
Wer den Film »Das Weinende Kamel« gesehen hat, dem brauche ich über diesen Film nicht viel erzählen. Wer aber die Filme von Byambasuren Davaa nicht kennt, dem kann ich nur empfehlen, sehen Sie einen, dann werden Sie alle sehen. Einfühlsam für die Ursprünglichkeit der modernen Nomaden in der Mongolei, die Traditionen und die Liebe zu ihrem Land, erzählt sie eine Geschichte von heute. Eine Geschichte, die geprägt ist vom Raubbau an der Erde, von Geisterglauben und Familienzusammenhalt, aber auch von Smartphones und der Fernsehshow »Mongolia’s Got Talent«, bei uns als »Deutschland sucht den Superstar« bekannt ist.
So träumt auch der zwölfjährige Amra in der Show aufzutreten, als ein tragischer Unfall sein Leben auf den Kopf stellt. Er muss von heute auf morgen erwachsen werden und für sein Land und die Traditionen kämpfen. Er Film, der zu Herzen geht und Sehnsüchte nach Natur und Ritualen weckt, die uns Menschen langsam für immer entgleiten. Ein wunderbarer Film!


Das Buch Die Annonce gehört definitiv zur anspruchsvollen Literatur. Auch wenn die Geschichte so alt ist wie die Gesellschaft. Sie erzählt von der Not, der Qual, den Ängsten, Vorurteilen und auch Schuld einer Gruppe von Menschen, die versucht haben, ihr Leben so gut wie möglich zu meistern. Doch für zwei von ihnen ist der Zeitpunkt gekommen endlich etwas zu verändern, einem Zwang, einer Vergangenheit und vorbestimmten Zukunft zu entfliehen. Deshalb gibt der sechsundvierzigjährige Auvergne Bauer Paul eine Annonce auf:



Simon Watson ist ein junger, erfolgloser Bibliothekar, ein Träumer und Romantiker. Er lebt in einem alten Haus an der Küste Long Islands und das Meer fordert seinen Tribut, denn mit jedem Tag, der vergeht, bricht ein Stück Küste ab und zerstört dieses Haus. So ist sein Haus, wie ein Synonym seiner Lebensgeschichte. Denn als er ein altes Buch zugeschickt bekommt, in dem es anscheinend um seine Familie geht, bröckelt auch seine Existenz langsam und wird in die Fluten gespült. Das Geheimnis seiner Mutter, die sich im Meer das Leben nahm, als er noch ein kleiner Junge war und das Schicksal seiner jüngeren Schwester offenbaren sich, mit jeder Welle, die auch ihn fortspült. Dieses wunderschöne geschriebene Buch erinnert an Danielle Wallace Roman Big Fish, der mit Evan McGregor 2003 verfilmt wurde. Bestimmt ließ sich die Autorin davon inspirieren, denn einer ihrer Hauptprotagonisten heißt Amos, wie der Zirkusdirektor in dem Film.