Gastrezension: Lutz Reigber. Die Österreicher haben ihren Kaiserschmarrn, die Amerikaner ihre Muffin und die Bretagne die Crêpes und Galettes. Die Bretagne, kein Ort ist weiter als 60 km vom Meer entfernt. Das Land rau wie die Klippen, unzugängliche Steilküsten und ein ewig, kalter Westwind, geschürt durch Ebbe und Flut. „Finis Terrae“ – „Am Ende der Welt“ nannten es die Römer schon. Die Bretonen nennen ihre Heimat „Pen Ar Red“ – „Stirn der Welt“. Und so sind die Menschen stolz, eigenständig und unbeugsam. Nicht umsonst hat der Autor von Asterix und Obelix „René Gosciny“ seine Geschichte in die Bretagne gelegt, wo gleich ein ganzes Dorf den Römern trotzt. Kulinarisch hat sich dieser Landstrich ebenso eigenständig entwickelt, wie die Meeresfrüchte als Grundnahrungsmittel gelten und die Crêpes oder Galettes bei keinem Essen fehlen dürfen.
Kategorie: Buchbesprechungen
Dan Wells: Bluescreen
Der Si- Fi Autor Wells schildert uns die Welt von 2050. Los Angeles ist quasi ein Bundesstaat der USA mit 100 Millionen Einwohnern. Die Stadt ist voll technisiert und der Autor zeigt uns die nahe Zukunft. Da sind Smartphones Technik Dinos. Durch die Technik wird sich aber auch die Arbeitswelt verändern. Wer und was dies bedeutet wird ausgiebig geschildert. Der Autor unterlegt die ganzen Beschreibungen mit einem spannenden Plot in dem junge Menschen die Hauptrollen spielen.
Richard Harris: Konklave

Konklave von Robert Harris
Ein Blick hinter die Kulissen des Kirchenstaates. Der Vatikan, ein Staat der seine großen Geheimnisse hat. Das Größte ist jedoch die Wahl des Kirchenoberhauptes von über einer Milliarde Menschen. Harris macht daraus einen Thriller der mit vielen Informationen über die katholische Kirche aufwartet. Das Werk ist sehr lesenswert da es äußerst spannend ist und zeigt, dass der Mensch, auch als Kirchenfürst, den weltlichen Anfeindungen nicht widerstehen kann. Damit ist nicht nur der Zölibat gemeint.
Karl Olsberg: Mirror
Karl Olsberg denkt unsere Welt von heute weiter. Er sammelt die heutigen Daten die über uns gesammelt werden und führt sie zusammen. Daraus entwickelt er eine Künstliche Intelligenz die uns besser kennt als wie wir uns selbst. Das diese KI sich weiterentwickelt und weltweit Daten auswertet um uns das Leben leichter zu machen, ist ein immer größer werdendes Problem. Olsberg wirft hier die richtigen Fragen auf. Er überlässt es der Leserschaft aus dieser spannenden Handlung Lehren zu ziehen, ob sie sich bewusst den Versuchungen der vielen Apps ausliefen wollen.
Frank Goldammer: Der Angstmann
Ein Kriminalroman der in der Zeit von November 1944 bis Mai 1945 in Dresden spielt. Ein schrecklicher Mord geschieht in der Zeit in der es viele Tote durch Hunger, Bomben und Krankheiten gibt. Der Autor lässt uns einen schonungslosen Blick auf das Ergebnis von Hass, Rassismus und Herrenmenschentum werfen. Die Situation der Flüchtlinge aus dem Osten des 3. Reiches wird durch die Durchhalteparolen nicht besser und die Furcht vor dem Angstmann stachelt die Nervosität an. Nachdem die Russen da sind ändert sich die Atmosphäre, leicht aber die Angst vor vielem und der Hunger wächst.
Volker Klüpfel, Michael Kobr: Himmelhorn
Kluftingers neuer Fall ist wieder ein Regionalkrimi wie er sein soll. Er beinhaltet einen spannenden Fall, kombiniert ihn mit der typischen Landschaft und oder der besonderen Eigenschaft der Einwohner. Das Allgäu mit seinen Bergen, die Menschen die eher wortkarg sind und das Bergsteigen das besonders in den hohen Bergen Spaß macht, wird hier in den Spannungsbogen eingebaut. Dass der Herr Kommissar Kluftinger, der an den Traditionen des Allgäus festhält sich aber zu wilden Geldgeschäften hinreißen lässt, ist hier besonders erwähnenswert.
Gregor Weber: Stadt der verschwundenen Köche

Stadt der verschwundenen Koeche von Gregor Weber
Gastrezension: Lutz Reigber: Gregor Weber bekannt durch „Kochen ist Krieg“ hat mit seinem neuen Werk in der Köche wieder genau dort angesetzt. Eine fantastische Geschichte aus Science Fiktion und Schiffbruch. Eine mitreisende Geschichte von Gaunereien, Intrigen, gutem Essen und Liebe.
Leonardo Padura: Neun Nächte mit Violeta
Dreh- und Angelpunkt der Geschichten ist Paduras Havanna. Wer einmal da war wird aus jeder Seite die unvergleichliche Stadt vor seinen Augen entstehen sehen. Den Geruch von Meer und Abgasen, die Musik, die halb verfallenen Häuser und den Schwung der Menschen. Alles, was wir aus seinen Romanen kennen, ist da: Der Bolero, die Hitze, die Bars, wo am Weihnachtsabend der Rum ausgeht, die zu kleinen Wohnungen mit den Wasserflecken an Decken, der Applaus aus dem Baseballstadion, die Düfte aus all den zur Strasse hin offenen Küchen. Paduras Romane sind Kuba.
Kalender: Best of Maranello 2017
Die meisten von uns werden sich die Autos, ja es sind nur Autos, aber Träume von Autos nicht leisten können. Aber anschauen ist möglich, zumal sie in professionelle Art und Weise gemacht wurden. Mythos Ferrari – kein anderer Automobilhersteller repräsentiert Eleganz, Schönheit und Power in so höchster Vollendung wie die Edelmarke aus Maranello. Seit 1998 zeigt der Ferrari-Kalender von Heel Monat für Monat wahre Traumwagen der italienischen Sportwagenschmiede.
Lesung mit Gerry Disher in Bad Soden
Garry Disher: Bitter Wash Road, Kriminalroman, aus dem Englischen von Peter Torberg, Unionsverlag, Hardcover Gebunden, 352 Seiten, ISBN 978-3-293-00500-6, € 21.95
Ach ja, Australien gibt es ja auch noch auf der Landkarte der Kriminalromane. Gerry Disher ist hier ein sehr prominenter Vertreter, der uns in das Outback führt und uns mit den einfachen Menschen in Verbindung bringt. Da wo Menschen sind ist das Verbrechen nicht weit. Disher zeigt es ungeschminkt. Er spielt auf der Klaviatur von Korruption, Gewalt und Gier, vermischt mit Dumpfheit und Intoleranz. Kriminalliteratur vom Feinsten.

Garry Disher
Garry Disher, geboren 1949, wuchs im ländlichen Südaustralien auf. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kriminalromane und Kinderbücher. Seine Bücher sind mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der wichtigste australische Krimipreis, der Ned Kelly Award, zweimal der Deutsche Krimi Preis sowie eine Nominierung für den Booker Prize. Garry Disher lebt an der Südküste von Australien in der Nähe von Melbourne.
In der Nähe von Tiverton, einer Kleinstadt in Australiens Nirgendwo, wird ein Mädchen tot am Straßenrand gefunden. Constable Paul Hirschhausen, genannt Hirsch, übernimmt den Fall. Er glaubt nicht an einen Unfall mit Fahrerflucht. Einsam und isoliert durchquert der Constable die unwirtliche Landschaft, vorbei an mageren Schafen, schäbigen Höfen, stellt unbeirrt seine Fragen und lernt eine Kleinstadt kennen, unter deren Oberfläche Enttäuschung und Wut, Rassismus und Sexismus brodeln. Hirsch rüttelt an der trügerischen Stille und wirbelt nicht nur den Staub der ausgedörrten Straßen auf.
Wer diesen Roman von Disher gelesen hat will noch mehr vom Autoren lesen. Der Unionsverlag hat mehrere auf Lager.
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