen, und zwar sofort. Daher meine Empfehlung: beide zusammen erstehen. Und aus dem Grund habe ich mich entschlossen, beide Bände zusammen vorzustellen. Zugegeben, Familiengeschichten sind zurzeit in Mode, aber auch wenn man schon die eine oder andere Saga gelesen hat, sollte man diese ausgezeichnet recherchierte und umgesetzte Geschichte einer deutschen Unternehmerfamilie nicht versäumen.