»Diese Frau habe ich für mich erschaffen. Niemand kommt mit heiler Haut aus der eigenen Geschichte heraus. Ich habe es getan, um hierherzukommen, und es gibt nichts dagegen zu sagen. Absolut nichts. Habe ich gelogen? Habe ich Opfer gebracht? Habe ich betrogen? Natürlich habe ich das! Und hier bin ich. Ich kann tief in mich hineinblicken, aber könnt ihr es? Hier bin ich. Hier ist ein Mensch. Könnt ihr das akzeptieren?« Mit diesem Zitat fast am Ende des neuen Buchs ›Hinter dem Nebel‹ von Krimigroßmeister Christoffer Carlsson wird bereits viel über diese Geschichte erzählt. Es ist ein superber Krimi, ein Thriller, eine Lebensgeschichte und vielleicht irgendwie auch eine Biografie. Auf jeden Fall ist es aber mehr als nur ein spannender Kriminalroman. So ein Buch ist Literatur und diese von der besseren Art. Wenn Sie Christoffer Carlsson kennen, dann lesen Sie auch diesen Roman, denn der Autor wird mit den Jahren mit jedem seiner Bücher immer besser. Falls Sie ihn noch nicht kennen, fangen Sie unbedingt damit an, liebe Leser.
Es ist kein Wunder, dass die Bücher von Carlsson jedes Mal Bestseller werden, denn solch großartigen Geschichten kann sich niemand entziehen.
Autorenfoto: Copyright ® Emelie Asplund
Christoffer Carlsson, geboren 1986, wuchs außerhalb von Marbäck an der Westküste Schwedens auf. Er promovierte in Kriminologie an der Universität Stockholm und wurde 2012 mit dem Young Criminologist Award der European Society of Criminology ausgezeichnet. Für seinen Debütroman «Der Turm der toten Seelen» erhielt er 2013 als jüngster Preisträger mit 27 Jahren den Schwedischen Krimipreis. Die Reihe um den Polizisten Leo Junker erscheint in 20 Ländern und wird verfilmt. Sein Roman «Unter dem Sturm» wurde bislang in zehn Länder verkauft und war 2019 für den Schwedischen Krimipreis nominiert.
Sie ist ein Landei, klug, schön, aber unsicher. Ingrid Klinga kommt nach Uppsala, um zu studieren, und gerät in die Fänge der damaligen Politik. 1958, der Eiserne Vorhang, Atomwaffen, Spionage und der wilde Enthusiasmus der Studenten, die Welt zu retten. Die Liebe zieht sie in den Bann und der Kitzel des Verbotenen. Darüber, über die mittlerweile sehr erfolgreiche Autorin Ingrid Klinga, will Johan schreiben. Seine Recherche führt ihn zu unerwarteten Ermittlungen, Polizeiberichten und einem Toten, bevor man ihn selbst auffindet. Er hat sich scheinbar in einer Pension erhängt. Sein Freund, dessen Name uns bis zum Ende verheimlicht wird, glaubt nicht an Suizid und greift Johan Oskarssons Recherchen um Ingrid Klinga auf, vielleicht um das Buch seines Freundes zu beenden, vielleicht um Johnas Tod aufzuklären. Der eigentliche Protagonist, der Polizist Vidar Jörgensson, spielt bei der Geschichte nur eine kleine, untergeordnete Rolle, wie ein Moderator, der hin und wieder auftaucht. Doch eigentlich ist ›Hinter dem Nebel‹ ein Standalone. Und am Ende überrascht der Autor auch noch mit der Bekanntgabe des unbekannten Erzählers. Was einen aufmerksamen Leser ins Grübeln und auch zum Schmunzeln verleitet. Ein ganz, ganz tolles Werk, das Christoffer Carlsson für uns auf Papier gebracht hat.
Werbetext Rowohlt:
Der vierte Fall für Vidar Jörgensson: Selbstmord oder Mord? Als man Johan Oskarsson erhängt auffindet, deuten alle Zeichen auf Selbstmord – der Schriftsteller war eine zerbrechliche Seele. Polizist Vidar will den Fall eigentlich zu den Akten legen, doch es gibt Anzeichen dafür, dass jemand ihn zum Schweigen bringen wollte. Denn die Biografie über die berühmte schwedische Autorin Ingrid Klinga, an der er vor seinem Tod schrieb, führt tief hinein in die dunklen 1950er-Jahre: in die Machenschaften der schwedischen Nachrichtendienste, gefährliche Loyalitäten, in Netzwerke, in denen Menschen ihre Seele verkauften, um sich selbst zu retten oder ihre Ziele zu erreichen. Wie heikel die Themen sind, mit denen sich Oskarsson beschäftigte, muss Vidar bei seinen Ermittlungen am eigenen Leib erfahren.
Hinter dem Nebel, Christoffer Carlsson, Rowohlt Kindler, gebundene Ausgabe, 464 Seiten, ISBN 978-3-463-00082-4, Euro 14,99, übersetzt von Ulla Ackermann, erschienen 17.04.2026