Für Krimifreunde und die, die den britischen Sinn für Humor schätzen, hat der Droemer Verlag mit den Kurzgeschichten von Val McDermid ein richtiges Schmankerl für die Weihnachtszeit und für den Weihnachtswunschzettel. McDermid erweist sich als Meisterin der Kurzgeschichte. Jede Geschichte hat ihren eigenen Charme und Nervenkitzel. Aber die Titel gebende Geschichte Das Mädchen, das den Weihnachtsmann umbrachte ist mein persönlicher Favorit. Die Autorin erzählt abwechslungsreich und spannend. Die Charaktere sind treffend herausgearbeitet und lassen es angesichts der Kürze der Geschichte nicht an der nötigen Tiefe missen. Zugegeben, nicht jede Geschichte hat mit Weihnachten zu tun. Aber wenn der Weihnachtsmann tot ist, gibt es dann noch Weihnachten? Für mich schmälert das nicht die erzählerische Leistung der Autorin, die mich auf ihr Gesamtwerk Weiterlesen
Kategorie: Buchbesprechungen
Flower Notes, Jora Dahl mit Illustrationen von Marion Rekersdrees

Sie suchen noch ein ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk für die Oma, den Opa oder Tante/Onkel, die eingefleischte Gartenliebhaber sind, aber eigentlich schon alles über schöne Gärten wissen? Flower Notes, was so viel wie Blumennotizen heißt, ist in dem Fall genau das Richtige. Es ist ein wundervoll illustriertes Büchlein mit Farbzeichnungen von Blumen, Gestecken, Blüten und Handwerkszeug aus und für den Garten. Das kleine Kunstwerk ist sowohl eine monatliche Anleitung als auch ein Notizbuch zu ihrem schönsten Garten, ihrer eigenen Rückzugsoase. Aber wenn Sie, die noch mitten im Arbeitsleben stehen, das Gärtnern zu Ihrem Hobby machen wollen, dann belohnen Sie sich einfach selbst mit Flower Notes.
Flower Notes ist eines dieser schönen Büchlein, die man einfach besitzen möchte, um auch manchmal nur darin zu blättern.
Bistro Bistro, Stéphan Reynaud, ein ultimatives französisches Kochbuch, DK Verlag

Wenn man an französische Küche denkt, kommen einem Wörter wie Larousse Gastronomique, der Guide Michelin mit seinen berühmt, berüchtigten Sternen und wohl auch Paul Bocuse, der von 1965 bis 2019 jedes Jahr drei der begehrten Sterne in seinem Restaurant erhielt, in den Sinn. Ein Bistro hingegen, das war doch so eine Art Kneipe, in der man sich ein Croque Monsieur auf der Klassenfahrt in Paris gerade noch leisten konnte, oder? Dabei wissen Frankreichkenner, dass ein Bistro in erster Linie ein Ort der Begegnung ist, wo man von morgens früh bis spät abends einkehren kann und meistens wesentlich besser isst und trinkt, als man es erwarten würde.
Bistro, Bistro ist nun ein kulinarischer Führer, der uns durch 250 Rezepte und 100 Weine begleitet, einen Überblick bei Brot-, Wurst-, Käse-, Kartoffel-, Fisch- und Meeresfrüchtesorten verschafft und auch nicht Halt davor macht, uns das richtige Weinglas zu erklären. Wenn Sie glauben, das Essen im Bistro, angefangen mit dem Frühstück, bis zum späten Snack am Abend nur rustikal und Regional ist, dann irren Sie sich gewaltig.
Lassen Sie sich von diesem herrlich dicken Buch, mit seinen appetitlichen Farbfotos von fast jedem Gericht und den ansprechenden Illustrationen verführen. Die knapp vierzig Euro sind eine Investition, die jeden Liebhaber der französischen Küche gering erscheint und selbst Hobbyköche in seinen Bann schlägt. Weiterlesen
Alex Beer: Felix Blom
Ein neuer Protagonist hat Literaturszene des historischen Kriminalromans betreten.Dieser Felix Blom ist ein ausgekochtes Schlitzohr der sich besonders bei Einbrüchen einen Namen gemacht hat. Durch eine Falle hat er drei Jahre in Einzelhaft in Moabit eingesessen. Seinerzeit der Regel Strafvollzug. Mittellos sinnt er auf Rache und sucht seine Kontakte in Berlin auf. Zeitgleich passieren ungewöhnliche Morde die durch handschriftliche Karten bei den Opfern angekündigt werden. Blom bekommt auch eine. Blom, vor der Inhaftierung ein angesehener Mann mit einer wunderschönen Verlobten, trauert dieser Zeit nach und wird ganz mutlos. Die Detektivin Mathilde Voss greift ihn unter die Arme und hilft ihm Vergeltung zu üben. Wie immer gelang es der Autorin die gesellschaftlichen Verhältnisse in Berlin authentisch zu schildern. Sie führt die Leserschaft durch die vielen Enden der Geschichte in die Irre. Wer ist der Mörder? Weiterlesen
Alexander Oetker, Chez Luc, Frankreichs Kulinarischer Südwesten
Ok, ich bin etwas voreingenommen. Als Fan von kulinarischen Krimis, ob es in bestimmten Weinregionen und dort die Weine und Winzerbeschrieben werden, oder Kommissare, die gerne selber Kochen oder Essengehen, dazu ein spannender Krimi, dann bin ich garantiert dabei. Da fallen mir die Rezensionen besonders leicht. Nun bin ich besonders voreingenommen. „Chez Luc Aquitaine“, Frankreichs Südwesten, das Aquitaine von der spanischen Grenze dem Baskenland, Saint-Jean-de-Luz über Biarritz, Eugenie-le-Bain, Bordeaux mit seinen unterschiedlichen Weinanbaugebieten, bis hin zur Gironde Mündung, Soulac-sur-Mer für mich ein Déjà-vu. Etwas falsch ausgedrückt. Keine Erinnerungstäuschung. Nein persönlich Erlebtes. Vorab aber zum Autor.
Bernhard Hofer: Tannenfall Der erste Schnee
Bernhard Hofer beweist mit dem ersten Band seiner 4er Reihe Tannenfall, dass nicht nur Stephen King Meister des verwirrenden Kopfkinos ist. Auch er beherrscht es, es dem Leser bei der Unterscheidung zwischen realer Welt, Fiktion und Wahnvorstellungen nicht leicht zu machen. Denn der Autor pendelt mit Leichtigkeit zwischen den Zeiten und Orten, das man Acht geben muss, nicht auf der Strecke zu bleiben. Die Berliner Staatsanwältin Marlene Castor möchte in der Abgeschiedenheit der österreichischen Bergwelt einen beruflichen Rückschlag aufarbeiten. Ihre Tochter Lya, die sie begleitet, verschwindet bei einem gemeinsamen Ausflug in einem Stollen. Verzweifelt beginnt sie die Suche nach ihrem Kind. Sie stößt auf Ablehnung und Intrigen, weiss nicht, wem sie noch trauen kann. Fragen, die im Raum stehen, werden hoffentlich im Verlauf der gesamten Sagea beantwortet. Trotz des Tempos in der Geschichte, gelingt es Hofer andererseits durch seine Sprache Ruhe auszustrahlen. Überhaupt seine Sprache, sie ist bildlhaft und wortgewaltig. Und wenn die Verwirrung, die diese spannende Geschichte auszulösen vermag, gewollt ist, ist es gelungen! Weiterlesen
Rieke Patwardhan, Weihnachten mit Gisela, Illustration Lena Winkel
Weihnachten, das Fest der Familie und des gemeinsamen Kirchgangs. Das Fest mit vielen Vorbereitungen für den Heiligen Abend. Und was passiert, wenn sich noch ein unbekannter, aber berühmter Gast anmeldet hat. Oma backt, der Opa bastelt im Keller, die Mutter macht extra Besorgungen und der Vater putzt. Die schönsten Geschichten schreibt das Unverhoffte. Gerade, wenn man mit der falschen Erwartung mit dem Unverhofften überrascht wird und alles viel besser ist.
Je ne Raclette rien, Maria Panzer, Kochbuch

Es wird Weihnachten, es wird Silvester, und wenn ich meine Freunde frage, was es zum Schmausen gibt, dann ist häufig die Antwort: Na, Raclette!
Ist ja auch klasse, der leckere fette Käse, Pellkartoffeln, Salat, Mixed Pickles und ich nehme schon mal ein Minutensteak mit dazu, um kleine Stücke oben auf dem Ofen in Kräuterbutter zu braten. Einige nehmen Schinken und Ananas, aber das ist es normalerweise! Oder auch nicht? Denn Maria Panzer, zeigt ganz andere Ideen auf, ein Raclette anzufeuern! Sieben Länder, sieben Raclettes und passend abgestimmte Extras als Beilage und Nachtisch gibt es mit dazu. Ich denke, das Buch verleitet dazu, Raclette zu einem ganzjährigen Event-Essen zu machen, dass von der Schweiz in den Orient, nach Griechenland, Frankreich aber auch Italien und die USA führt. Weiterlesen
Martin Herzog: GSG 9, Ein deutscher Mythos
Die Bundesgrenzschutz Gruppe 9 ist ein Teil der Bundespolizei mit Spezialaufgaben und mit einem mythosähnlichem Ruf. Am 18. Oktober 1977 wurde in der Wüste Somalias ein deutscher Mythos geboren: Auf dem Flughafen von Mogadischu befreite die GSG9 aus einer entführten Lufthansa-Maschine 86 Menschen. Es war der erste große Einsatz der Antiterroreinheit, und er machte sie schlagartig weltbekannt. Der Mythos zerbrach 16 Jahre später auf dem Bahnhof von Bad Kleinen, als die Festnahme von RAF-Mitgliedern mit zwei Toten endete, und eine Staatskrise auslöste. Nunmehr ist es zig Jahre her als die politische Verantwortlichen der Bundesrepublik Deutschland beschlossen eine spezielle Gruppe der Polizei zur Terrorismusabwehr zu gründen. Das vorliegende Buch so Gerhart Baum, Bundesinnenminister a.D: „ist sehr lesenswert, weil nicht nur die Geschichte der GSG 9 erzählt wird, sondern eingebunden in die Zeitumstände. Man lernt eine Menge über die Zeit, in der das alles passiert.“ Weiterlesen
Kerl aus Koks, Michael Brandner

Da ich kein Fernsehgucker bin, kannte ich Michael Brandner den Autoren und Schauspieler nicht. Mir, als Kind des tiefsten Ruhrpotts, gefielen der Titel und vor allem das geniale Cover des Buchs. Die Dame, die die Umschlagsgestaltung machte, hat mit dem Titelbild wohl das berührendste Cover kreiert, das ich je gesehen habe. Ein echtes Foto aus dem Archiv des Ruhr Museums. So begann ich die Lebensgeschichte von Paul zu lesen, die wohl aus zum Teil autobiographischen Zügen des Autors entstand, ohne recht zu wissen, was mich erwarten würde.
Mein Fazit der Erzählung von Paul Brenners Leben: Es ist ein wirklich schönes Buch, das ans Herz geht, manchmal erschreckt und dann auch wieder die Lachmuskeln aktiviert. Dabei ist es ganz egal, wie viel davon nun wahr ist. Es ist einfach eine schöne Geschichte, gut geschrieben und sehr lesenswert.