Alle Artikel von Stephan Schwammel

David Wellington: Die letzte Astronautin

Wir schreiben das Jahr 2058 und die NASA die glorreiche Raumfahrtagentur der Amerikaner muss sich gegen private Raumfahrtagenturen behaupten. Insofern hat sich in der nahen Zukunft nicht viel geändert, auch nicht dass diese Agenturen besondere Rücksicht auf ihre Mitarbeiter nehmen. Es beginnt ein Wettlauf zwischen NASA und einem privaten Raumfahrtunternehmen um ein der Tiefe des Raums erschienenen Objekt zu erforschen und in Besitz zu nehmen. Dann entwickelt sich aber ein Drama, weil die Besatzung des kommerziellen Raumfahrtunternehmens auf diesem riesigen Objekt nicht mehr antwortet. Die NASA, langsamer als die Kommerziellen, beginnt mit der Suche. Dem Autor ist es gelungen, eine spannende Geschichte zu erzählen, die oft unerwartete Wendungen nimmt. Eine gut durchdachte und anspruchsvolle Science-Fiction Literatur. Weiterlesen

Ken Folett: Kingsbridge

Wer den Begriff Schmöker kennt dem sei gesagt, hier liegt einer vom Großmeister des Historienromans vor. Die 1024 Seiten sind voll von Spannung, historischen Details über eine Zeit in dem das Recht des Stärkeren gnadenlos herrschte. Wie immer bringt Folett den Kampf Gut gegen Böse, List gegen Offenheit in eindrucksvoller Weise zu Papier und weis sein Lesepublikum zu fesseln. Der Autor beleuchtet die Zeit vor seinen Bestsellern, Säulen der Erde und den anderen Büchern die insgesamt 38 millionenfach verkauft wurden. Die Jahrtausendwende war keine lustige Zeit. Wer auf der falschen Seite der Insel geboren wurde war leicht ein Sklavendasein beschieden und wer seine Pacht nicht zahlen konnte fand sich in Lohnsklaverei wieder. Natürlich kommt bei Folett die Liebe nicht zu kurz. Ein rundherum gelungenes Werk. Weiterlesen

Dai Sijie: Der kleine Trommler, Drei chinesische Geschichten

Chinesische Literatur ist immer etwas Besonderes. Die Denkweise der Autoren und die Möglichkeit frei zu schreiben sind stark eingeschränkt. Das vorliegende Büchlein macht hier eine Ausnahme; geradezu direkt spricht der Autor Korruption und gesellschaftliche Verhältnisse an. Da wird ein junger Mensch verkauft, gesundheitliche Produktionsbedingungen geschildert und Eltern Kind Verhältnisse problematisiert. Das Ganze verpackt der Schriftsteller in brillante Ausdruckskraft. Das Büchlein ist schon länger auf dem Markt täuscht aber nicht darüber hinweg, das die Verhältnisse in China sich nicht geändert haben. Weiterlesen

Jo Nesbø: Ihr Königreich

Dieser neue Nesbø verarbeitet romanhaft alle Todsünden des alten Testaments. Er beschreibt die inneren Zustände einer Kleinstadt in Nordnorwegen. Mord, Betrug, Ehebruch, Hochmut, Habsucht lauern in vielen Bürgern und bilden einen Spannungsbogen der sich gewaschen hat. Der Autor lässt der Leserschaft den „Helden“ ans Herz wachsen um ihn dann in eiskalte mörderische Handlungen zu verwickeln. Eigentlich spielt sich das Leben in der Kleinstadt in ruhigen Bahnen ab bis, ja bis einer höher hinaus will als alle Anderen und die Menge mitzieht. Das Leben ist hart in dem kalten und kahlen Landstrich Norwegens. Im Inneren der Menschen aber brodelt es und kommt dann und wann zum Ausbruch. Stark! Weiterlesen

Eliot Pattison: Die vier Toten von Tibet, Ein Tibet-Krimi

Tibet steht für uns Mitteleuropäer als Synonym für eine Spirituelle Nation. Da Tibet aber von China annektiert und das spirituelle Oberhaupt der Dalai Lama vertrieben wurde, sind die alten Religionen bedroht. Durch technische Großprojekte, z.B. Staudämme und „Himmelszug“ werden die Lebensräume und die jahrhundertealten Gebetsstätten nach und nach zerstört. Der Autor führt uns deutlich vor Augen, was es heißt, wenn Minderheiten brutal unterdrückt und auf ihre Kultur keine Rücksicht genommen wird. Der Ermittler, ein Tibeter, der durch ein Umerziehungslager gegangen ist, sich aber seiner kulturellen Vergangenheit bewusst ist, versucht die Fesseln aus Korruption und Misswirtschaft zu überwinden. Dieser Kriminalroman ist im besten Sinne ein Roman der die kulturellen Hintergründe und Lebensumstände Tibets äußerst spannend beschreibt. Weiterlesen

Dieter Aurass: Rheinlandbastard

Bislang kam die Zeit um 1920 und das Rheinland in dieser Zeit wenig in Kriminalromanen vor. Deutschland hatte den Krieg verloren und musste hohe Reparationszahlungen an Frankreich leisten dass es im Krieg verwüstet hatte. Da Deutschland zahlungsfähig war besetzte Frankreich das Rheinland. Zu den Besatzungssoldaten gehören auch Afrikaner.Das sorge für Zündstoff. Der Roman spielt Koblenz das durch die Festung Ehrenbreitstein dominiert wird. Hier sitzt der französische General der durch Morde an seinen Soldaten aufgeschreckt wird. Er veranlasst das sein Mordermittler mit einem deutschen Kommissar zusammenarbeitet. Je mehr Morde passierten desto enger wird die Zusammenarbeit zwischen den Mordermittlern. Der Autor zeigt uns, wie die Menschen in dieser Zeit dachten und handelten. Die aufkommenden faschistischen Tendenzen bleiben dabei nicht unberücksichtigt. Gut recherchiert und mit Sicherheit werden wir von den beiden Ermittlern noch lesen. Weiterlesen

Raymond Khoury: Furia

Eine wilde Mixtur eines Kriminalromans. Der Autor befasst sich mit der Situation Russlands in der Zarenzeit. Hier spielt der Mönch Rasputin eine Rolle die von einer geheimnisvollen Maschine gestützt wird. Die Maschine verfeinert hat ein Wissenschaftler nach Amerika gebracht. Hinter der Maschinen sind eine Menge Leute her. Die Sorte die keine Rücksicht nimmt auf Menschen und deren Leben. Ein FBI Agent und eine Elitekiller treffen aufeinander. Der Show down ist wie immer bei solchen actionreichen Thrillern monumental. Weiterlesen

Frida Gronover: Dänische Schuld (Ein Gitte-Madsen-Krimi 2),

Angeblich leben in Dänemark die glücklichsten Menschen der Welt. Diese Form des Wohlfühlens nennt man auch Hygge. Dass man auch einen Kriminalroman mit Hygge schreiben kann zeigt dieses vorliegende Buch. Wo gibt es am meisten Tote? Natürlich bei einem Bestatter. Die Heldin dieses Buches ist eine Bestatterin. In einem Ferienparadies wie es das Örtchen Marielyst ist sterben auch Menschen eines nicht natürlichen Todes. Hier ist natürlich die ermittelnde Bestatter gefragt. Der Autorin gelingt es ein kleines spannendes Handbuch für den Dänemark Urlaub vorzulegen. Es macht sichtlich Spaß der bestatteten und ihren Helfern beim Ermitteln zuzusehen. Wer also noch nie in Dänemark war kann sich mit diesem Buch darauf vorbereiten. Diejenigen die Dänemark schon einmal besucht haben werden sich an viele Dinge erinnern die die Autorin hier vorstellt. Weiterlesen

Christian v. Ditfurth: Terrorland, Ein De-Bodt-Thriller

Christian von Ditfurth lässt es wieder einmal krachen. Auf den ersten 50 Seiten gibt es wieder unzählige Tote, und ein Ende des Terrorismus ist nicht abzusehen. In Berlin dann die Kanzlerin wieder ihren besten Ermittler Eugen de Bodt. Der sammelt wie in den vorherigen Romanen des Autors seine internationalen Ermittler um sich um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Diesmal nimmt de Bodt wieder seinen Lieblingsphilosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel als Unterstützer zu Hilfe. Besonders interessant ist der Bezug zu den Wahlen in den USA. Unnachahmliche Weise bezieht er sich auf den gegenwärtigen Präsidenten und auf dessen Verhalten sowie der Regierungsfähigkeit dieses Menschen. Alles zusammen ist wieder ein herausragender Kriminalroman entstanden, der seinesgleichen sucht. Weiterlesen

Jürgen Heimbach: Die Rote Hand

Frankfurt 1959, in dieser noch vom Krieg zerstörten Stadt, tummeln sich Kriegsgewinnler Geheimdienste und andere üble Gestalten. Einen Bombenanschlag auf einen Waffenhändler in Frankfurt nimmt der Autor zum Anlass, daraus eine auf Tatsachen beruhende spannende Geschichte zu schreiben. Die rote Hand hat tatsächlich existiert. Es war der Deckname des französischen Geheimdienstes, der in Deutschland Waffenschieber und Waffenhändler bedroht hat, die Waffen an die algerische Widerstandsbewegung geliefert haben.  Eine spannende Geschichte die in einer Atmosphäre spielt, die jeder der in Frankfurt einmal gelebt hat, nachvollziehen kann. Weiterlesen