
Herzhaftes Backen, da fällt einem Pizza, Kürbisbrot und vielleicht noch ein Quiche Lorraine ein. Doch Anni Alber und Eva-Maria Schulz haben da einiges mehr in petto. Es war bereits äußerst lecker, sich die tollen Fotos dieses leidenschaftlich gestalteten Kochbuchs anzusehen. Doch in den nächsten Tagen werde ich mich ans Backen machen, Freunde einladen und die köstlichen Schätze der beiden Omas kredenzen. Die Rezepte sind leicht verständlich und vermitteln den Eindruck, dass man kein Chef in der Küche sein muss, um sich selbst an den Ofen zu wagen. Das Kochbuch ist daher sehr übersichtlich und deckt die ganze Palette, von B wie Brot zu Z wie Zwiebelkuchen ab. Außerdem wird das Grundrezept von elf Teigarten im Kochbuch vorangestellt. Und weil ein gutes selbst gebackenes Brot auch einen leckeren Dip oder Aufstrich braucht, endet das Backbuch mit extravaganten Rezepten von Räucherforellen-Dip bis zur Feta Creme.
Na dann, ran an den Ofen und guten Appetit! Weiterlesen
Für Krimifreunde und die, die den britischen Sinn für Humor schätzen, hat der Droemer Verlag mit den Kurzgeschichten von Val McDermid ein richtiges Schmankerl für die Weihnachtszeit und für den Weihnachtswunschzettel. McDermid erweist sich als Meisterin der Kurzgeschichte. Jede Geschichte hat ihren eigenen Charme und Nervenkitzel. Aber die Titel gebende Geschichte Das Mädchen, das den Weihnachtsmann umbrachte ist mein persönlicher Favorit. Die Autorin erzählt abwechslungsreich und spannend. Die Charaktere sind treffend herausgearbeitet und lassen es angesichts der Kürze der Geschichte nicht an der nötigen Tiefe missen. Zugegeben, nicht jede Geschichte hat mit Weihnachten zu tun. Aber wenn der Weihnachtsmann tot ist, gibt es dann noch Weihnachten? Für mich schmälert das nicht die erzählerische Leistung der Autorin, die mich auf ihr Gesamtwerk 

Ein neuer Protagonist hat Literaturszene des historischen Kriminalromans betreten.Dieser Felix Blom ist ein ausgekochtes Schlitzohr der sich besonders bei Einbrüchen einen Namen gemacht hat. Durch eine Falle hat er drei Jahre in Einzelhaft in Moabit eingesessen. Seinerzeit der Regel Strafvollzug. Mittellos sinnt er auf Rache und sucht seine Kontakte in Berlin auf. Zeitgleich passieren ungewöhnliche Morde die durch handschriftliche Karten bei den Opfern angekündigt werden. Blom bekommt auch eine. Blom, vor der Inhaftierung ein angesehener Mann mit einer wunderschönen Verlobten, trauert dieser Zeit nach und wird ganz mutlos. Die Detektivin Mathilde Voss greift ihn unter die Arme und hilft ihm Vergeltung zu üben. Wie immer gelang es der Autorin die gesellschaftlichen Verhältnisse in Berlin authentisch zu schildern. Sie führt die Leserschaft durch die vielen Enden der Geschichte in die Irre. Wer ist der Mörder?
Dieser mit dem Schlingel Award und dem Prädikat wertvoll ausgezeichnete Weihnachtsfilm führt uns in die Wälder von Estland. Und mit Zauberei hat er nichts zu tun, denn es ist die Geschichte der kleinen Eia, die Weihnachten nicht mit ihrer Familie verbringen kann. Ihre Mutter eine Primaballerina muss für eine verletzte Kollegin einspringen und Papa ist wegen eines Bauprojekts in Singapur. Sie fühlt sich abgeschoben zu Ott, den sie noch nicht einmal kennt. Er lebt auf einem kleinen Hof tief im verschneiten Winterwald von Estland. Doch schon am ersten Tag merkt Eia, wie schön es ist die Zeit im Wald mit den Tieren, Ott und seiner tollen Nachbarsfamilie zu verbringen. Leider ziehen dunkel Wolken auf, denn ein Großgrundbesitzer will den Zaubereulenwald, wie er genannt wird, abholzen und das ohne Rücksicht auf die Tiere. Da hat er aber die Rechnung nicht mit Eia und ihren Freunden gemacht. Noch während sie alle um den Erhalt des Waldes kämpfen, stößt Eia auf ungeöffnete mysteriöse Briefe bei Ott, die vor langer Zeit an ihren Papa adressiert waren.
Ok, ich bin etwas voreingenommen. Als Fan von kulinarischen Krimis, ob es in bestimmten Weinregionen und dort die Weine und Winzerbeschrieben werden, oder Kommissare, die gerne selber Kochen oder Essengehen, dazu ein spannender Krimi, dann bin ich garantiert dabei. Da fallen mir die Rezensionen besonders leicht. Nun bin ich besonders voreingenommen. „Chez Luc Aquitaine“, Frankreichs Südwesten, das Aquitaine von der spanischen Grenze dem Baskenland, Saint-Jean-de-Luz über Biarritz, Eugenie-le-Bain, Bordeaux mit seinen unterschiedlichen Weinanbaugebieten, bis hin zur Gironde Mündung, Soulac-sur-Mer für mich ein Déjà-vu. Etwas falsch ausgedrückt. Keine Erinnerungstäuschung. Nein persönlich Erlebtes. Vorab aber zum Autor.
Bernhard Hofer beweist mit dem ersten Band seiner 4er Reihe Tannenfall, dass nicht nur Stephen King Meister des verwirrenden Kopfkinos ist. Auch er beherrscht es, es dem Leser bei der Unterscheidung zwischen realer Welt, Fiktion und Wahnvorstellungen nicht leicht zu machen. Denn der Autor pendelt mit Leichtigkeit zwischen den Zeiten und Orten, das man Acht geben muss, nicht auf der Strecke zu bleiben. Die Berliner Staatsanwältin Marlene Castor möchte in der Abgeschiedenheit der österreichischen Bergwelt einen beruflichen Rückschlag aufarbeiten. Ihre Tochter Lya, die sie begleitet, verschwindet bei einem gemeinsamen Ausflug in einem Stollen. Verzweifelt beginnt sie die Suche nach ihrem Kind. Sie stößt auf Ablehnung und Intrigen, weiss nicht, wem sie noch trauen kann. Fragen, die im Raum stehen, werden hoffentlich im Verlauf der gesamten Sagea beantwortet. Trotz des Tempos in der Geschichte, gelingt es Hofer andererseits durch seine Sprache Ruhe auszustrahlen. Überhaupt seine Sprache, sie ist bildlhaft und wortgewaltig. Und wenn die Verwirrung, die diese spannende Geschichte auszulösen vermag, gewollt ist, ist es gelungen!
Weihnachten, das Fest der Familie und des gemeinsamen Kirchgangs. Das Fest mit vielen Vorbereitungen für den Heiligen Abend. Und was passiert, wenn sich noch ein unbekannter, aber berühmter Gast anmeldet hat. Oma backt, der Opa bastelt im Keller, die Mutter macht extra Besorgungen und der Vater putzt. Die schönsten Geschichten schreibt das Unverhoffte. Gerade, wenn man mit der falschen Erwartung mit dem Unverhofften überrascht wird und alles viel besser ist.