
Diesem Thriller liegt eigentlich eine gute Idee zugrunde. Doch eine wichtige Frage stellt sich bei der Story: Ist die Geschichte so wirklich möglich? Vielleicht ist sie es, in New York City, bei Menschen, die den ›American Way of Life‹ leben, wer weiß! Unterstellen wir mal, dass es Menschen gibt, die wirklich so ticken, dann ist die Geschichte raffiniert und geschickt erzählt.
Die notorische Lügnerin, Sloane, trifft zufällig in ihrer Mittagspause einen Vater mit seiner kleinen Tochter auf einem Spielplatz im Park. Die Kleine wurde von einer Biene gestochen und Sloane kann Erste Hilfe leisten. Dabei behauptet sie Krankenschwester zu sein, um sich für den attraktiven Jay Lockhart interessant zu machen. Ihre Lügen und ihr Auftreten verfehlen nicht die Wirkung und Jay sorgt dafür, das Sloane, die sich ihm als Caitlin vorgestellt hat, seine Ehefrau Violet kennenlernt. Die beiden Frauen mögen sich auf Anhieb und Haper die kleine Tochter ist regelrecht vernarrt in Caitlin. Als Violett Caitlin bittet, doch als Kindermädchen bei ihnen anzufangen, glaubt Sloane aka Caitlin, dass sich endlich einer ihrer größten Träume erfüllt. Sie kann ihre kranke Mutter und das popelige Nagelstudio, in dem sie arbeitet, hinter sich lassen und endlich ein Teil einer privilegierten, reichen New Yorker Familie werden. Doch zum einen ist da Sloanes Vergangenheit, die sie unweigerlich einholt, und zum anderen ein hinterhältiger Plan, der zwar aus Verzweiflung geboren ist, aber darauf abzielt, die notorische Lügnerin zu täuschen und ins Verderben zu stürzen. Hier lügen definitiv mehr als nur eine Person!
Wenn Sie nicht gerade ein Fan von den fast gruselig realistischen, skandinavischen Thrillern sind und auch mal fünf gerade sein lassen, dann wird Ihnen dieser Thriller zusagen. Besonders beeindruckend ist das Ende. Denn endlich hat man alles durchschaut und dann entwickelt sich die Situation völlig anders als gedacht. Der Roman kann sehr unterhaltsam sein, insbesondere wenn Sie eine Vorliebe für Charaktere haben, die in Serien wie ›Sex and the City‹ und ›Desperate Housewives‹ dargestellt werden.
Ein Western Roman der in jeder Hinsicht etwas Besonderes ist. In der Regel sind in Western Romanen die Helden gradlinige rechtschaffene Menschen die ihre Colts schneller ziehen können als andere. Im Roman kann dies der Held auch, aber es erscheint dass er eine besondere Lust am Töten hat. Der Held ist asiatischer Abstammung und rächt seine Artgenossen die beim Bau der Eisenbahn verheizt werden. Auf seiner Reise durch den Westen trifft er auf die verschiedensten Menschen mit denen er zum Teil hochphilosophische Dialog geführt. Auch die Landschaften die der Held mit einer Schausteller Truppe durchquert sind nicht derart weichgespült wie man es sonst in Western lesen kann. Ungewöhnlich aber bestens unterhaltende Literatur.
Der Autor lässt die Zeit um 1660 in England und Amerika für die geneigte Leserschaft auferstehen. Er schildert die gnadenlose Verfolgungsjagt König Karl II auf die „Mörder“ seines Vorgängers Karl I. Dieser wurde von Oliver Cromwells Männern verurteilt und hingerichtet nachdem vorher ein blutiger Bürgerkrieg losgetreten wurde. Die fanatischen Verfolger sind den 50 Unterzeichnern des Todesurteils in Europa und Amerika auf den Fersen. Die Lebensumstände der handelnden Menschen werden authentisch widergegeben. Der Kampf gegen die Natur und die Indianer sowie der innere Kampf der religiösen Eiferer wird ausgiebig geschildert. Blutig sind auch die Schilderungen der Hinrichtungen der Richter und Unterzeichner des Todesurteils.
Dieses Meisterwerk gilt als Vorläufer einer Trilogie von Don Winslow: Tage der Toten, dass Kartell und Jahre des Jägers. Wer diese Bücher noch nicht kennt sollte sie unbedingt lesen. Aber zunächst zu dem vorliegenden Werk. Es ist unglaublich hart, schnell und actionsreich. Nach einem Satz ist man bereits mitten in der Handlung die einen über die 280 Seiten nicht mehr loslässt. Man merkt dass der Autor tief in diese Materie, der West Coast Drogen Szene eingedrungen ist. Die Verhältnisse der kalifornischen mexikanischen Grenze mit ihrem Menschenhandel und Drogenschmuggel werden unglaublich hautnah an die Leserschaft herangetragen. Manchmal muss man tief durchatmen wenn es um Szenen geht die der Autor in lakonischer Sprache beschreibt, die aber durchaus blutige Hintergründe haben. Das Buch und die oben genannte Trilogie ist ein Muss für jeden Krimileser.
Wie kommt man zu den Olympischen Spielen? Trainieren, trainieren, trainieren! Das war 1936 so und hat sich auch im 21. Jahrhundert nicht geändert. Historisch zurückblickend Licht auf die Leben dreier amerikanischer Olympionikinnen von Berlin zu werfen ist eine Sache. Aber es auf eine emotional-hollywoodreife Art zu tun, die mich abholt, mitleiden, mitfreuen, mittriumphieren und auch mitweinen lässt, mich kurzum für die Thematik öffnet, ist eine Fähigkeit, um die man Amerikaner beneiden kann. Als die drei Protagonistinnen Betty, Louise und Helen ihren Kampf mit dem amerikanischen Olympischen Komitee um die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Berlin aufnehmen, kämpfen bereits seit fast drei Jahrzehnten weltweit Frauen in der Frauenbewegung u. a. um die Gleichstellung der Geschlechter und die Neubewertung der tradierten Geschlechterrollen, um insbesondere im Geschlechterverhältnis Bevormundung, Ungerechtigkeiten und soziale Ungleichheiten zu beseitigen. 



