Talberg 1977, Teil II der Trilogie von Max Korn

Talberg 1977 von Max Korn

Der zweite Teil der Talberg-Trilogie erstaunte mich erst einmal. Denn dieser Band knüpft erst nicht bei den Charakteren an, bei denen das erste Buch aufhörte. Zwar ist die siebzigjährige Maria eine uneheliche Tochter des Bäckers Georg Leiner und war ebenfalls gleich zweimal mit Männern der Steiner Familie verheiratet, doch sonst scheint sie, augenscheinlich nichts mit Elisabeth Steiner zu tun haben, um die es in Talberg 1935 ging. Die einzige Ähnlichkeit zwischen den beiden Frauen zweier Generationen ist ihre Kräuterkunde, die tiefe Verwurzelung mit dem unheimlichen Wald und das die boshaften Dörfler beide für Hexen hielten.

Sehr erstaunlich, ich hatte beim zweiten Teil etwas anderes erwartet. Dennoch ist es ein sehr spannendes, überraschendes Konzept für eine Trilogie. Und am Ende versteht man, wie Talberg 1935 und 1977 zusammengehört, weil die Familienbande verständlich werden. Hoffentlich müssen wir nicht zu lange auf Talberg 2022 warten.

Max Korn ist das Pseudonym eines deutschen Autors. Seine Romane stehen regelmäßig in den Top 20 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Einen Teil seiner Jugend verbrachte Korn in dem kleinen Ort Thalberg im Bayerischen Wald, dessen Geschichte und Legenden ihn zu seiner großen neuen Spannungstrilogie inspirierten.

Wir hatten im ersten Teil viel von Elisabeth Steiner, geborene Wegebauer und ihrer Familie erfahren. Über ihren ermordeten Mann Wilhelm, dem man unterhalb des Turms auf dem Berg fand. Doch Teil zwei beginnt zweiundvierzig Jahre später mit Maria Leiner. Einer alten Frau, die im Jahr 1977 einsam in  ihrem Häuschen im Wald lebt. Auch sie war mit gleich zwei Männern, der Steiner Familie unglücklich verheiratete, bis beide den Tod fanden.

Als ein Wanderer in Marias Wald verschwindet, weiß jeder im Dorf sofort, die alte Hexe hat damit zu tun. Dabei ruft jeder nach der Steiner, wenn ein Kalb bei der Geburt falsch liegt und der Tierarzt nicht erreichbar ist. Wenn junge Mädchen Probleme haben und Hilfe bei einer ungewollten Schwangerschaft suchen. Man braucht die Alte und man hasst die Alte, weil sie den guten Bürgern von Talberg Angst macht. Dabei ist es Maria, mit dem das Grauen seine Scherze treibt. Sie bekommt Briefe von ihrer toten Tante und spürt, dass sie von etwas Bösem beobachtet wird. Dabei ist sie es, die im Keller ein Geheimnis hütet, das nie bekannt werden darf. Und jeder, der unfreiwillig das Wissen mit ihr teilt, bezahlt mit seinem Leben.

Talberg ist eine Erzählung über ein dunkles Dorf, düstere Familiengeschichten, einen unheimlichen, fast magischen Wald und über die Zigeuner, die immer wieder kommen. Es berichtet über kluge kundige Frauen, die von ihren eigenen habgierigen, gewalttätigen und lüsternen Männern gequält werden und über Morde, die in Talberg geschehen sind und noch geschehen werden.

Talberg 1977, Max Korn, Heyne Verlag, Klappenbroschur, Seiten 400, ISBN: 978-3-453-42460-9, Euro 15,00, erschienen 08.02.2021.

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert