Elke Nansen: Tödliches Rheiderland, Ostfrieslandkrimi

Ich weiß nicht, ob es ihnen auch so geht. Man hat ungefähr ein Gespür, wann etwas Wichtiges ansteht, wie zum Beispiel der nächste TÜV für das Auto. Oder wie in diesem Fall – Wann kommt das nächste Buch von Elke Nansen raus? Das müsste doch jetzt eigentlich sein. Ich bin fast süchtig nach diesen Ostfrieslandkrimis von Elke Nansen. Man fiebert diesem Termin schon fast entgegen. Und wenn er endlich da ist, will man der Erste im Buchladen sein. So geht es jedenfalls mir, wenn ich auf Elke Nansen‘s mörderisch, tödlichen Folgeband warte. Und dieses Mal heißt „Tödliches Rheiderland“. Das Land zwischen Ems und Dollart. Ein deutsch–niederländischer Landstrich. Wie könnte es anders bei Elke Nansen sein, Ostfriesland auf deutscher Seite und auf holländischer Seite in der Gemarkung Groningen. Weiterlesen

Bert Wagendorp: Tanz um die Wahrheit

Tanz um die Wahrheit von Bert Wagendorp

Ein Roman, der in den Niederlanden spielt, hat das Thema Wahrheit im Mittelpunkt seiner Handlung. Ein Kolumnist einer führenden Zeitung will seine Leser darüber informieren dass der Geheimdienst Pressemeldungen lanciert hat. Er ist aber absolut verwundert darüber, dass die Leserschaft die Zeitung verhöhnt und die Zeitung abbestellt. Der Autor geht auch der Frage nach, wie viel Wahrheit kann ich dem Leser zumuten. Kann man die Wahrheit veröffentlichen obwohl sie für einige Menschen gefährlich wird? Wie stelle ich fest wann Politiker die Wahrheit oder Teile davon mitteilen oder von etwas gewusst haben? Aus diesen ganzen Fragen macht der Autor ein spannendes Romanwerk das in der heutigen Zeit von FakeNews geradezu zum Nachdenken zwingt. Neben dieser Handlung, schildert uns der Autor eine Familiengeschichte die wohl nur in den Niederlanden passieren konnte. Weiterlesen

Susanne Abel: Stay away from Gretchen

Der Kölner Nachrichtenmoderator Tom Monderath macht sich Sorgen um seine 84-jährige Mutter Greta, die mehr und mehr vergisst. Als die Diagnose Demenz im Raum steht, ist Tom entsetzt. Bis die Krankheit seiner Mutter zu einem Geschenk wird: Erstmals in ihrem Leben erzählt Greta von sich – von ihrer Kindheit in Preussisch Eylau mit den geliebten Großeltern, Der Flucht vor den russischen Soldaten im eisigen Winter, ihrer Begegnung mit dem GI Robert Cooper in Heidelberg. Ist das der Schlüssel, um Gretas Traurigkeit zu verstehen, die auch Toms Kindheit überschattet hat? Als Tom auf Briefe und Bilder aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stößt, kommt er einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur. Wer ist das kleine Mädchen auf dem Foto, das Greta wie einen Schatz hütet? Mehr und mehr erkennt Tom, dass auch sein Lebensglück mit der Vergangenheit seiner Mutter verknüpft ist … Weiterlesen

Sandrine Albert: Mord Au Vin: Ein kulinarischer Bordeaux-Krimi

Ich habe immer angenommen, dass man Privatdetektiv wird aus einer Eingebung und sich dazu erklärt oder bestenfalls man eine polizeiliche Ausbildung gemacht hat, wie meistens im Film, mit dem starren Beamtensystem nicht zurechtkommt und sich dem abwendet, um selbständiger Detektiv zu werden. Für mich war neu und dass habe ich aus diesem Buch gelernt, dass man in Frankreich Detektiv studieren kann. Diesen interessanten Umstand hat die Autorin Sandrine Albert genutzt und danach eine Protagonistin für ihren Kriminalroman geschaffen. Jung, gutaussehend, intelligent, charmant, selbstbewusst mit einer Mischung aus Agatha Christie und James Bond. Weiterlesen

Alex Beer: Der letzte Tod, Ein Fall für August Emmerich

Wir schauen durch diesen Roman direkt in das Wien von 1922. Eine wirtschaftlich zerstörte Stadt die am Anfang einer galoppierenden Inflation steht und deren Einwohner in Löchern wohnen die man nicht Wohnungen nennen kann. Die Polizei ist schlecht ausgerüstet und in bürokratischen Denkmustern gefesselt. Der Protagonist, August Emmerich kann sich dem nur entziehen weil er brillante Ergebnisse erzieht. Deshalb hat er auch Feinde die ihm tödlich nahe kommen. Da sich die Täter nicht auf Wien beschränken muss Emmerich auch ins Ausland reisen. Die Mordinspektion „Leib und Leben“ arbeitet wieder auf Hochtouren und wir, die Leser, fiebern mit.

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Gerry Disher: Barrier Highway, Ein Constable-Hirschhausen-Roman (3)

Unser Mann im Outback: Paul Hirschausen. Der Retter der Witwen und Weisen. Er ist als degradierter Fahnder als Dorfpolizist in Der Woll- und Weizengegend gelandet und hat seine „Schäfchen“ gut im Griff, wären da nicht die. Bösen Buben die die Leute über Ohr hauen und einen waren Tsunami an Verbrechen auslösen. Hirschhausen hat ne Menge zu tun. Er selbst muss sich auf die verschiedensten Weisen seiner Haut erwehren. Disher in seiner ruhigen Erzählweise bringt die Atmosphäre dieses Landstrichs bis in unsere Wohn- u. Lesezimmer.

 

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Andy Weir: Der Astronaut

Wieder hat der Autor ein fulminantes SI FI Wissenschaftswerk abgeliefert. Weir kreiert exterrestrische Wesen und Planeten die er uns mit vielen wissenschaftlichen Details präsentiert. Die Spannung steigt wenn festgestellt wird, dass die Sonne weniger Strahlkraft hat und das Leben auf der Erde zu erlöschen droht. Ein Raumschiff soll den Grund erforschen. Es ist klar dass es auch zum Zusammentreffen mit anderen Lebewesen kommt. Der Autor hat da die ausgefeiltesten Ideen. Da „Der Marsianer“ kongenial verfilmt wurde kann man auf diesen Film mit diesem erstklassigen Werk als Vorlage hoffentlich etwas Ähnliches produzieren. Weiterlesen

Viet Than Nguyen: Die Idealisten

Die Idealisten von Viet Thanh Nguyen

Die wunderbare, bildhafte Sprache lässt Bilder in einer Geschwindigkeit entstehen, die atemlos macht, wodurch „Die Idealisten“ als Einschlaflektüre ausfallen. Es empfiehlt sich das Buch aufmerksam zu lesen und nicht der Versuchung zu erliegen, die Seiten schneller umzuschlagen. Einzig bei den Beschreibungen der Gewalttaten nimmt der Erzähler Tempo raus. So wie dem Ich-Erzähler wird auch dem Leser alles abverlangt, wenn der Erzähler sich mal als Ich, Du und dann als Wir vorstellt. Und so verwundert es auch nicht, dass ein Mann, der sich als Mann mit zwei Gesichtern sieht, immer wieder unvermittelt in Tränen ausbricht, weil er für alle Seiten – Kommunisten, Kapitalisten – Kolonialisten – Sympathien aufbringt und darüber sinniert: „Die Jahre als Spion, Schläfer und Maulwurf hatten mich einem so großen Stress ausgesetzt, dass das Gewinde meiner Schraube jetzt ausgeleiert war. Solange sie fest angezogen gewesen war, hatten meine zwei Seelen einigermaßen gut zusammengearbeitet. Jetzt drehte meine Schraube durch – der allgemeine Zustand der Menschheit – und saß nicht mehr fest.“ Weiterlesen

Yassin Musharbash: Russische Botschaften

Yassin Musharbashs soeben erschienene dritte Thriller, Russische Botschaften, ist auf Augenhöhe mit seinen – von den Kritikern hochgelobten – Vorgängern und bestätigt, der Autor hat vom Besten des Genres gelernt, dem er auch diesen Thriller widmet: John le Carré. Musharbash sucht für seinen Plot nicht in den Sternen, sondern bemüht das Hier und Jetzt. Seine Protagonisten:innen springen nicht aus Flugzeugen, kämpfen nicht mit dem Gegner auf dem Dach eines fahrenden Zuges und müssen auch nicht die ganze Welt retten: nur die Wahrheit. Die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf, ohne zu langweilen und gibt mir die Gelegenheit meinen Platz in dem Team von Investigativjournalisten zu finden. Ich verstehe, wie sie arbeiten, akribisch, vorsichtig und umsichtig, auf höchste Sicherheit bedacht, bemüht keine Spuren zu hinterlassen, denn es gibt ernstzunehmende Hinweise, dass der Feind auch in den eigenen Reihen zu finden ist. Mir gefällt, wie mit Fortschreiten der Geschichte, der Autor seine Protagonistin Merle Schwalb an der Geschichte wachsen lässt. Sie, ihre Schüchternheit, die ihr in der Vergangenheit im Wege stand, eine ganz große unter den Besten zu werden, überwindet und die Führungsrolle übernimmt. Weiterlesen

The Rules of Magic, Alison Hoffmann

Eigentlich ist der zweite Titel, Eine zauberhafte Familie, irreführend. Denn man erwartet ein hübsches, magisches Märchen über eine Familie im New York der 60er Jahre. Doch die Geschichte sprüht nicht vor Lebenslust und lustigen Begebenheiten, die durch Magie entstehen kann. Es ist eher die Geschichte eines uralten Fluchs und den Preis, den man als magische Person zahlen muss. So lernen die drei Geschwister Franny, Jet und Vincent auf sehr harte Art, was ihre Magie sie kostet. Denn die wichtigste alle Regeln ist: Verliebe dich nie, niemals! Doch wie einfach ist es die Liebe abzuwehren, vor allem wenn man ein romantischer junger Heranwachsender ist. Können die Geschwister ihrem Schicksal entgehen? Wenn, dann nur gemeinsam.

Es ist ein nettes, melancholisches Buch, das von Familien und Geschwisterliebe handelt. Von den Schritten, die auch nichtmagische Personen manchmal im Leben nehmen müssen, um unschuldige Menschen zu beschützen. Eine kleine feine Urlaubslektüre. Weiterlesen