Schlagwort: Schriftsteller

Hinter dem Nebel, Christoffer Carlsson, Kriminalroman

»Diese Frau habe ich für mich erschaffen. Niemand kommt mit heiler Haut aus der eigenen Geschichte heraus. Ich habe es getan, um hierherzukommen, und es gibt nichts dagegen zu sagen. Absolut nichts. Habe ich gelogen? Habe ich Opfer gebracht? Habe ich betrogen? Natürlich habe ich das! Und hier bin ich. Ich kann tief in mich hineinblicken, aber könnt ihr es? Hier bin ich. Hier ist ein Mensch. Könnt ihr das akzeptieren?« Mit diesem Zitat fast am Ende des neuen Buchs ›Hinter dem Nebel‹ von Krimigroßmeister Christoffer Carlsson wird bereits viel über diese Geschichte erzählt. Es ist ein superber Krimi, ein Thriller, eine Lebensgeschichte und vielleicht irgendwie auch eine Biografie. Auf jeden Fall ist es aber mehr als nur ein spannender Kriminalroman. So ein Buch ist Literatur und diese von der besseren Art. Wenn Sie Christoffer Carlsson kennen, dann lesen Sie auch diesen Roman, denn der Autor wird mit den Jahren mit jedem seiner Bücher immer besser. Falls Sie ihn noch nicht kennen, fangen Sie unbedingt damit an, liebe Leser.

Es ist kein Wunder, dass die Bücher von Carlsson jedes Mal Bestseller werden, denn solch großartigen Geschichten kann sich niemand entziehen.

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Alice Feeney, Nebelinsel, Thriller

Schreiben Autoren für sich? Schreiben sie für ihre Leser? Lieben sie nur sich und ihr Buch und übersehen sie ihre Partner/Mitmenschen? Alice Feeneys „Nebelinsel“ ist ein Thriller, der langsam von der Erzählform einen in den Bann zieht und sich in der Geschichte in einen Thriller verwandelt. Allein schon die lange Einleitung dahin ist so spannend, dass man weiterlesen muss. Man möchte doch wissen, was aus dem Schriftsteller Grady wird. Alice Feeney ist hier ein Meisterwerk gelungen, von der Beschreibung der misslichen Situation des Schriftstellers Grady, eine Spannung bis zum Schluss aufzubauen und dabei mit vielen Wendungen zu spielen.

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Die Gabe der Lüge, Val McDermind, Ein Karen Pirie Ermittlung

Edinburgh im Lockdown. Auch DCI Karen Pirie sitzt mit ihrer Kollegin der Wohnung ihres Freunds Hamish fest. Die Langeweile ist kaum zu überbieten, bis Jason, das Küken ihrer Cold Case Unit auf einen Fall stößt. Die Studentin Lara Hardie verschwand vor einem Jahr spurlos, jegliche Ermittlungen führten ins Nichts. Als der Nachlass des kürzlich verstorbenen Bestsellerautors Jake Stein der National Library vermacht wird, meldet sich eine der Bibliothekarinnen bei Karens Team. Sie hat ein unvollständiges Manuskript des Schriftstellers gefunden, bei dem es um einen Mord geht. Der Mord an einer jungen Studentin, die Lara Hardie so sehr ähnelt, dass die Frau die Historic Case Unit von DCI Pirie kontaktiert. Als sie und ihre beiden Mitarbeiter Jason und Daisy das Material sichten, konkretisiert sich der Verdacht. Doch was soll dieses Manuskript, in dem der Autor die Geschichte zweier Schriftsteller und einem perfekten Mord erzählt. Definitiv handelt es sich in der Realität um Jake Stein und Ross McEwens, doch kann es wirklich sein, dass die junge Frau in dem unvollständigen Manuskript wirklich Lara Hardie und Jake Stein der Mörder? Schwer zu beweisen, vor allem wenn der angebliche Mörder tot ist!

Val McDermid ist eine Ikone, wenn es um Krimis geht. Ihre Protagonisten und ihr Schreibstil sind so perfekt, durchdacht und spannend, dass man ohne zu zögern jeden McDermid lesen kann. Jedoch muss ich für meinen Teil feststellen, dass die Autorin im Alter noch besser wird. Die Gabe der Lüge ist einfach eine tolle Story! Für mich bisher der einzige Krimi, der den Mut hatte im Lockdown zu spielen und dabei keine Sekunde Spannung verloren hat.

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Gerald Richter, Marian Kretschmer: Die sieben Leben des Stefan Heym (Graphic Novel)

Aus einer Idee wurde ein Buch, das außerordentlich kraftvoll in seiner grafischen Gestaltung und tiefgehend in der Schilderung eines Mannes ist, der in verschiedenen politischen Systemen aufgewachsen und sie schriftstellerisch begleitet hat. Die Bilder begleiten die Texte in unaufdringliche Art und Weise und sind dann dominierend wenn sie die Gefühle der Protagonisten ausdrücken. Einige ganzseitige Bilder könnten auch für sich alleine stehen. Am oberen Rand der Blätter ist eine Zeitschiene zu sehen die die betreffende Periode betreffen. Texte aus den Büchern und Schriften des Schriftstellers Stefan Heym fließen in die bebilderten Texte ein machen das Werk auch für junge Menschen interessant und lesbar. Auch für ältere Leser*innen ist das Buch interessant, weil es die jüngere Geschichte der Menschen beleuchtet und ins Gedächtnis ruft. Weiterlesen