Alle Artikel von Elke Rossmann

Film: Hieronymus Bosch, Schöpfer der Teufel, Ein Film von Pieter van Huystee, DVD

Über Hieronymus Bosch, den Maler der Abgründe, einem für sein Jahrhundert so progressiven und außergewöhnlichen Künstler haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Es ist der Maler, der religiöse Motive, vor allem höllische Abgründe detailversessen, mit zu meist Ölfarben auf Holztafeln erschuf. Im Rahmen zu den Vorbereitungen des 500. Todestages 2016 hat das Bosch Research and Conservation Project Gemälde in Venedig, Madrid, Brügge, Berlin und Washington untersucht. Das Ergebnis war, dass 21 Gemälde und 20 Zeichnungen als von Bosch eigenhändig bewertet wurden. Um diesen Prozess, der Bewertung, des Vergleichs mit außergewöhnlichen Techniken, wie Röntgendiagnostik, Infrarot-Fotografie und Spektralanalysen, geht es in dieser Dokumentation. Eine Gruppe von Kunsthistorikern und Technikern versuchen, das Geheimnis von Hieronymus Bosch zu lüften.

Als Kunstliebhaber und vor allem als Bosch Liebhaber ist die Dokumentation ein Schmankerl. Dann nimmt man gerne den deutschen Untertitel in Kauf, denn es wird meist Holländisch oder Englisch gesprochen.

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Erdschwarz, Tove Alsterdal, Teil II der Trilogie

Wie schön, dass recht schnell der zweite Teil der schwedischen Krimireihe um die Polizistin Eira Sjödin erscheint, denn diese Protagonistin hat das gewisse Etwas. Noch vor Kurzem hatte Eira kaum Zeit zu schlafen, doch plötzlich ist in ihrem Leben zu viel Zeit. Ihre Mutter musste ins Pflegeheim, da ihre fortschreitende Demenz nichts anderes mehr zulässt. Ihr Bruder Magnus wird immer noch für Jahre weg sein, nur weil er einer Jugendliebe und seinem Wort treu bleibt. Und jetzt sitzt die Polizistin alleine in ihrem Elternhaus.

Der Fall des vermissten Hasse Runne ist auch nicht eindeutig, wahrscheinlich nur ein Mann, der sich in der Midlife-Crisis eine Auszeit nimmt. Doch da irrt sich Eira gewaltig, denn der Mann wird im Keller eines verlassenen Hauses gefunden, verdurstet, verhungert und ihm fehlen zwei Finger. Ein Mafia-Mord? Zum Glück holt Chefermittler Georgsson von der Abteilung Gewaltverbrechen sie in sein Team. Gerade rechtzeitig, denn sie entdeckt einen zweiten ähnlichen Fall, nur dieses Mal hat das Opfer überlebt. Und dann verschwindet eine weitere Person und es wird für Eira sehr persönlich.

Auch Erdschwarz lebt von der außergewöhnlichen, aber komplizierten Ermittlerin. Die junge Frau, die so ein untrügliches Gespür für Verbrechen hat, aber sich als Mensch so sehr anzweifelt. Und natürlich endet der zweite Teil mit einem Cliffhanger im Privatleben von Eira Sjödin. Darum freuen wir uns auf Nebelblau, der im Juli 2023 veröffentlicht wird.

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Wilsberg, sein erster und sein letzter Fall, Jürgen Kehrer

Ich muss zugeben, ich kannte die Buchreihe mit Georg Wilsberg, dem ehemaligen Rechtsanwalt und dann vermeidlichen Privatdetektiv nicht. Auch die Verfilmungen gingen mir durch die Lappen, dabei existiert die Reihe seit 1990. Nun gut, ich geriet an Wilsberg ersten und letzten Fall in einem Buch.

In seiner kleinen und schäbigen Kanzlei vertritt Wilsberg vermeidliche Tierschützer, Partygänger und einen abgehalfterten Rockstar. Doch dann wird er für einen spektakulären Mordfall engagiert. Mit der Aussicht auf das große Geld und Berühmtheit hängt sich der junge Wilsberg voll in den Fall. Gleichzeitig verliebt er sich und seine Flamme Shirin hilft ihm tatkräftig, die Unschuld seines Mandanten zu beweisen. Wie sehr man ihn damit über den Tisch zieht, merkt er, als er zu spät ist und dreiunddreißig Jahre später, soll ihn das den Kopf kosten.

Spannend mit Münster Lokalkolorit und enormen Wortwitz. Da ich Wilsberg nicht kannte und er kein alter Hut für mich ist, kann ich das mit frischen Augen beurteilen. Richtig guter Regiokrimi mit tollen Protagonisten. Das wird nicht mein letzter Wilsberg sein, auch wenn dieser der Letzte ist!

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Oma Backt herzhaft und köstlich, Kochbuch

Herzhaftes Backen, da fällt einem Pizza, Kürbisbrot und vielleicht noch ein Quiche Lorraine ein. Doch Anni Alber und Eva-Maria Schulz haben da einiges mehr in petto. Es war bereits äußerst lecker, sich die tollen Fotos dieses leidenschaftlich gestalteten Kochbuchs anzusehen. Doch in den nächsten Tagen werde ich mich ans Backen machen, Freunde einladen und die köstlichen Schätze der beiden Omas kredenzen. Die Rezepte sind leicht verständlich und vermitteln den Eindruck, dass man kein Chef in der Küche sein muss, um sich selbst an den Ofen zu wagen. Das Kochbuch ist daher sehr übersichtlich und deckt die ganze Palette, von B wie Brot zu Z wie Zwiebelkuchen ab. Außerdem wird das Grundrezept von elf Teigarten im Kochbuch vorangestellt. Und weil ein gutes selbst gebackenes Brot auch einen leckeren Dip oder Aufstrich braucht, endet das Backbuch mit extravaganten Rezepten von Räucherforellen-Dip bis zur Feta Creme.

Na dann, ran an den Ofen und guten Appetit! Weiterlesen

Flower Notes, Jora Dahl mit Illustrationen von Marion Rekersdrees

Sie suchen noch ein ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk für die Oma, den Opa oder Tante/Onkel, die eingefleischte Gartenliebhaber sind, aber eigentlich schon alles über schöne Gärten wissen? Flower Notes, was so viel wie Blumennotizen heißt, ist in dem Fall genau das Richtige. Es ist ein wundervoll illustriertes Büchlein mit Farbzeichnungen von Blumen, Gestecken, Blüten und Handwerkszeug aus und für den Garten. Das kleine Kunstwerk ist sowohl eine monatliche Anleitung als auch ein Notizbuch zu ihrem schönsten Garten, ihrer eigenen Rückzugsoase. Aber wenn Sie, die noch mitten im Arbeitsleben stehen, das Gärtnern zu Ihrem Hobby machen wollen, dann belohnen Sie sich einfach selbst mit Flower Notes.

Flower Notes ist eines dieser schönen Büchlein, die man einfach besitzen möchte, um auch manchmal nur darin zu blättern.

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Bistro Bistro, Stéphan Reynaud, ein ultimatives französisches Kochbuch, DK Verlag

Wenn man an französische Küche denkt, kommen einem Wörter wie Larousse Gastronomique, der Guide Michelin mit seinen berühmt, berüchtigten Sternen und wohl auch Paul Bocuse, der von 1965 bis 2019 jedes Jahr drei der begehrten Sterne in seinem Restaurant erhielt, in den Sinn. Ein Bistro hingegen, das war doch so eine Art Kneipe, in der man sich ein Croque Monsieur auf der Klassenfahrt in Paris gerade noch leisten konnte, oder? Dabei wissen Frankreichkenner, dass ein Bistro in erster Linie ein Ort der Begegnung ist, wo man von morgens früh bis spät abends einkehren kann und meistens wesentlich besser isst und trinkt, als man es erwarten würde.

Bistro, Bistro ist nun ein kulinarischer Führer, der uns durch 250 Rezepte und 100 Weine begleitet, einen Überblick bei Brot-, Wurst-, Käse-, Kartoffel-, Fisch- und Meeresfrüchtesorten verschafft und auch nicht Halt davor macht, uns das richtige Weinglas zu erklären. Wenn Sie glauben, das Essen im Bistro, angefangen mit dem Frühstück, bis zum späten Snack am Abend nur rustikal und Regional ist, dann irren Sie sich gewaltig.

Lassen Sie sich von diesem herrlich dicken Buch, mit seinen appetitlichen Farbfotos von fast jedem Gericht und den ansprechenden Illustrationen verführen. Die knapp vierzig Euro sind eine Investition, die jeden Liebhaber der französischen Küche gering erscheint und selbst Hobbyköche in seinen Bann schlägt.  Weiterlesen

Film: Weihnachten im Zaubereulenwald, Familienfilm DVD und Blue-Ray

Dieser mit dem Schlingel Award und dem Prädikat wertvoll ausgezeichnete Weihnachtsfilm führt uns in die Wälder von Estland. Und mit Zauberei hat er nichts zu tun, denn es ist die Geschichte der kleinen Eia, die Weihnachten nicht mit ihrer Familie verbringen kann. Ihre Mutter eine Primaballerina muss für eine verletzte Kollegin einspringen und Papa ist wegen eines Bauprojekts in Singapur. Sie fühlt sich abgeschoben zu Ott, den sie noch nicht einmal kennt. Er lebt auf einem kleinen Hof tief im verschneiten Winterwald von Estland. Doch schon am ersten Tag merkt Eia, wie schön es ist die Zeit im Wald mit den Tieren, Ott und seiner tollen Nachbarsfamilie zu verbringen. Leider ziehen dunkel Wolken auf, denn ein Großgrundbesitzer will den Zaubereulenwald, wie er genannt wird, abholzen und das ohne Rücksicht auf die Tiere. Da hat er aber die Rechnung nicht mit Eia und ihren Freunden gemacht. Noch während sie alle um den Erhalt des Waldes kämpfen, stößt Eia auf ungeöffnete mysteriöse Briefe bei Ott, die vor langer Zeit an ihren Papa adressiert waren.

Ein richtiger Adventsonntagsfilm. Herrliche Landschafts- und Tierbilder. Außerdem erfährt man von den netten Weihnachtssitten in Estland, die mit der Familie groß gefeiert werden. Keine Frage, dies ist ein Weihnachtsfilm, wie man ihn sehen muss.

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Je ne Raclette rien, Maria Panzer, Kochbuch

Es wird Weihnachten, es wird Silvester, und wenn ich meine Freunde frage, was  es zum Schmausen gibt, dann ist häufig die Antwort: Na, Raclette!

Ist ja auch klasse, der leckere fette Käse, Pellkartoffeln, Salat, Mixed Pickles und ich nehme schon mal ein Minutensteak mit dazu, um kleine Stücke oben auf dem Ofen in Kräuterbutter zu braten. Einige nehmen Schinken und Ananas, aber das ist es normalerweise! Oder auch nicht? Denn Maria Panzer, zeigt ganz andere Ideen auf, ein Raclette anzufeuern! Sieben Länder, sieben Raclettes und passend abgestimmte Extras als Beilage und Nachtisch gibt es mit dazu. Ich denke, das Buch verleitet dazu, Raclette zu einem ganzjährigen Event-Essen zu machen, dass von der Schweiz in den Orient, nach Griechenland, Frankreich aber auch Italien und die USA führt. Weiterlesen

Kerl aus Koks, Michael Brandner

Da ich kein Fernsehgucker bin, kannte ich Michael Brandner den Autoren und Schauspieler nicht. Mir, als Kind des tiefsten Ruhrpotts, gefielen der Titel und vor allem das geniale Cover des Buchs. Die Dame, die die Umschlagsgestaltung machte, hat mit dem Titelbild wohl das berührendste Cover kreiert, das ich je gesehen habe. Ein echtes Foto aus dem Archiv des Ruhr Museums. So begann ich die Lebensgeschichte von Paul zu lesen, die wohl aus zum Teil autobiographischen Zügen des Autors entstand, ohne recht zu wissen, was mich erwarten würde.

Mein Fazit der Erzählung von Paul Brenners Leben: Es ist ein wirklich schönes Buch, das ans Herz geht, manchmal erschreckt und dann auch wieder die Lachmuskeln aktiviert. Dabei ist es ganz egal, wie viel davon nun wahr ist. Es ist einfach eine schöne Geschichte, gut geschrieben und sehr lesenswert.

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111 Orte in der Krummhörn, die man gesehen haben muss, Hannah und Bernd Flessner

Nun, die Krummhörn ist nicht besonders groß, und daher nur eingefleischten Ostfrieslandfans wirklich bekannt. Die Ostfrieslandkrimis von Autorin Elke Nansen spielen in der Krummhörn und so sind einige der 111 Orte in der Krummhörn bereits in ihren Romanen erwähnt und beschrieben worden. Aber längst nicht alle, wie dieses Büchlein uns wissen lässt.

Da die Krummhörn immer eine Reise wert ist, sollten Sie den kleinen Reisführer über die 111 Orte mit in die Krummhörn nehmen. Denn es gibt so viele kleine Schätze zu entdecken, denen wird der berühmte Pilsumer Leuchtturm, der immer mit der Gegend verbunden wird, nicht gerecht. Also beim nächsten Urlaub in Emden, Greetsiel und Umgebung, haben Sie die richtige Reiselektüre mit dabei. Weiterlesen