Alle Artikel von Stephan Schwammel

Dieter Schwalm (Hrsg.), Wolfgang Kleinert (Hrsg.), Diverse: 10 Jahre Beste Bilder

Ja, ich gebe es zu, ich kann es kaum erwarten dass der neue Band „Beste Bilder“ aus dem Lappan Verlag erscheint. Dieser Band, der jedes Jahr neu erscheint, ist für mich so etwas wie ein gezeichneter Jahresrückblick. Darin ist auch immer das beste Cartoon des Jahres enthalten. Nunmehr haben die Verleger aus dem riesigen Angebot der Cartoonisten die allerbesten aus den letzten zehn Jahren ausgewählt. Die 550 besten Bilder sind in diesem nunmehr erschienenen Band veröffentlicht. Die Bandbreite der Bilder die die Lebenssituation der letzten zehn Jahren widerspiegeln, ist enorm. Religion, Umweltverschmutzung, Wetter, Arbeitswelt und Zusammenleben werden karikiert. Dabei sind die Cartoons immer politischer geworden. Dieser Band ist auch der Ausstellungskatalog, der zurzeit laufenden Ausstellung im Caricatura Museum in Frankfurt. Aber wer die Bilder dauerhaft ansehen will, muss natürlich unbedingt dieses Buch erwerben. Weiterlesen

Dirk Stermann: Der Hammer, Historienroman

Wie kommt das an, wenn ein Deutscher in Österreich zwar beliebt als Satiriker und Moderator, also unser Lanz in Österreich, sich eine österreichische Person aus dem 19. Jahrhundert heraussucht, einen Historienroman schreibt und den Protagonisten zum Antihelden macht. Einige Kritiken waren da schon zu hören.

Worum geht es? Stermann hat sich die Person Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall ausgesucht und seinen Werdegang von der Entwicklung eines armen Beamtensohnes, der mit viel Fleiß und Ehrgeiz zum besten Sprachschüler der Monarchie wird. Alles mit einem Ziel, um als Übersetzer und Diplomat in den Orient geschickt zu werden. Leider überschätzt er seine Person. Trotz der Anerkennung von Lehrern und Schülern werden die Adelsgeborenen vorgezogen. Hammer wird immer abgeschoben. Mit der Ungerechtigkeit behaftet, er ist doch der bessere Übersetzer, fällt er auf durch, ständiges Beschwerden über Vorgesetzte und ohne ein diplomatisches Verhalten in der Politik, so dass er immer weiter abgeschoben wird. Weiterlesen

Rebecca Gablé: Hiobs Brüder

Der Verlag hat sich entschlossen, das vorliegende Buch als Taschenbuch herauszugeben. Wieder ist es der Autorin gelungen die Zeit um 1150 n.Chr. lebendig werden zu lassen. Diesmal hat sich die Autorin mit der Zeit vor der Krönung Henry Plantagenet als englischer König, beschäftigt. Deutlich wird hier in dem Roman die Furcht vor dem Anderssein herausgearbeitet. Menschen mit Behinderungen werden gnadenlos weggesperrt und dem Hungertod preisgegeben. Auch das Verhältnis zwischen Juden und Christen ist ein wichtiger Punkt in diesem Roman. Im Roman vergisst natürlich die Autorin nicht, rechtschaffene Helden ins Feld zu führen und so ein wundervolles stimmiges Werk zu schaffen. Weiterlesen

Katrin Tempel: Bewährte Hausmittel neu entdecken

Bewährte Hausmittel

Alle reden vom Klima und in den seltensten Fällen denken die Menschen daran, dass sie selbst, ohne auf wichtiges verzichten zu müssen, das Klima auch in ihrer näheren Umgebung beeinflussen können. Wie? Das erklärt uns Katrin Tempel in ihrem Buch. Selbermachen ist Trend – und schont Umwelt und Ressourcen. Über die 288 Seiten mit 95-farbigen Abbildungen führt uns die Autorin über die Themen: Apotheke und Drogerie, Haushalt, Küche und Garten durch die verschiedensten Gebiete in denen wir ohne große Anstrengungen etwas tun können. Im Vorwort sagt die Autorin selbst, dass in ihrem Buch nichts Neues steht. Das Wissen und die Rezepte die hier zur Anwendung kommen, sind alles altbekannte Hausmittel. Sie wurden aber über die Zeit vergessen, oder durch die schöne neue Werbewelt verdrängt nehmen wir zum Beispiel die Kernseife, in vielen Augen eine miefige Angelegenheit, die aber im Ergebnis kostengünstiger und umweltfreundlicher die gleichen Ergebnisse erzielt wie hochkonzentrierte Waschmittel. Das vorliegende Buch, gehört eigentlich in jeden Haushalt und ist durch die konzentrierte Schilderung der Anwendungsgebiete äußerst hilfreich. Weiterlesen

Frank Goldammer: Juni 53

Es ist nunmehr 30 Jahre her, dass die innerdeutsche Grenze der Vergangenheit angehört. Dabei vergessen wir meistens, dass es bereits im Juni 1953 zu einem Aufstand der Arbeiter und Angestellten der DDR kam. Dieser Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und es gab viele Tote. Das ist die Rahmenhandlung in der der fünfte Fall für Max Heller spielt. Wieder wird sein kriminalistisches Gespür auf eine harte Probe gestellt, da es einen Widersacher des Ministeriums für Staatssicherheit gibt. Der Autor Frank Goldammer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und zeigt mit aller Deutlichkeit, die das damalige Regime mit seinen Bürgern umgegangen ist. Hoch spannende Literatur die auch der jetzigen Generation deutlich machen kann was es heißt in einer Diktatur zu leben. Weiterlesen

Martin Keune: Knockout

Heuraka möchte man ausrufen! Zufällig habe ich auf der Backlist des Bebra Verlages die Bücher des Autors Keune gefunden. Als ausgewiesener Freund des historischen Kriminalromans sind die Bücher eine Offenbarung. Heune erweist sich als profunder Kenner des alten Berlin und hat ein Händchen für spannende Geschichten. In seinem ersten Roman „Die Blender“ beschreibt er die Okkultische Szene die in den 30er Jahren für Furore sorgte und durch die Nazis gefördert wurde. In „Knock Out“ schildert er die damalige Boxwelt. Die Boxer, die nicht der Rassenlehre der Nazis entsprechen, die gehörlos, farbig oder „Zigeuner“ sind, werden systematisch ausgegrenzt. Man hat das Gefühl man ist mitten im Geschehen. Bei Fahrten oder Spaziergängen durch Berlin weiß man genau wie Moabit oder der Wedding riecht oder tickt. Weiterlesen

Ulf Schiewe: Der Attentäter

Kann ein Buch spannend sein, an dem Ende feststeht, wie es ausgeht. Ja, das gibt es. Das vorliegende Buch schildert die Ereignisse kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Wir wissen alle wie es ausgegangen ist, kennen aber nicht die Einzelheiten. Der Autor hält sich sehr an die vorhandenen Fakten ohne das romanhafte aus zu blenden. Interessant ist auch zu sehen, in wie weit die österreichische Ministerialbürokratie sich an diesem Attentat schuldig gemacht hat. Auch der Blickwinkel auf die serbischen Separatisten ist intensiv. Die Verhältnisse auf dem Balkan sind damals sehr verwirrend und auch heute noch sehr schwer nachzuvollziehen. Weiterlesen

Nicole Klauss: Die neue Trinkkultur, Speisen perfekt begleiten ohne Alkohol

Ja! Warum eigentlich nicht? Nicole Klauss beschwert sich in der Einleitung ihres Buches „Die neue Trinkkultur“ darüber, dass man, wenn man gut Essen geht, in einem gehobenen Restaurant meistens genötigt wird, Wein als Menübegleitung zu wählen. Viele dieser Restaurants haben dafür sogar einen Sommelier, also einen extra Weinkellner eingestellt. Dieser kommt nach der Wahl des Menüs an den Tisch und berät einen, welcher Wein zu den Gerichten passen würde. Diese Beratung ist auch fundiert und hilfreich. Nur warum muss man immer gleich zum Alkohol greifen? Warum kann man nicht alkoholfrei genießen? Warum gibt es dann nur Wasser still oder mit Kohlensäure versetzt? Eventuell noch Cola, Limonade oder Apfelsaftschorle. Nicole Klauss fragt zu Recht, warum gibt es in diesen guten Restaurants nicht auch eine Auswahl von alkoholfreien Getränken. Weiterlesen

Boris von Brauchitsch: Abgefahren. Die Automobilisierung in historischen Fotos aus Berlin

Am 11. Oktober ist von Boris von Brauchitsch ein weiteres Buch erschienen das anhand von mehr als 160 Bildern aufzeigt wie in Berlin Motorfahrzeuge die Straßen eroberten. Wie er in einem Telefoninterview mit dem Eschborner Stadtmagazin mitteilte, hat er damit seinen 4. Bildband zur Mobilität in Berlin veröffentlich. Der 1.Band „Ohne Motor“ handelt von Fahrrädern, der 2.Band „Unter Dampf“ über Bahnverkehr und der 3. Band „Abgehoben über die Fluggeschichte. Das Werk ist nicht nur für Berliner interessant, nein durch überregionale Bezüge wird das Werk auch für historisch interessierte Leser ein muss. Weiterlesen

Thomas Ziebula: Der rote Judas

Wenn wir über Kriegsverbrechen Deutscher Soldaten reden, dann ist uns meist nicht bewusst, dass diese Verbrechen eine lange unrühmliche Tradition haben. Das macht uns dieser historische Kriminalroman deutlich. Als die deutsche Reichswehr 1914 über das neutrale Belgien herfiel um die französischen Grenzbefestigungen zu umgehen, richtete sie unter der Zivilbevölkerung Grausamkeiten an. Deshalb verlangten die Siegermächte die Auslieferung von verbrecherischen Soldaten im Versailler Vertrag. Darum geht es in diesem Roman.

 

Weiterlesen