Mit Band 3 der dreiteiligen Mittelaltersaga ›Das Haus der grauen Mönche‹ Band 1: Das Mündel, Band 2: Freund und Feind, rundet der Autor seine Trilogie ab. Was zunächst wie ein Regioroman aussah entpuppt sich über die drei Bände zu einem breiten Spektrum des Mittelalters in Deutschland. Zweyer, der der Redaktion schon durch die historischen Kriminalromane Franzosenliebchen u. Goldfasan, die Bände berichten romanhaft über das durch die Franzosen besetzte Ruhrgebiet, erzählt die Geschichte eines jungen Mannes der von Hattingen über das Erzgebirge nach Lübeck reist. Hierbei werden die verschiedensten Aspekte des Mittelalters von Kirche über Bergbau und Handel angesprochen. Drei Romane, spannend, lehrreich und unterhaltsam.
Kategorie: Buchbesprechungen
Veit Heinichen: Scherbengericht, Commissario Laurenti vergeht der Appetit; Extra: Ein Gespräch mit Commissario Laurenti
Der Wahltriestiner Heinichen beschreibt in seiner unnachahmlichen Art die Zustände in seiner Heimat. Nach einem mysteriösen Todessturz kommt die Kriminalgeschichte in Fahrt, die über 50 Jahre zurückliegt. Dabei erzählt uns Heinichen die sehr wechselvolle Geschichte Triests. Mancher Triester wird sie so nicht kennen. Heinichen schrappt dabei nicht an der Oberfläche, er geht tief in die korrupten Strukturen der italienischen Gesellschaft und der Triests im Speziellen. Natürlich klammert der Autor die regionale Küche des Gebiets vom Karst zum Mittelmeer nicht aus, sodass dem Leser das Wasser im Mund zusammen läuft.
Garry Disher: Hinter den Inseln
Ein leidenschaftlicher Pilot und Geschichtsforscher ist er, der Garry Disher. Er forscht über die Geschichte Australiens. Dabei ist er wohl auf diese Geschichte gestoßen die dem Buch zu Grunde liegt. Die Geschichte zeigt wie durch den 2. Weltkrieg die Verhältnisse in Asien durcheinander gewirbelt wurden. Kolonialmächte verloren ihre Basen und damit ihren Einfluss. Disher zeigt die Gewalt deren die Zivilbevölkerung ausgesetzt wurde und die Rücksichtslosigkeit der Menschen wenn es ums Überleben geht. Ein spannender Roman, der Gewalt, Liebe und viele andere Spielarten des menschlichen Lebens sehr deutlich zeigt.
Dennis Lehane: Dunkelheit, nimm meine Hand, Ein Fall für Kenzie & Gennaro
Mit einer Reihe von Neuübersetzungen wurde den Werken des Krimiautoren Dennis Lehane Rechnung getragen. Angepasst an heutige Redewendungen und Sprüchen erschließen sich die Zustände des heutigen Amerika recht deutlich. Ein Lob gilt daher auch dem Übersetzer. Der Autor zeigt in seinen Werken Mystic River, Der letzte Drink, ein Land, in dem täglich mit Waffengewalt Banden und auch die Polizei Rechte, in welcher Art auch immer durchgesetzt werden. Weiß gegen Schwarz und anders herum, die Kämpfe sind gnadenlos. Lehane nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Mit seinen beiden Detektiven in Boston dringt er tief in die Unterwelt und des organisierten Verbrechens ein. Ein Meister der schreibenden Zunft nimmt uns in seinen Werken quasi mit in ein Land, das scheinbar immer mehr zu den Waffen greift.
Hattinger und die Schatten, Hattingers 3. Fall
Ein Regiokrimis für Bayernfans. Da hat der nicht bayrisch sprechende Leser zunächst seine Schwierigkeiten dem Gesprächsverlauf zu folgen. Die Geschichte ist aber spannend und dreht sich um die Vergangenheitsbewältigung. Der Chiemsee war in der Nazizeit ein Refugium der Herrschenden und sollte zu einer gigantischen Erholungsoase ausgebaut werden. Mit der entsprechenden künstlerischen Ausstattung, die aus den eroberten Ländern Europas geklaut wurden. Aber auch die Umtriebe der heutigen Neonazis machen Hattinger zu schaffen.
Michael Dobbs: Schach dem König
Die älteste Demokratie der Welt, England, mit einer/m KönigIn ist Schaukampf zweier Titanen in einem Meisterwerk des Insiders Dobbs. Mit spitzer Feder seziert er die möglichen Machenschaften der Politiker und die Unbedarftheiten der Royals. Gewürzt wird dieses Bravourstück eines Politromans mit saftigen Szenen der Ausschweifungen seiner Protagonisten. Es ist dem Übersetzer gelungen die Feinheiten des englischen Sarkasmus und des schwarzen Humors herausragend zu vermitteln. Einem wie Dobbs ist es zuzutrauen, dass er mit seinen Werken, ohne dass wir es als Leser merken, seinen Widersachern noch einen einschenkt.
Amitav Ghosh: Die Flut des Feuers

Die Flut des Feuers von Amitav Ghosh
Das Werk ist ein aufwändiges Werk das romanhaft die Geschichte Nordindiens und der Opiumkriege Englands mit dem Kaiserreich Chinas erzählt. Es wird eine ereignisreiche Zeit von 1834 bis 1841 beschrieben in der Familien aufgrund von Ereignissen einer Schifffahrt auseinander gerissen werden und durch Zufälle in der Weltpolitik und der Kriege, die England mit Hilfe der Indischen Sepoys wieder in Verbindung kommen. Dabei ist der nicht unkritische Blick auf die imperialistischen Machenschaften Englands und der Ostindien Kompanie, die diese Eroberungsfeldzüge finanziert hat, sehr bemerkenswert. Ein Werk das durch interkulturelle Betrachtungen besticht.
Dora Held: Wir sind die Guten
Wenn es so etwas gibt wie Seniorenkrimis, dann ist dieses ein Musterbeispiel dafür. Eine Gruppe von gut gestellten Senioren, Ex Polizeichef, Steuerfahnder u. Andere lösen einen Fall. Die Handlung spielt auf Sylt und ist schon spannend, nicht dass es zu Herzrhythmusstörungen käme, nein, aber spannend. Es zeigt sich am Musterbeispiel dieser Senioren, wie die ältere Generation tickt. Man hat soziale Verantwortung, wenn man auch manchmal ein bisschen Illegalität in Kauf nimmt. Die Soziokultur der teuersten Insel Deutschlands wird auch ausgiebig beleuchtet.
Der Hirte, Ingar Johnsrud

Die Skandinavier können einfach Thriller schreiben! Dieses Debüt ist der erste Teil einer Trilogie mit einem ganz gewöhnlichen Kommissar, dem das Leben bereits hart auf die Prüfung gestellt hat. Zusammen mit seinem nicht minder mürrischen Kollegen Andreas sollen sie einen Vermisstenfall untersuchen. Die Tochter einer berühmten Politikerin ist samt Enkelkind verschwunden. Das die Tochter Mitglied einer fanatischen Gottessekte ist, macht die Sache nicht einfacher. Doch als ein Amokläufer besagte Sekte überfällt und etliche Tote hinterlässt, wird der Fall plötzlich erste Priorität der Chefetage, besonders weil man ein unterirdisches Labor findet, von dem niemand weiß, was dort erforscht wurde.
Das Alte Böse, Nicolas Searle
Wie nähert man sich einem Roman, der Das Alte Böse heißt? Mit Humor? Die alte Böse, muss es heißen, und die ist tot. Oder doch mit freudiger Erwartung? So wie Brian, der im Internet Estelle kennengelernt hat. Die lässt sich von ihrem Enkel Stephen zum Rendezvous chauffieren. Enkel? Internet-Dating-Portal? Moment, wie alt sind die beiden denn? Sagen wir es so: Sie sind in der Mitte zwischen einer dreistelligen Altersangabe und dem Renteneintrittsalter. Und sie heißen eigentlich Betty und Roy. Und sie sind alt. Und einer von beiden (oder doch beide?) ist böse!