Definitiv hinterlässt das Buch etwas beim Leser und man denkt doch noch einmal darüber nach, obwohl man es eigentlich nicht möchte. Es ist kein leichter Stoff, sondern die Geschichte von vier Menschen, die ein völlig unerfülltes und belangloses Leben führen mussten. Zwei von ihnen, weil sie schwule Männer sind und das in China der Achtziger nicht nur ein Tabu ist, sondern tödliche Folgen haben kann. Und zwei Frauen, die als Ehefrauen der sogenannten Sissys ein Leben in Kauf nehmen mussten, das voller verletztem Stolz, schlechtem Gewissen und unerfüllter Liebe ist. Selbst, als sie nach Amerika immigrieren, ändert sich nichts daran. Erst am Ende ihres verbrauchten Lebens stellen die beiden Frauen sich ihren Lebenslügen, eine zerbricht daran, die andere findet einen eigenartigen Frieden.
Es hilft bestimmt, wenn man die chinesische Mentalität und Kultur ein wenig kennt. Denn sonst wird es schwer, einige der Reaktionen und Taten zu verstehen. Dennoch hat mich das Buch gefesselt und hätte von etwas mehr Licht in der Dunkelheit der Geschichte bestimmt profitiert. Ein Autor, von dem wir bestimmt noch hören werden.
Angelo Coassin ist ein ausgebildeter Koch und Tänzer. Kurz vor Corona wagt er den Schritt nach London zu gehen, um dort eine Karriere als Tänzer anzustreben. Doch dann der Schlag: Corona – Nichts geht mehr. Verbannt an seine Wohnung, keine Reiseerlaubnis, besinnt sich Angelo auf seine zweite Ausbildung – Koch! Er entwickelt einen Blog. Natürlich mit italienischer Küche. In kurzer Zeit hatte er viele Follower. Nicht nur weil seine Rezepte einfach und genial sind, sicherlich auch, weil er das ital-ienische Flair mit rüberbringt. Er zelebriert seine Gerichte im 50ziger Jahre Stil im Feinrippunterhemd, tanzend mit guter Musik im Hintergrund vor. Der Zuschauer wird von seiner Fröhlichkeit animiert mit- und nachzumachen.
Zugegeben, es war nicht Liebe auf den ersten Blick zwischen dem neuen Buch „Die unwahrscheinliche Süße der Erdbeeren“ von 
Der zweite Roman um die Wendlandermittlerin Carla Seidel ist für meinen Geschmack besser gelungen, denn er wirkt wesentlich realistischer, als sein Vorgänger. Während einer großen Gesellschaftsjagd wird einer der Gäste mit mehreren Messerstichen brutal ermordet. Die Gastgeber, Familie von Boennings entspricht so ganz dem Klischee von Landadel. Mächtig, reich, anmaßend und anscheinend jede Menge Leichen im Keller. Jedoch lässt sich die Kriminalbeamtin der Polizeistation Dannenberg nicht so schnell einschüchtern. Auch wenn jemand die Frechheit hat, es als Jagdunfall zu bezeichnen, war es definitiv Mord, und zwar eine geplante Tat. Denn der abgebrühte Mörder sah dem Opfer beim langsamen Sterben zu. Als es weitere Tote gibt, stellt sich langsam die Frage, warum man ausgerechnet diese Menschen tötete. Denn die Oper, Gäste von auswärts, sind vor langer Zeit zusammen als Kinder und Jugendliche im Wendland groß geworden.
Ein Sachbuch wie man es sich wünscht. Bestens gestaltet über alles was es zu Kaffee zusagen gibt. Es beginnt schon damit, die richtige Zubereitung für die verschiedensten Cafés zu beschreiben und zu erklären. Nicht umhin stellt sich die Frage welche Sorte von Cafés gebe ich den Vorzug. Dabei werden auch die verschiedensten Kaffeesorten erklärt und auch die Röstmethoden geschildert.
Eigentlich lese ich nicht gern Texte am Computer. Ich liebe es, ein Buch in der Hand zu halten, den Moment, wenn ich das Buch zum ersten Mal öffne, die Haptik, den Geruch, das Gewicht und – wie sich die Seitenmenge von rechts nach links bewegt. Allerdings obsiegte meine Neugier und ich wollte wenigstens mal einen Blick in den vom Verlag vorab zur Verfügung gestellten PDF-File werfen. Was kann ich sagen? Ich blieb hängen, gefesselt von den Geschichten um die Protagonistinnen Mathilde (geboren 1911) und Katja (geboren 1947). Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Schicksale, Kämpfe um Anerkennung, Selbstbestimmung, Recht auf Bildung und Ausbildung, aber auch zwei Frauen, intelligent, zielstrebig und – mutig. Die Autorin zeichnet glaubwürdige Bilder der jeweiligen Zeit, in der die Protagonistinnen leben. Ich
Wie in seinem ersten Roman „Herr Winter taut auf“ gibt Stefan Kuhlmann auch in seinem neuen Roman „Umweg zum Sommer“ seinen Protagonisten die Möglichkeit sich persönlich weiterzuentwickeln und – erwachsen zu werden. Dafür schickt Kuhlmann Martin, einen in die Jahre gekommenen Musiker ohne Plan B, der nicht an den Erfolg seines ersten und einzigen Hits anknüpfen kann, auf einen Road Trip durch halb Europa bis nach Portugal zu einem Rockfestival. Aber Kuhlmann lässt Martin nicht allein losziehen. Er stellt ihm Karl, den zwölfjährigen Neffen zur Seite, der sich nicht einfach bei Oma Rita am Bodensee parken lässt, sondern als blinder Passagier im klapprigen Volvo mitreist. Und spätestens hier hat mich Kuhlmann abgeholt und ich reise mit. Durch Karls Anwesenheit ergibt sich für Martin eine Situation, in die er sich nur schwer hineinfindet und ihn vor ungeahnte Probleme stellt. Denn Karl ist ein harter Brocken:
Weiter steht auf dem Cover: Wie ich mein Sternerestaurant zurückließ, in Italien Inspiration für neue Gerichte fand und mich am Ende selbst. Das beschreibt das Buch leider nicht korrekt. Dieses Buch ist viel mehr. Es wirft die Frage auf: Ist kochen Kunst, gehört Kochen in die Kunst-Betrachtung. Ich nehme die Antwort von Daniel Gottschlich vorweg. Sein Aufenthalt in Rom zeigt, dass sein Handel und Tun zur Kunst gehört. Daniel Gottschlich hat ein Stipendium an der Deutschen Akademie Rom – Villa Massimo erhalten. Er hat dort zu sich selbst gefunden, um weiter mit Mut immer neue Wege zu gehen. Die Villa Massimo in Rom ist eine der bedeutendsten Künstlerresidenzen Deutschlands. Sie wird von der Deutschen Akademie Rom verwaltet und vergibt jährlich Stipendien an herausragende Künstler aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Musik und Architektur. Jährlich vergibt die Akademie etwa 10 Stipendien. Die Auswahl trifft eine Jury. Seit kurzem öffnet sich die Akademie auch für neue Kunstformen – so erhielt Daniel Gottschlich als erster Koch ein Stipendium, was zeigt, dass auch die Kulinarik als kreative Disziplin Anerkennung findet. Das besondere an diesem Aufenthalt ist die intensive Auseinandersetzung mit der italienischen Kunst, Kultur und Geschichte. Daniel Gottschlich hat das intensiv für sich und seine Küche genutzt.