Kategorie: Buchbesprechungen

David Enrich: Dark Towers, Die Deutsche Bank, Donald Trump und die Spur der Verwüstung

Wer die Nachrichten und Dokumentationen aus Funk, Fernsehen, digitaler Medien und Zeitungen mitverfolgt, kam nicht umhin zu erfahren, dass Donald Trump, trotz seiner Beteuerungen, ein super Geschäftsmann zu sein, aber schon fünf Insolvenzen verursacht hat. Trotzdem bestehen seine Firmen noch. Wie kann es sein, dass jemand mit Absicht seine Kredite nicht zurückbezahlt, vor Gericht noch Recht bekommt mit dem Argument: „Die Bank hätte mir nie den Kredit geben dürfen!“ Wenn man das in der Bankenwelt weiß, wie ist es dann noch möglich, dass eine Bank diesem säumigen Zahler einen Kredit nach dem anderen mit neuen Krediten ablöst um die laufenden Kredite zu begleichen? Weiterlesen

Stephan von der Lahrs: Das Grab der Jungfrau

In Rom wird gerade das dritte vatikanische Konzil vorbereitet. Gleichzeitig entdecken Wissenschaftler in Berkeley USA einen Papyrus von den Krokodilmumien aus den ersten Tagen der Christenheit. Da das Papyrus nur ein Fragment ist und der Text daher nicht vollständig ist,  aber eine große Aussage zum eventuellen Grab der Jungfrau, erinnert sich der Altertumswissenschaftler William Oakbridge, spezialisiert auf alte Sprachen, an eine Veröffentlichung aus der Bibliothek des Vatikans über ein ähnliches Papyrus-Fragment genannt P75/A. Könnte es sein, dass dieses beide Papyri zusammen gehören? Weiterlesen

Oliver Hilmes: Das Verschwinden des Dr. Mühe

Eine Kriminalgeschichte aus dem Berlin der 30er Jahre die besonders dadurch besticht, dass sie schnörkellos erzählt wird. Der ermittelnde Kommissar steht einem Rätsel und Menschen gegenüber, die nicht so sind wie sie scheinen und Geschichten erzählen die nicht wahr sind. Dabei spielt natürlich auch die Zeit, wir schreiben das Jahr 1932, eine Rolle. Die Berliner Verhältnisse, Wohn-und Lebensverhältnisse, werden sehr anschaulich vermittelt. Das Verschwinden des Dr. Mühe bleibt auch für die Leser ein Rätsel. Gegen Ende des Buches lichten sich aber die Nebel über dem Geschehen im Jahre 1932 liegen. Weiterlesen

David Wellington: Die letzte Astronautin

Wir schreiben das Jahr 2058 und die NASA die glorreiche Raumfahrtagentur der Amerikaner muss sich gegen private Raumfahrtagenturen behaupten. Insofern hat sich in der nahen Zukunft nicht viel geändert, auch nicht dass diese Agenturen besondere Rücksicht auf ihre Mitarbeiter nehmen. Es beginnt ein Wettlauf zwischen NASA und einem privaten Raumfahrtunternehmen um ein der Tiefe des Raums erschienenen Objekt zu erforschen und in Besitz zu nehmen. Dann entwickelt sich aber ein Drama, weil die Besatzung des kommerziellen Raumfahrtunternehmens auf diesem riesigen Objekt nicht mehr antwortet. Die NASA, langsamer als die Kommerziellen, beginnt mit der Suche. Dem Autor ist es gelungen, eine spannende Geschichte zu erzählen, die oft unerwartete Wendungen nimmt. Eine gut durchdachte und anspruchsvolle Science-Fiction Literatur. Weiterlesen

Ken Folett: Kingsbridge

Wer den Begriff Schmöker kennt dem sei gesagt, hier liegt einer vom Großmeister des Historienromans vor. Die 1024 Seiten sind voll von Spannung, historischen Details über eine Zeit in dem das Recht des Stärkeren gnadenlos herrschte. Wie immer bringt Folett den Kampf Gut gegen Böse, List gegen Offenheit in eindrucksvoller Weise zu Papier und weis sein Lesepublikum zu fesseln. Der Autor beleuchtet die Zeit vor seinen Bestsellern, Säulen der Erde und den anderen Büchern die insgesamt 38 millionenfach verkauft wurden. Die Jahrtausendwende war keine lustige Zeit. Wer auf der falschen Seite der Insel geboren wurde war leicht ein Sklavendasein beschieden und wer seine Pacht nicht zahlen konnte fand sich in Lohnsklaverei wieder. Natürlich kommt bei Folett die Liebe nicht zu kurz. Ein rundherum gelungenes Werk. Weiterlesen

Andrew Shaffer: HOPE RIDES AGAIN, Ein Fall für Obama und Biden

Andrew Shaffer hat eine Fortsetzung geschrieben um das ultimative Ermittlerteam Barack Obama und Joe Biden. Gemeinsam versuchen sie die Welt zu Retten und lösen ihren zweiten Fall. Worum geht es?

Eigentlich haben der Expräsident Barack Obama und sein Vizepräsident Joe Biden nur noch selten etwas miteinander zu tun. Denn so richtig gute Freunde waren sie nie. Doch dann ergibt sich eine Konferenz in Chicago, der politischen Heimat von Obama. Biden folgt der Einladung, um sich wieder mal mit Barack zu treffen und auch in der Hoffnung Barack als Unterstützer im Wahlkampf gegen Donald Trump zu haben. Wir schreiben nämlich das Jahr 2020. Weiterlesen

Ian Mortimer: Shakespeares Welt, So lebten, liebten und litten die Menschen im 16. Jahrhundert

Am 3. August 2020 kam die dritte Auflage auf dem Markt. Für uns ein Anlass dieses Buch nochmal zu rezensieren. Auch wenn sich die Lebenszeit von Shakespeare 1564 – 1616 und die Regierungszeit von Englands Königin Elizabeth I 1564 – 1603 nicht genau gleichen, so hat Ian Mortimer mit diesem Titel „ Shakespeares Welt“ für die Aufmerksamkeit gesorgt, die dieses Buch mehr als verdient hat. Mit Recht, denn Geschichtsbücher über Elizabeth I gibt es genügend. Ian Mortimer „Shakespeares Welt“ ist zugegeben ein etwas größeres Handbuch geworden, in dem er seine Leser auf eine Reise ins 16. Jahrhundert mitnimmt. Geprägt durch die Renaissance und der gravierenden Regierungszeit von Königin Elizabeth I.  Keine Besitztümer mehr in Frankreich; losgelöst von Europa; der katholischen Kirche und somit Rom entsagt; aber zum christlichen Glauben hält und  bei ihren Untertanen den Protestantismus durchsetzt und zum Kirchgang befiehlt. Allein, ohne Mann, sie heiratet nie, denn nach dem Gesetzt muss sie bei einer Heirat die Macht an ihren Mann abtreten, baut sie England zur erfolgreichsten Nation der damaligen bekannten Welt auf. Weiterlesen

Dai Sijie: Der kleine Trommler, Drei chinesische Geschichten

Chinesische Literatur ist immer etwas Besonderes. Die Denkweise der Autoren und die Möglichkeit frei zu schreiben sind stark eingeschränkt. Das vorliegende Büchlein macht hier eine Ausnahme; geradezu direkt spricht der Autor Korruption und gesellschaftliche Verhältnisse an. Da wird ein junger Mensch verkauft, gesundheitliche Produktionsbedingungen geschildert und Eltern Kind Verhältnisse problematisiert. Das Ganze verpackt der Schriftsteller in brillante Ausdruckskraft. Das Büchlein ist schon länger auf dem Markt täuscht aber nicht darüber hinweg, das die Verhältnisse in China sich nicht geändert haben. Weiterlesen

Rote Ikone

Rote Ikone ist schon der sechste Fall für Inspektor Pekkala, der im Russland während des Ersten und Zweiten Weltkriegs spielt. Inspektor Pekkala ist eigentlich Finne, doch durch die Großzügigkeit des Zaren wird aus dem jungen Mann schnell der wichtigste Geheimdienstler seiner Majestät, genannt das Smaragdauge. Er steht dem Zaren mit Rat und Tat zur Seite, besonders als eine der wichtigsten Ikonen Russlands gestohlen wird. Es ist nicht nur einfach ein Bild, es ist ein Heiligtum. Damals konnte die Ikone nie wiedergefunden werden, doch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs stolpert ein Rote Armee Soldat ausgerechnet auf deutschem Boden über das Bild. Stalin beauftragt keinen geringeren als Inspektor Pekkala, um erneut herauszufinden, wie die Ikone auf deutsches Gebiet gelangte.

Was für eine fantastische Erzählung, ein Krimi mit geschichtlichem Hintergrund und enormer Atmosphäre. Spannend, interessant, mit wunderbarem Erzählstil und vor allem mit riesigem Suchtpotenzial. Mir wird nichts übrig bleiben, als die anderen fünf Pekkala Krimis auch zu lesen.

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THOMAS REICHART: DAS FEUER DES DRACHEN mit Bericht der Buchvorstellung

Thomas Reichert, geboren 1971, lebte mit seiner 4 köpfigen Familie von 2014 bis 2019  in Peking. Er war dort verantwortlicher Chefredakteur des ZDF Studio Ostasien und machte die Berichterstattung über China, Taiwan, Nord- und Südkorea, Japan und die Philippinen. Aus seinen Eindrücken, Interviews, Reisen in die entlegensten Stellen und persönlich Erlebten beschreibt er in seinem Buch „ Das Feuer des Drachen“ die rasant, schnelle Entwicklung eines Chinas, das bei seiner Ankunft 2014 sich noch als Rückständig bezeichnet hat und keine 3 Jahre später selbstbewusst auf der Überholspur ist und nach dem Globus greift. Thomas Reichart ist kein Unbekannter. Er ist mehrfach als Autor zahlreicher Dokumentationen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem preisgekrönten Zweiteiler „ Die neue Seidenstraße – Chinas Griff nach Westen“. Wer den Zweiteiler mit verfolgt hat, weiß ungefähr wie brisant das Thema China ist. In diesem Buch vertieft und begründet Reichart seine Aussagen. Weiterlesen