Es ist schon mein drittes Kochbuch von Cettina Vicenzino und ich kann mich nur wiederholen, ihre Bücher kann oder darf man nicht als Kochbuch bezeichnen. Natürlich sind köstliche Gerichte mit ihren Rezepten drin, in diesem Buch sogar 70 an der Zahl. Sie selbst sieht ihre Bücher auch nicht als Kochbücher, sie selbst sagt, wer die Küche Italiens und hier im besonderem von ihrer Heimat Sizilien verstehen will, muss die Geschichten mit ihren Traditionen, die Herkunft der Produkte, die Menschen, die die Produkte aufziehen oder herstellen und die Personen, die mit ihren Händen alles zu einem liebevollen Gericht kreieren, erlesen oder selbst erlebt haben. Gut, dass Cettina uns mit ihren Büchern daran teilhaben lässt. „Sizilien in meiner Küche“ ist genauso wie alle ihre Bücher ein Lese-Koch-Buch und Reiseführer für Menschen, die gerne die Hintergründe kennen möchten, den Genuss an gutem Essen erleben wollen und sich aufgefordert fühlen, den Spuren von Cettina zu folgen.
Verraten, Jussi Adler Olsen, Band 10 Sonderdezernat Q

Buchmesse 2011, dort traf ich Jussi Adler Olsen das erste Mal und führte ein fast einstündiges Interview mit ihm über seinen ersten Band der Sonderdezernat Q – Serie. Die Zeitung hatte mich geschickt, weil mein Kollege sich eine Lungenentzündung geholt hatte und ich ein besseres Englisch sprach. Dennoch war ich aufgeregt, den Jussi war auf dem besten Weg ein Weltbestseller-Autor zu werden. Doch den Menschen, den ich traf, war alles andere als ein VIP. Ein unglaublich großzügiger, gesprächsbereiter netter Kerl saß mir gegenüber. So wurde der Titel meines ersten Interviews mit ihm: Jussi Adler Olsen, ein Genie und ein netter Kerl mit beiden Füßen auf dem Boden. Ein Mensch zum Anfassen! Danach traf ich Jussi weiter vier Mal zu Interviews, zum Fototermin oder um ihm einfach Lakritz vorbeizubringen, dass er liebt.
Gelesen habe ich natürlich alles von ihm, nicht nur die Carl Morck Romane, auch alles andere und jedes seiner Bücher ist mehr als gut. Selbst seine Biografie ist ein kleiner Krimi!
Mit etwas Wehmut geht nun das Sonderdezernat Q zu Ende. Band 10, Verraten, ist erschienen und den letzten Band möchte ich mit einer kleinen Träne des Abschieds hier besprechen.
Alle die den ersten Teil Erbarmen gelesen haben, denen brauche ich nichts weiter zu erzählen, denn die haben bereits Band zehn gelesen. Doch für Sie lieber Leserinnen und Leser, die eventuell noch nie etwas von Carl Morck, Assad, Rose und Gordon vom Sonderdezernat Q gehört haben, denen widme ich meine Rezension. Denn man verbringt Qualitätszeit im Leben, wenn man Jussis Thriller liest. Und einmal gefangen ist man mitgehangen und das bis zum Ende. Darum besorgen Sie sich noch heute Erbarmen, den ersten Teil, um mit Jussi auf eine lange Thriller-Reise zu gehen, die mit Band zehn leider endet.
Jussi, gut gemacht, ich hoffe, wir hören weiterhin von dir!
Matt Basanisi & Gerd Schneider MEMENTO, Thriller nach wahren Begebenheiten
Die militärische Strategie Atomwaffen als Abschreckung zu haben zielt darauf ab, Feinde oder Angreifer davon abzuhalten, einen Angriff auf das gegnerische Land zu starten, da der Rückschlag verheerende Wirkung auf das eigene Land und die Bevölkerung haben würde. Durch den gegenseitigen Besitz von Atomwaffen hütet sich jeder Angreifer diese einzusetzen, weil diese eine sofortige Vergeltung durch den angegriffenen Staat nach sich ziehen würde, was zur Zerstörung beider Länder führen könnte. In der Erhaltung des Gleichgewichts sorgt, in der Theorie, die nukleare Abschreckung für Stabilität, weil keiner der beteiligten Staaten einen Krieg mit der totalen Zerstörung haben möchte. Doch was passiert, wenn nukleare Waffen in die Hände von unberechenbaren Landesoberhäupter, Präsidenten, Diktatoren, Despoten oder Schurken gelangen. Daher ist der Handel mit Equipment und der Verkauf des Knowhows strengstens verboten. Weltweit versuchen die Geheimdienste das zu unterbinden. Für Geld bekommt man leider alles, ohne dass die handelnden Personen sich Gedanken über die unwiderruflichen Folgen machen. Auf der Grundlage der Tinner-Affäre, einer Schweizer Familie, die in den 1990er und 2000er Jahren am internationalen Schmuggel von Atomtechnologie beteiligt gewesen sind und dabei mit Abdul Qadeer Khan, dem Vater des pakistanischen Atomwaffenprogramms in Verbindung standen. Der mit Hilfe der Tinners -Technologie und Knowhow an Iran, Libyen und Nordkorea verkaufte. Ein zentrales Element der Tinner-Affäre ist die Vernichtung von Beweismaterial durch die Schweizer Regierung. Matt Basanisi und Gerd Schneider haben aus diesem brisanten Thema einen authentischen Thriller gemacht mit sehr viel Aufklärung und Hintergrundgeschehen von verschiedenen Behörden und ausländischen Geheimdiensten.
Thomas Gottschalk: Ungefiltert | Bekenntnisse von einem, der den Mund nicht halten kann
Ich war neugierig und gespannt auf dieses Buch „Ungefiltert“. Neugierig auf die „Bekenntnisse“ und gespannt darauf, ob Thomas Gottschalk, der sich in die Schublade „alter weißer Mann“, sortiert fühlt, nicht nur den Mund nicht halten kann, sondern auch etwas zu sagen hat.
Seine Fans und Zielgruppe werden voll auf ihre Kosten kommen, in Erinnerungen schwelgen, an die vielen schönen Samstagabend- „Wetten, dass…-Sendungen“ mit all den Weltstars, die auf seinem Sofa Platz genommen haben, denken, und nicht glauben wollen, dass dieses dritte Buch, sein letztes sein soll. Nun, Gottschalk wäre nicht der erste Prominente, der von seinem Rücktritt zurücktritt. Schwerer haben es da schon seine Kritiker. Denn: er nimmt ihnen mit seiner pro und kontra-Argumentation schlicht den Wind aus den Segeln. Weiterlesen
Lisa Marie Presley: Von hier ins Ungewisse | Erinnerungen
Lisa Marie Presley – armes reiches Mädchen. Sollte ich jemals Lisa Marie beneidet haben, nach ihren Erinnerungen ganz sicher nicht mehr. Erwartet man, dass „Von hier ins Ungewisse“ traurige Erinnerungen sind, wird man feststellen, dass es noch viel trauriger ist. Ihr Königreich „Graceland“ war ein höchst toxischer Ort, angefüllt mit toxischen Menschen, die dieses kleine Mädchen gewähren ließen – was immer sie auch tat – aus Angst vor dem Mann mit dem einzigartigen Hüftschwung. Und so wurden der kleinen Prinzessin keine Grenzen aufgezeigt. Wild, ungezähmt, frech und auch hinterlistig wuchs sie auf, ständig den Drogen- und Alkoholmissbrauch der Familien- und Bandmitglieder vor Augen, war es ein kurzer Weg in die Weiterlesen
Duncan Beedie, Dieser Tag ist schwer, denkt der Bär, ein Vorlesebuch für Kinder ab drei Jahre mit Gratis-Hörversion
Ein humorvolles Bilderbuch über einen schlechten Tag mit einem guten Ende. Alle Probleme sind gar nicht so groß, wenn man sie anders betrachtet und dann ist es ein schöner Tag. Als ich das Buch in die Hand nahm, war ich gespannt auf die Gratis-Hörversion. Doch es gab gar keine CD. Es ist viel besser – ein QR-Code auf der zweiten Seite verspricht einem ein unbegrenztes Lesevergnügen. Also auch noch umweltfreundlich. Besser geht es nicht. Das Handy zur Hand genommen, mit der Foto-App darauf gehalten, angeklickt und mit der Anerkennung der Cookies ging es gleich mit dem Lese – Hörvergnügen los. Ja, Lese – Hörvergnügen, sie haben richtig gelesen. Man muss beides machen, wie es sich für ein Vorlesebuch gehört: vorlesen und mit den Kindern die Bilder betrachten. In diesem Fall übernimmt die Hörversion das Vorlesen und die Kinder werden durch ein Umblätter-Geräusch aufgefordert, selbständig weiter zu blättern. Ihr Kind oder Kinder lernen sehr schnell damit umzugehen. Sie hören und blättern mit dem gehörten Text. Ich, als Opa habe es sofort mit meinen Enkelkindern ausprobiert. Es ist eine Freude, die Kleinen dabei zu beobachten. Man kann natürlich auch ohne Hörversion vorlesen. Wie es sich für Eltern und Großeltern gehört. Duncan Beedie hat eine gelungene kindgerechte Geschichte sowohl aufgeschrieben und allerliebst illustriert.
Alexander Oetker, Wilder Wein, Ein Aquitaine-Krimi, Luc Verlains gefährlichster Fall
Es gibt doch nichts besseres, wenn man einen Kriminalroman über ein brisantes Thema liest, das gut recherchiert ist, zum Teil auf Wahrheiten beruht, mit Tatsachen belegt ist, gut bearbeitet, spannend verpackt und man bis zum Schluss nicht den Täter ermitteln kann. Zusätzlich sind die Bücher von Alexander Oetker hervorragende Reiseführer mit den Beschreibungen der Gegenden, den Weingüter mit ihren Weinen, den besten Lokalitäten und ihren angesagtesten Speisen und das Lebensgefühl der Menschen. Man ist noch beim Lesen und gleichzeitig auf den Sprung: da will ich hin. Ich möchte das Aquitaine auch erleben. Das ist der Stil von Alexander Oetker. Wer noch kein Fan von Alexander Oetker ist, fangen sie mit diesem Buch „Wilder Wein“ an und sie werden bestimmt die Vorgängerbücher und die Nachfolgenden verschlingen.
Judith Beier & Nora Imlau: Flieg, Hummelchen, flieg! Ein Mutmachbuch zum Lachen und Trösten Interview mit den Autorinnen
Ein wunderbar gemaltes Bilderbuch Kinderbuch von Lisa Rammensee, das liebevoll die Geschichte einer kranken Hummel zeigt. Umsorgt von Eltern und Geschwistern zeigt die Geschichte den Betrachtern das es Hilfe gibt wenn man krank ist. Auch wenn es lange dauert, muss man an Heilung glauben. Jammern hilft nicht. Auch im Krankenhaus gibt’s Hilfen. Das Buch ist auch von den gereimten Texten für Kinder leicht verständlich. Auch hat der „Experte“ von Vorlesebüchern sofort die Problematik auf dem Buchumschlag erkannt und da er mit Sensor und Insulinschlauch kämpft, kann er nachempfinden wie es dem Hummelchen geht. Den Eltern ist auch bewusst, wie den Hummels im Buch, dass sie kämpfen und stark sein müssen. Das Buch gibt hier Mut. Weiterlesen
Dirk Bernemann: Kalk
Es ist das erste Mal, dass sich Dirk Bernemanns und meine Wege kreuzen. Kaum zu glauben, gehört Bernemann doch zu den ungeheuer fleißigen Schreibern, die immer was zu sagen haben. Seit 2005 hat er immerhin 19 Romane und Kurzgeschichtenbände veröffentlicht. Und nun „Kalk“. „Stefan Kalk“. Kalk für den „in die Enge getriebenen alten weißen Mann“ oder doch eher Kalk, wie ein sehr wichtiges Salz, durch dessen unterschiedliche Verarbeitung, wie etwa Brennen oder Löschen, ein Kalkkreislauf entsteht durch den Kalk in jede gewünschte Form gebracht werden kann.
Also „Kalk“. Auf den ersten Blick ein sehr durchschnittlicher Mann im zweiten Lebensdrittel, dem selten ein zweiter Blick vergönnt ist. Aber das ist die Oberfläche. Wird daran gekratzt, und hört man Kalk zu, überrascht Weiterlesen
Sepia und das Erwachen der Tintenmagie, Theresa Bell

Eine geheimnisvolle Stadt in der Tinte und Bücher das wertvollste Gut sind, ein Waisenkind, das von einem Buchdrucker aufgenommen wird, Geheimnisse und Bleibuchstaben mit einem Eigenleben sind die besten Zutaten, um eine magische Geschichte zu erzählen. Wenn in Flohall Perlnacht ist, die erste Nacht des neuen Jahres, bleiben alle zu Hause, denn es bringt Unglück, in der Nacht auf den Straßen bei den Geistern zu sein. Nur leider wird Sepia ausgerechnet in der Nacht aus dem Waisenhaus abgeholt, um ihren Dienst beim Buchdrucker Silbersilbe aufzunehmen. Auch wenn die älteren Lehrlinge alles andere als nett zu Sepia sind, ist Meister Silbersilbe herzensgut. Und die beiden Lehrlinge des Buchbinders und der Malerin aus Flohall, Niki und Sanzio, werden in kürzester Zeit zu Sepias besten Freunden. So könnte Sepias Leben endlich schön werden, wenn nicht plötzlich ein Anschlag auf ein Café und dann ein Feuer in der Buchdruckerei ihr Leben völlig durcheinanderbringen würden. In dieser Nacht verschwinden die drei Meister und Niki, Sanzio und Sepia bleibt nichts anderes übrig, als nach ihnen zu suchen.
Das Buch ist der hübsche Auftakt einer neuen magischen Reihe, die ganz ähnlich wie bei Harry Potter von mutigen Kindern handelt, die gegen einen übermächtigen Feind kämpfen und ihre eigenen alchimistischen Fähigkeiten dabei entdecken.