Wenn Sie mich fragen: Lohnt sich ein Besuch auf der Buchmesse, kann ich nur sagen: ja, ja und nochmals ja! All diese vielen, wunderbaren Bücher und diese besondere Stimmung sind es wert.
Durchaus positiv zu sehen ist das erweiterte Sicherheitskonzept der Buchmesse. Besucher wie Aussteller müssen sich ggfs. Personen- und/oder Taschenkontrollen unterziehen, nachdem sie die Körperscanner passiert haben. Dafür steht eine Halle zur Verfügung und ausreichend Sicherheitspersonal sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
Mehr als 4300 Aussteller aus 131 Ländern bieten ihre Werke wohlfeil und die stoßen sowohl bei den Fachbesucherinnen und Fachbesuchern – vorsichtige Schätzungen gehen von 114.000 Fachbesucher*innen aus – als auch bei Privatbesuchern auf ungebrochenes Interesse. Dennoch hört man kritische Stimmen vom Gastgeberland Italien. Es wird nicht genug gelesen. Das können die Verlage der „New Adult Literatur“ nicht bestätigen. Bei ihnen boomt es. Ihre Klientel ist leicht im Gedränge auszumachen: sie tauchen in größeren Gruppen auf und sind im Stil ihrer Romanheldinnen und Helden gekleidet und feiern ihre Autoren, deren Geschichten und – ein kleines bisschen auch sich selbst. Der Wandel ist nicht zu übersehen. Davon zeugt auch das neue „Game Business Center“ für Computerspiele und das doppelt so große Areal für Hörbücher und Podcasts. Weiterlesen
Ich war neugierig und gespannt auf dieses Buch „Ungefiltert“. Neugierig auf die „Bekenntnisse“ und gespannt darauf, ob Thomas Gottschalk, der sich in die Schublade „alter weißer Mann“, sortiert fühlt, nicht nur den Mund nicht halten kann, sondern auch etwas zu sagen hat.
Lisa Marie Presley – armes reiches Mädchen. Sollte ich jemals Lisa Marie beneidet haben, nach ihren Erinnerungen ganz sicher nicht mehr. Erwartet man, dass „Von hier ins Ungewisse“ traurige Erinnerungen sind, wird man feststellen, dass es noch viel trauriger ist. Ihr Königreich „Graceland“ war ein höchst toxischer Ort, angefüllt mit toxischen Menschen, die dieses kleine Mädchen gewähren ließen – was immer sie auch tat – aus Angst vor dem Mann mit dem einzigartigen Hüftschwung. Und so wurden der kleinen Prinzessin keine Grenzen aufgezeigt. Wild, ungezähmt, frech und auch hinterlistig wuchs sie auf, ständig den Drogen- und Alkoholmissbrauch der Familien- und Bandmitglieder vor Augen, war es ein kurzer Weg in die
Es ist das erste Mal, dass sich Dirk Bernemanns und meine Wege kreuzen. Kaum zu glauben, gehört Bernemann doch zu den ungeheuer fleißigen Schreibern, die immer was zu sagen haben. Seit 2005 hat er immerhin 19 Romane und Kurzgeschichtenbände veröffentlicht. Und nun „Kalk“. „Stefan Kalk“. Kalk für den „in die Enge getriebenen alten weißen Mann“ oder doch eher Kalk, wie ein sehr wichtiges Salz, durch dessen unterschiedliche Verarbeitung, wie etwa Brennen oder Löschen, ein Kalkkreislauf entsteht durch den Kalk in jede gewünschte Form gebracht werden kann.
Licht aus – Spot an! Die Show beginnt und ich sitze gefühlt in der ersten Reihe. Die Komikerin und Bestsellerautorin hält, was Sabine Bode verspricht. Man merkt, Bode ist ein „alter Hase“. Das Timing – das bekannter Weise darüber entscheidet, ob ein Gag reüssiert oder floppt – stimmt. Wer vermag schon zu sagen, ob bereits alles über diese vier Schweden geschrieben ist. Solange ihre Musik erklingt und die Menschen, mittlerweile die dritte Generation, dazu mit dem Fuß wippen oder gar Tanzen, werden Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid die Fantasie der Menschen beflügeln. Und das tun sie immerhin seit einem halben Jahrhundert! Ich denke, dass jede nächste Generation einen anderen Ansatz hat und andere Aspekte in den Mittelpunkt ihrer
Harrods Food Halls sind für Foodies der kulinarische Himmel auf Erden und wenn der Chefpatissier ein veganes Backbuch schreibt, darf man gespannt sein. Und ich wurde nicht enttäuscht. Khoury ist nicht einfach hergegangen und hat Butter durch Margarine ersetzt. Zutat für Zutat kam auf den Prüfstand. Khoury, wie er sagt, wollte natürliche Zutaten verwenden, aber keinen Kompromiss hinsichtlich der Köstlichkeit und Nachhaltigkeit eingehen. Er glaubt fest daran, dass pflanzenbasierte Desserts und Kuchen die Zukunft sind und setzt sich für Tierrechte und Umweltschutz ein.
Ich bin Küchengärtnerin im zweiten Lehrjahr und noch immer auf der Suche nach einem ultimativen, Rat gebendem Sachbuch für Praktiker. Kurz und knapp, dabei einprägsam, ermutigend und erfolgversprechend, so stelle ich mir das vor. Und so haben es die Schwestern Elisabeth Grindmeyer und Stephanie Haßelbeck geschrieben. Slow Gardening ist ein ganzjähriger Begleiter: vom Saatkorn bis zur Verarbeitung, von der Beet Planung bis zum leckeren Gericht auf dem mit Blumen aus dem Garten geschmückten Tisch. Mit praktischen Hinweisen, übersichtlich gestaltet, tollen, anregenden Fotos und dabei ganz unaufgeregt und entspannt. Dass das Buch jetzt im Herbst erscheint, gereicht ihm nicht zum Nachteil. Im Gegenteil. Nach dem Gartenjahr
Die Briten sagen: it takes two to tango (es braucht zwei zum Tango tanzen). In diesem Fall bedurfte es eines visionären Verlegers und eines sachkundigen Autors. Niemand Geringerem als dem weltweit als bedeutendster Gegenwartskünstler geltende Maler Gerhard Richter gilt das Interesse. Sicher, den Namen hat man schon gehört, aber Richter ist kein Promi, niemand, der über jeden roten Teppich geht oder mit einem Sektglas in der Hand freundlich in die Kamera schaut. Für Uwe Schneede, der u.a. an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrte, ist er „Der unbedingte Maler“. Der Einband ist sachlich kühl gestaltet, die Einbandabbildung zeigt Richter vor dem Bild Strip von 2011. Wer den Einband abmacht, erlebt eine kleine Überraschung! Die
Ein gefeiertes und prämiertes Debüt hinzulegen ist eine Sache. Nachzulegen und Publikum, Juroren und Kritiker gleichermaßen zu begeistern ist eine andere Sache – eine Kunst. Beides ist Sara Strömberg gelungen und – wohlgemerkt – Krimifans, keine Thriller Liebhaber, können sich glücklich schätzen, dass dieser neue Stern am schwedischen Krimiautorenhimmel nun übersetzt in Deutschland erhältlich ist. Strömberg beherrscht die Kunst des bildhaften Erzählens, sprachlich überrascht und begeistert sie. In drei Sätzen beschreibt sie Situationen oder Orte wie zum Beispiel ein Maleratelier und alles ist gesagt. Nahezu poetisch sind ihre Landschaftsbeschreibungen und nach wenigen Seiten bin ich eingetaucht in die Welt der Protagonistin Vera Bergström und ihre Geschichte. Nachvollziehbar und logisch entwickelt sich
Laut Herausgeber Rainer Weiss stand am Ende eines geselligen Herrenabends der Titel fest: Goethes Fäuste. Und ihm fiel die Aufgabe zu, die Seiten hinter dem Titel zu füllen. Dabei herausgekommen – ein Goethe-to-go! Ein Büchlein von handlichem Format, sozusagen für die Westentasche. Immer dabei und griffbereit. In Zeiten in der einer Yoga-gestählten Gesellschaft fernöstliche Weisheiten locker über die Lippen kommen, es als unzumutbar gilt, Schüler Gedichte auswendig lernen zu lassen und das Unwort des Jahres „eine ausgeglichene Work-Life-Balance“ sein könnte, fragt man sich: warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Schlag nach bei Goethe, denn da steht was drin. Angesichts des gesegneten, hohen Alters Goethes, verwundert der Umfang seines Gesamtwerkes nicht. Eher versetzt die Aktualität in