Kategorie: Buchbesprechungen

Lisa Marie Presley: Von hier ins Ungewisse | Erinnerungen

Lisa Marie Presley – armes reiches Mädchen. Sollte ich jemals Lisa Marie beneidet haben, nach ihren Erinnerungen ganz sicher nicht mehr. Erwartet man, dass „Von hier ins Ungewisse“ traurige Erinnerungen sind, wird man feststellen, dass es noch viel trauriger ist. Ihr Königreich „Graceland“ war ein höchst toxischer Ort, angefüllt mit toxischen Menschen, die dieses kleine Mädchen gewähren ließen – was immer sie auch tat – aus Angst vor dem Mann mit dem einzigartigen Hüftschwung. Und so wurden der kleinen Prinzessin keine Grenzen aufgezeigt. Wild, ungezähmt, frech und auch hinterlistig wuchs sie auf, ständig den Drogen- und Alkoholmissbrauch der Familien- und Bandmitglieder vor Augen, war es ein kurzer Weg in die Weiterlesen

Duncan Beedie, Dieser Tag ist schwer, denkt der Bär, ein Vorlesebuch für Kinder ab drei Jahre mit Gratis-Hörversion

Ein humorvolles Bilderbuch über einen schlechten Tag mit einem guten Ende. Alle Probleme sind gar nicht so groß, wenn man sie anders betrachtet und dann ist es ein schöner Tag. Als ich das Buch in die Hand nahm, war ich gespannt auf die Gratis-Hörversion. Doch es gab gar keine CD. Es ist viel besser – ein QR-Code auf der zweiten Seite verspricht einem ein unbegrenztes Lesevergnügen. Also auch noch umweltfreundlich. Besser geht es nicht. Das Handy zur Hand genommen, mit der Foto-App darauf gehalten, angeklickt und mit der Anerkennung der Cookies ging es gleich mit dem Lese – Hörvergnügen los. Ja, Lese – Hörvergnügen, sie haben richtig gelesen. Man muss beides machen, wie es sich für ein Vorlesebuch gehört: vorlesen und mit den Kindern die Bilder betrachten. In diesem Fall übernimmt die Hörversion das Vorlesen und die Kinder werden durch ein Umblätter-Geräusch aufgefordert, selbständig weiter zu blättern. Ihr Kind oder Kinder lernen sehr schnell damit umzugehen. Sie hören und blättern mit dem gehörten Text. Ich, als Opa habe es sofort mit meinen Enkelkindern ausprobiert. Es ist eine Freude, die Kleinen dabei zu beobachten. Man kann natürlich auch ohne Hörversion vorlesen. Wie es sich für Eltern und Großeltern gehört. Duncan Beedie hat eine gelungene kindgerechte Geschichte sowohl aufgeschrieben und allerliebst illustriert.

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Alexander Oetker, Wilder Wein, Ein Aquitaine-Krimi, Luc Verlains gefährlichster Fall

Es gibt doch nichts besseres, wenn man einen Kriminalroman über ein brisantes Thema liest, das gut recherchiert ist, zum Teil auf Wahrheiten beruht, mit Tatsachen belegt ist, gut bearbeitet, spannend verpackt und man bis zum Schluss nicht den Täter ermitteln kann. Zusätzlich sind die Bücher von Alexander Oetker hervorragende Reiseführer mit den Beschreibungen der Gegenden, den Weingüter mit ihren Weinen, den besten Lokalitäten und ihren angesagtesten Speisen und das Lebensgefühl der Menschen. Man ist noch beim Lesen und gleichzeitig auf den Sprung: da will ich hin. Ich möchte das Aquitaine auch erleben. Das ist der Stil von Alexander Oetker. Wer noch kein Fan von Alexander Oetker ist, fangen sie mit diesem Buch „Wilder Wein“ an und sie werden bestimmt die Vorgängerbücher und die Nachfolgenden verschlingen.

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Judith Beier & Nora Imlau: Flieg, Hummelchen, flieg! Ein Mutmachbuch zum Lachen und Trösten Interview mit den Autorinnen

Ein wunderbar gemaltes Bilderbuch Kinderbuch von Lisa Rammensee, das liebevoll die Geschichte einer kranken Hummel zeigt. Umsorgt von Eltern und Geschwistern zeigt die Geschichte den Betrachtern das es Hilfe gibt wenn man krank ist. Auch wenn es lange dauert, muss man an Heilung glauben. Jammern hilft nicht. Auch im Krankenhaus gibt’s Hilfen. Das Buch ist auch von den gereimten Texten für Kinder leicht verständlich. Auch hat der „Experte“ von Vorlesebüchern sofort die Problematik auf dem Buchumschlag erkannt und da er mit Sensor und Insulinschlauch kämpft, kann er nachempfinden wie es dem Hummelchen geht. Den Eltern ist auch bewusst, wie den Hummels im Buch, dass sie kämpfen und stark sein müssen. Das Buch gibt hier Mut. Weiterlesen

Dirk Bernemann: Kalk

Es ist das erste Mal, dass sich Dirk Bernemanns und meine Wege kreuzen. Kaum zu glauben, gehört Bernemann doch zu den ungeheuer fleißigen Schreibern, die immer was zu sagen haben. Seit 2005 hat er immerhin 19 Romane und Kurzgeschichtenbände veröffentlicht. Und nun „Kalk“. „Stefan Kalk“. Kalk für den „in die Enge getriebenen alten weißen Mann“ oder doch eher Kalk, wie ein sehr wichtiges Salz, durch dessen unterschiedliche Verarbeitung, wie etwa Brennen oder Löschen, ein Kalkkreislauf entsteht durch den Kalk in jede gewünschte Form gebracht werden kann.

Also „Kalk“. Auf den ersten Blick ein sehr durchschnittlicher Mann im zweiten Lebensdrittel, dem selten ein zweiter Blick vergönnt ist. Aber das ist die Oberfläche. Wird daran gekratzt, und hört man Kalk zu, überrascht Weiterlesen

Sepia und das Erwachen der Tintenmagie, Theresa Bell

Eine geheimnisvolle Stadt in der Tinte und Bücher das wertvollste Gut sind, ein Waisenkind, das von einem Buchdrucker aufgenommen wird, Geheimnisse und Bleibuchstaben mit einem Eigenleben sind die besten Zutaten, um eine magische Geschichte zu erzählen. Wenn in Flohall Perlnacht ist, die erste Nacht des neuen Jahres, bleiben alle zu Hause, denn es bringt Unglück, in der Nacht auf den Straßen bei den Geistern zu sein. Nur leider wird Sepia ausgerechnet in der Nacht aus dem Waisenhaus abgeholt, um ihren Dienst beim Buchdrucker Silbersilbe aufzunehmen. Auch wenn die älteren Lehrlinge alles andere als nett zu Sepia sind, ist Meister Silbersilbe herzensgut. Und die beiden Lehrlinge des Buchbinders und der Malerin aus Flohall, Niki und Sanzio, werden in kürzester Zeit zu Sepias besten Freunden. So könnte Sepias Leben endlich schön werden, wenn nicht plötzlich ein Anschlag auf ein Café und dann ein Feuer in der Buchdruckerei ihr Leben völlig durcheinanderbringen würden. In dieser Nacht verschwinden die drei Meister und Niki, Sanzio und Sepia bleibt nichts anderes übrig, als nach ihnen zu suchen.

Das Buch ist der hübsche Auftakt einer neuen magischen Reihe, die ganz ähnlich wie bei Harry Potter von mutigen Kindern handelt, die gegen einen übermächtigen Feind kämpfen und ihre eigenen alchimistischen Fähigkeiten dabei entdecken.

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Paulo Coelho, Maktub

Maktub ist ein arabisches Wort, das wörtlich „es ist geschrieben“ bedeutet. Es wird oft verwendet um auszudrücken, dass etwas vorbestimmt oder unvermeidlich ist, ähnlich dem Konzept des Schicksals. „Maktub“ bedeutet, dass Ereignisse des Lebens bereits festgelegt sind. Alles, was passiert hat einen tieferen Sinn, der oft über das menschliche Verständnis hinausgeht. In vielen Kulturen gehört es zu den Religionen, insbesondere im Islam, wo der Glaube an das Schicksal manifestiert ist. Paulo Coelho umschreibt es in seinem Buch auf Seite 29 mit diesen Zeilen: „Maktub“ bedeutet: Es steht geschrieben. Manch ein Araber deutet „Es steht geschrieben“ jedoch anders, denn Gott ist barmherzig und hat, obwohl alles schon geschrieben steht, Seine Feder und Seine Tinte oft nur dazu benutzt, um uns zu helfen.

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Zauberhafte Aussichten, Stella Benson

Stella Benson war definitiv ihrer Zeit weit voraus, sowohl als Schriftstellerin, als Feministin und auch als Mensch, der 1892 geboren wurde. Und das spiegelt sich in dem Buch Zauberhafte Aussichten in jedem Satz. Denn es hat eine abstruse Schönheit, wie man das von Picassos und Dalis Bildern kennt. Es ist gesellschaftskritisch gleich der Achtundsechziger-Bewegung, dabei feministisch wie die Achtziger und dennoch völlig aus der Zeit gefallen. Die Geschichte ist ein wilder Ritt einer Frau in London zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Als Dame in der Gesellschaft, dem Komitee und der Moral verpflichtet, manifestiert man sein Dasein mit Wohltätigkeit. Nur Sarah Brown ist anders, war immer anders und findet ihren Platz nicht. Bis eine Hexe während einer Sitzung des Komitees erscheint und Sarah einlädt, bei ihr zu wohnen.

Viel treffender als es die Daily Mail vor über hundert Jahren zu dem Buch schrieb, vermag ich es auch nicht auszudrücken: ›Alle, die mit Humor etwas anfangen können, alle, die von Schönheit verzückt werden, alle, die Gefallen an Allegorien finden, die uns abwechselnd zu Gelächter und zu Tränen rühren, sollten sich unverzüglich Zauberhafte Aussichten beschaffen.‹

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Sabine Bode: Ich will aber Agnetha sein!

Licht aus – Spot an! Die Show beginnt und ich sitze gefühlt in der ersten Reihe. Die Komikerin und Bestsellerautorin hält, was Sabine Bode verspricht. Man merkt, Bode ist ein „alter Hase“. Das Timing – das bekannter Weise darüber entscheidet, ob ein Gag reüssiert oder floppt – stimmt. Wer vermag schon zu sagen, ob bereits alles über diese vier Schweden geschrieben ist. Solange ihre Musik erklingt und die Menschen, mittlerweile die dritte Generation, dazu mit dem Fuß wippen oder gar Tanzen, werden Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid die Fantasie der Menschen beflügeln. Und das tun sie immerhin seit einem halben Jahrhundert! Ich denke, dass jede nächste Generation einen anderen Ansatz hat und andere Aspekte in den Mittelpunkt ihrer Weiterlesen

Philip Khoury: Natürlich vegan backen

Harrods Food Halls sind für Foodies der kulinarische Himmel auf Erden und wenn der Chefpatissier ein veganes Backbuch schreibt, darf man gespannt sein. Und ich wurde nicht enttäuscht. Khoury ist nicht einfach hergegangen und hat Butter durch Margarine ersetzt. Zutat für Zutat kam auf den Prüfstand. Khoury, wie er sagt, wollte natürliche Zutaten verwenden, aber keinen Kompromiss hinsichtlich der Köstlichkeit und Nachhaltigkeit eingehen. Er glaubt fest daran, dass pflanzenbasierte Desserts und Kuchen die Zukunft sind und setzt sich für Tierrechte und Umweltschutz ein.

Und das Ergebnis seiner 3-jährigen Reise von der Idee bis hin zum vorliegenden Buch? Gelungen! Selbstbewusst die elegante, schlichte und dennoch moderne Aufmachung. Einfach zu schade, um im Bücherregal zu verschwinden. Sichtbar Weiterlesen