Rebecca Gablé: Hiobs Brüder

Der Verlag hat sich entschlossen, das vorliegende Buch als Taschenbuch herauszugeben. Wieder ist es der Autorin gelungen die Zeit um 1150 n.Chr. lebendig werden zu lassen. Diesmal hat sich die Autorin mit der Zeit vor der Krönung Henry Plantagenet als englischer König, beschäftigt. Deutlich wird hier in dem Roman die Furcht vor dem Anderssein herausgearbeitet. Menschen mit Behinderungen werden gnadenlos weggesperrt und dem Hungertod preisgegeben. Auch das Verhältnis zwischen Juden und Christen ist ein wichtiger Punkt in diesem Roman. Im Roman vergisst natürlich die Autorin nicht, rechtschaffene Helden ins Feld zu führen und so ein wundervolles stimmiges Werk zu schaffen. Weiterlesen

Katrin Tempel: Bewährte Hausmittel neu entdecken

Bewährte Hausmittel

Alle reden vom Klima und in den seltensten Fällen denken die Menschen daran, dass sie selbst, ohne auf wichtiges verzichten zu müssen, das Klima auch in ihrer näheren Umgebung beeinflussen können. Wie? Das erklärt uns Katrin Tempel in ihrem Buch. Selbermachen ist Trend – und schont Umwelt und Ressourcen. Über die 288 Seiten mit 95-farbigen Abbildungen führt uns die Autorin über die Themen: Apotheke und Drogerie, Haushalt, Küche und Garten durch die verschiedensten Gebiete in denen wir ohne große Anstrengungen etwas tun können. Im Vorwort sagt die Autorin selbst, dass in ihrem Buch nichts Neues steht. Das Wissen und die Rezepte die hier zur Anwendung kommen, sind alles altbekannte Hausmittel. Sie wurden aber über die Zeit vergessen, oder durch die schöne neue Werbewelt verdrängt nehmen wir zum Beispiel die Kernseife, in vielen Augen eine miefige Angelegenheit, die aber im Ergebnis kostengünstiger und umweltfreundlicher die gleichen Ergebnisse erzielt wie hochkonzentrierte Waschmittel. Das vorliegende Buch, gehört eigentlich in jeden Haushalt und ist durch die konzentrierte Schilderung der Anwendungsgebiete äußerst hilfreich. Weiterlesen

Frank Goldammer: Juni 53

Es ist nunmehr 30 Jahre her, dass die innerdeutsche Grenze der Vergangenheit angehört. Dabei vergessen wir meistens, dass es bereits im Juni 1953 zu einem Aufstand der Arbeiter und Angestellten der DDR kam. Dieser Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und es gab viele Tote. Das ist die Rahmenhandlung in der der fünfte Fall für Max Heller spielt. Wieder wird sein kriminalistisches Gespür auf eine harte Probe gestellt, da es einen Widersacher des Ministeriums für Staatssicherheit gibt. Der Autor Frank Goldammer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und zeigt mit aller Deutlichkeit, die das damalige Regime mit seinen Bürgern umgegangen ist. Hoch spannende Literatur die auch der jetzigen Generation deutlich machen kann was es heißt in einer Diktatur zu leben. Weiterlesen

Für das Leben eines Freundes, Film Blue-ray und DVD

Ein Film aus dem Jahre 1998, aber immer noch brandaktuell! Es stellt die Frage: Wie weit würde man gehen, um das Leben eines Freundes zu retten?

Das ganze Arrangement des Films ist so angelegt, dass es heute spielen könnte und dementsprechend zeitlos wirkt. Damit merkt man dem Film seine zweiundzwanzig Jahre nicht im Geringsten an. Nur wird einem auffallen, wie jung Joaquim Phoenix und Vince Vaughn in ihren Rollen sind.

Das Thema jedoch ist heutzutage aktueller denn je. Es geht um Moral, Freundschaft und vor allem die Bereitschaft für das Leben eines Menschen einen großen Verzicht, in Kauf zu nehmen. Eine Entscheidung zu treffen, bei der man über sich selbst hinauswachsen muss. Immer noch großes Kino und jetzt ab 21.02.2020 auf Blu-ray erhältlich.

Weiterlesen

Martin Keune: Knockout

Heuraka möchte man ausrufen! Zufällig habe ich auf der Backlist des Bebra Verlages die Bücher des Autors Keune gefunden. Als ausgewiesener Freund des historischen Kriminalromans sind die Bücher eine Offenbarung. Heune erweist sich als profunder Kenner des alten Berlin und hat ein Händchen für spannende Geschichten. In seinem ersten Roman „Die Blender“ beschreibt er die Okkultische Szene die in den 30er Jahren für Furore sorgte und durch die Nazis gefördert wurde. In „Knock Out“ schildert er die damalige Boxwelt. Die Boxer, die nicht der Rassenlehre der Nazis entsprechen, die gehörlos, farbig oder „Zigeuner“ sind, werden systematisch ausgegrenzt. Man hat das Gefühl man ist mitten im Geschehen. Bei Fahrten oder Spaziergängen durch Berlin weiß man genau wie Moabit oder der Wedding riecht oder tickt. Weiterlesen

Frankly in Love, David Yoon

Frankly in Love ist nicht nur ein Jugendbuch, bei dem es um eine verbotene Highschool-Liebe geht. Es erzählt von den ethnischen Unterschieden der multikulturellen Schüler einer Highschool in Kalifornien. Die Jugendlichen wollen sich selbst frei wie Amerikaner fühlen, weil sie Amerikaner sind, wären da nicht ihre Eltern. Diese Geschichte erzählt Frank Li, ein in den USA geborener Teenager, deren Eltern konservative Koreaner sind. Und so beginnt es als Jugendbuch, denn Frank Li ist zu Anfang des Romans noch ein Jugendlicher und berichtete seine Geschichte mit manchmal naiven Worten. Doch dann berührt ihn die erste Liebe mit Brit, die von seinen Eltern niemals toleriert würde. So schmiedet er ein Komplott und stiehlt sich Zeit mit Brit, nur um festzustellen, dass das Leben kein Kinderspiel mehr ist. Frank Li wird erwachsen und so endet das Buch als Erwachsenenbuch. Es mutiert von Teenagerliteratur zu einem Roman mit einer ganzen Menge Lebensphilosophie.

Nicht nur ein tolles Buch für Jugendliche, die noch auf der Suche nach ihrem eigenen Selbst sind, sondern auch ein Buch für jung gebliebene Erwachsene.

Weiterlesen

Catherine Nixey: Heiliger Zorn, Wie die frühen Christen die Antike zerstörten

Ich habe mich immer gefragt, warum sind alle Tempel der Antike zerstört der Serapeum oder Ruinen wie die Akropolis. Haben die Barbaren mit der Einnahme Roms diese Tempel zu Steinbrüchen gemacht, um ihre spärlichen Behausungen zu bauen? Wie ist es passiert, dass die Antike Kultur mit ihren Philosophen und schon weitreichenden wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Mathematik, Physik, Astronomie in Vergessenheit geraten konnte. Wo sind die Schriftrollen von der Bibliothek in Alexandria geblieben.  Es gibt sehr wenig Literatur darüber und selbst bei Google oder Wikipedia wird man immer nur auf Schriften vom Judentum oder Christentum hingewiesen. Wenig weißt auf die Kultur der Antike hin. Weiterlesen

Ulf Schiewe: Der Attentäter

Kann ein Buch spannend sein, an dem Ende feststeht, wie es ausgeht. Ja, das gibt es. Das vorliegende Buch schildert die Ereignisse kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Wir wissen alle wie es ausgegangen ist, kennen aber nicht die Einzelheiten. Der Autor hält sich sehr an die vorhandenen Fakten ohne das romanhafte aus zu blenden. Interessant ist auch zu sehen, in wie weit die österreichische Ministerialbürokratie sich an diesem Attentat schuldig gemacht hat. Auch der Blickwinkel auf die serbischen Separatisten ist intensiv. Die Verhältnisse auf dem Balkan sind damals sehr verwirrend und auch heute noch sehr schwer nachzuvollziehen. Weiterlesen

Hans-Joachim Noack: Die Weizäckers

Die Weizsaeckers Eine deutsche Familie von Hans-Joachim Noack

Keine andere Familie hat die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre wohl mehr geprägt als die Weizäckers. Das interessante oder mal viel einfacher ausgedrückt, das Schöne an Biographien, es hat sich einer daran gemacht, recherchiert, nachgelesen, erzählen lassen und aufgeschrieben. So erfährt man immer etwas über eine Person und hier sogar über eine ganze Familie den „Weizäckers“. Kann es einer besser machen als Deutschlands Kanzlerbiographen Hans-Joachim Noack. Hans-Joachim Noack schreibt nicht nur das Recherchierte, das Gelesene oder Erzählte. Hans Joachim Noack ist durch seine Tätigkeit als Journalist ganz nah an die Weizäckers ran gekommen. Man kann ihn sozusagen als Zeitzeugen, wenn nicht sogar als Weggefährten sehen. Speziell zu unserem Bundespräsidenten Richard von Weizäcker. So ist es auch nicht verwunderlich, dass zum Schluss der Familienbiographie das Hauptaugenmerk auf Richard von Weizäcker liegt. Weiterlesen

Nicole Klauss: Die neue Trinkkultur, Speisen perfekt begleiten ohne Alkohol

Ja! Warum eigentlich nicht? Nicole Klauss beschwert sich in der Einleitung ihres Buches „Die neue Trinkkultur“ darüber, dass man, wenn man gut Essen geht, in einem gehobenen Restaurant meistens genötigt wird, Wein als Menübegleitung zu wählen. Viele dieser Restaurants haben dafür sogar einen Sommelier, also einen extra Weinkellner eingestellt. Dieser kommt nach der Wahl des Menüs an den Tisch und berät einen, welcher Wein zu den Gerichten passen würde. Diese Beratung ist auch fundiert und hilfreich. Nur warum muss man immer gleich zum Alkohol greifen? Warum kann man nicht alkoholfrei genießen? Warum gibt es dann nur Wasser still oder mit Kohlensäure versetzt? Eventuell noch Cola, Limonade oder Apfelsaftschorle. Nicole Klauss fragt zu Recht, warum gibt es in diesen guten Restaurants nicht auch eine Auswahl von alkoholfreien Getränken. Weiterlesen