Kategorie: Buchbesprechungen

Falsche Wahrheit, David Baldacci

Die Reihe um den CIA-Auftragskiller Will Robie ist mittlerweile eine Institution. Band vier, Falsche Wahrheit, setzt sich von den drei Vorgängerbänden ab, denn es ist eher ein Spin-off, bei dem es um Will Robies Privatleben oder besser gesagt seine Vergangenheit geht. Es ist wieder ein fantastisches Buch von David Baldacci, doch man muss es wirklich als Spin-off der Serie betrachten! Das erste Mal in seinem Leben versagt Robie bei einem Auftrag, er kann nicht abdrücken. So muss das Ersatzteam den Todesschuss ausführen. Die Anwesenheit des Ersatzteams zeigt bereits, dass sein Boss Probleme erwartete, denn Robie hat ein Trauma zu verarbeiten, den Tod eines Kindes. Er wird beurlaubt und reist nach Mississippi, seiner Heimat, da sein Vater wegen Mordes verhaftet wurde. Dan Robie, mit dem er seit zwanzig Jahren keinerlei Kontakt mehr hat

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Evas Cousine, Sybille Knauss

Kennen Sie das? Man hat seit fünfzehn Jahren ein Buch im Haus, es nie gelesen und dann aus einer Laune heraus greift man danach. Schon bei den ersten Sätzen wird einem klar, welch einen Schatz man so lange gehütet hat. So ging es mir mit Evas Cousine von Sibylle Knauss. Der Roman erschien im List Verlag und ist leider vergriffen, doch der Besucher von Secondhand- und Gebrauchtbuchforen im Internet wird immer noch fündig und ich sage nur, es lohnt sich! Der Roman gegründet auf lange Gespräche mit Eva Brauns Cousine, die mehr als fünfzig Jahre über ihre Erlebnisse schwieg. Die Autorin Sibylle Knauss zeichnet deren Aufenthalt am Obersalzberg, Hitlers innerem Machtzentrum, in den letzten neun Monaten seiner Herrschaft nach.

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Arne Ahlert: Moonatics

Moonatics von Arne Ahlert

Ein SiFi Roman der in naher Zukunft spielt, der aber die Fakten, die es heute schon zu Umweltverschmutzung, Gier, Klassengesellschaften weiterspinnt. Der Roman beinhaltet Diskussionsansätze z.B. zu künstlicher Intelligenz, Religion und Terrorismus. Tourismus auf dem Mond, Hippies die schon immer die Ersten in Urlaubsparadiesen waren, sind hier auch die Vorreiter. Ein Roman der durch seine Vielschichtigkeit der Betrachtungsweisen und Themen einen besonderen Rang im Reigen der Zukunftsromane spielt. Weiterlesen

Gert Heidenreich: Der Fall

Es ist schon ein ungewöhnlicher Kriminalroman in dem der Protagonist schon auf den ersten Seiten erschossen wird und dann im Jenseits ermittelt. Der Autor hat für dieses Buch so scheint es einiges auf sich genommen. Wenn er alle die herrlichen Weine, die er im Buch vorstellt genossen hat, muss seine Leber einiges ausgehalten haben. Die Gasthäuser und Hotels haben bestimmt auch gut verdient. Brillant wird das Buch auch durch die Schilderungen der Farben die der Verblichene auch im Jenseits ausgiebig schildert und uns einen Einblick in die Farbenwelt der Normandie und Maler erlaubt.

 

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Hölle auf Erden, Steve Mosby

Mosby, Hölle auf Erden

In typischer Mosby-Manier ist Hölle auf Erden wieder einer der schwarzen Thriller, der wie alle seine Bücher immer an der Grenze der menschlichen Abgründe spielt. Der dreijährige Sohn von Detectives David Groves wird entführt und tot aufgefunden. Es zerstört Groves Leben und er funktioniert nur weiter, um die Killer zu finden, die seinen Jamie aus dem Leben rissen. Eine Frau, die bei einem Autounfall starb, kehrt anscheinend von den Toten zurück, ihr Gesicht übersät von filigranen Narben. Detective Mark Nelson muss diesen abstrusen Fall untersuchen, obwohl er momentan ganz andere Probleme hat. Wieder frisch verlobt, kämpft auch er mit einem alten Trauma, denn er verlor seine große Liebe, die im Meer ertrank und von der er sich nie lösen konnte. Solche Verluste sind die Hölle auf Erden, doch es gibt kranke Individuen, die eine noch viel größere Hölle kreieren, sowohl für David als auch Mark. Ein Spitzenthriller, für den man gute Nerven braucht!

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Komm doch näher, Lucie Whitehouse

9783833310867

Sie war einmal ihre beste Freundin! Doch nach einem Streit gab es zehn Jahre keinen Kontakt, obwohl Rowan immer hoffte, von Marianne zu hören. Und jetzt ist sie nicht mehr da. Ein Unfall, so sagen sie, Marianne rutschte aus auf dem Dach und stürzte in den Tod. Doch Rowan weiß, das ist nicht möglich, denn Marianne hatte extrem Höhenangst und wäre der Dachkante nie zu nahe gekommen. Kurzerhand lässt Rowan alles liegen und stehen und fährt nach Oxford, sie muss einfach verstehen, was mit ihrer ehemaligen Freundin passiert ist. Auf der Trauerfeier trifft sie Mariannes Freunde und Familie wieder, Menschen die sie einmal innig geliebt hat und erklärt sich bereit, das Haus von Marianne zu beziehen, bis der Nachlass geregelt ist. In dem Moment beginnen ihre eigenen Probleme, jemand beobachtet sie, bricht in das Haus ein und plötzlich fühlt auch Rowan sich bedroht. Denn der Tod ihrer Freundin scheint in Verbindung mit ihrem Streit zu stehen. Einem Geheimnis, das sie beiden jungen Frauen damals teilten und das sie für immer voneinander trennte.

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Niemand wird sie finden, Caleb Roehrig

978-3-570-17334-3

Flynns Freundin January verschwindet und obwohl man die Leiche des jungen Mädchens nicht findet, deutet alles auf ein Verbrechen hin. Da Flynn einer der letzten Menschen war, die January gesehen hat, steht er im Fokus der Ermittlungen. Er nimmt die Sache selbst in die Hand und fängt an, auf eigene Faust zu recherchieren. Was ihm dabei zu Ohren kommt, ist unglaublich, denn seine Freundin, war anscheinend nicht der Mensch, den er zu kennen glaubte. War alles, was sie behauptete, wer ihre Freunde waren und auch die Beziehung zu Flynn eine einzige große Lüge? Flynn gibt nicht auf und versucht das Rätsel zu lösen, doch es ist für ihn ein Eiertanz, da er ebenfalls ein für ihn furchtbares Geheimnis mit sich herum trägt, das kein Mensch erfahren darf. Dieses wieder einmal sehr gute cbj-Jugendbuch zeichnet sich dadurch aus, dass es wichtige Probleme junger Erwachsener behandelt und diese geschickt in eine Art Krimi einbindet.

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Schwarzwasser, Andreas Föhr

Föhr, Schwarzwasser - 978-3-426-65421-7_Druck

Fasching ist auch am Tegernsee die vierte Jahreszeit und mit genug Alkohol im Blut, landet man schon einmal in einem fremden Haus, um seine Liebste zu beeindrucken. So auch Polizeiobermeister Kreuthner, dessen Hof nicht vorzeigbar ist, weil ihm seine Schnapsbrennerei explodierte. Außerdem hat er gerade wegen überhöhter Geschwindigkeit seinen Führerschein abgeben müssen. Doch wofür hat man Freunde, die einem den Schlüssel für ein tolles Anwesen geben und den Großvater des Chefs, der einen auch noch dort hinfährt. Für Kreuthner hätte es eigentlich ein tolles Tête-à-Tête mit Fräulein Hundsgeiger werden können, wäre da nicht die Leiche eines Mannes im Schlafzimmer und eine junge Frau, von der Kreuthner erst einmal eine Kugel an den Kopf bekommt!

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Jack Engels Leben und Abenteuer, Walt Whitman

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Jeder von uns hat von Walt Whitman gehört, der Mitbegründer der amerikanischen Literatur. Doch ehrlich gesagt, hatte ich von Whitman noch nie etwas gelesen. So war der kürzlich lyrische Sensationsfund eines unbekannten Whitman-Werks meine erste Begegnung mit diesem Autor des neunzehnten Jahrhunderts. Jack Engels Leben und Abenteuer ist erstaunlich aktuell in seinen Beobachtungen der Menschen in New York City, obwohl er um 1830 spielt. Jedoch das wirklich Besondere an diesem Roman ist der klare Blick für die gesellschaftlichen Unterschiede, die Toleranz gegenüber allen Menschen und die einfach nur wunderschöne Sprache. Große amerikanische Literatur und sprachlicher Lesegenuss, der auch noch spannend ist.

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Margret Greiner: Charlotte Salomon „Es ist mein ganzes Leben“

Charlotte Salomon von Margret Greiner

Charlotte Salomon von Margret Greiner

Gastrezension: Dr. Ulrike Bolte

Ausgehend von den Malereien der Jüdin Charlotte Salomon schildert die Autorin deren wechselvolle Geschichte vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse Nazideutschlands. Aufgewachsen in Berlin, vor der Folie familiärer Katastrophen wie dem Selbstmord der Tante und der Mutter, der der Achtjährigen als plötzlicher Grippetod erzählt wird, aufgezogen von Kindermädchen, ist Charlotte ein eigenwilliges Kind. Bis ein Kindermädchen ihr Interesse für die Malerei weckt, in die sie sich zunehmend flüchtet. Der beginnende Antisemitismus macht auch vor Charlottes Gymnasium und der Kunsthochschule nicht halt, die sie beide ohne Abschluss verlässt. Nachdem ihr Vater, ein bekannter Chirurg, nach den Ausschreitungen der Reichskristallnacht „in Schutzhaft“ genommen wird, aber auf Betreiben ihrer Stiefmutter, einer Opernsängerin, wieder entlassen wird, fährt sie zu ihren bereits emigrierten Großeltern nach Südfrankreich. Auch ihre manisch-depressive Großmutter nimmt sich das Leben vor den Augen ihrer Enkelin. Von ihrem Großvater erfährt Charlotte die wahren Umstände vom Tod ihrer Mutter. Als „feindliche Ausländer“ kommen beide kurzzeitig in das größte Lager im unbesetzten Frankreich, Gurs. Wegen des hohen Alters des Großvaters werden sie entlassen und Charlotte als Betreuerin eingesetzt – doch nur solange der Großvater noch lebt. Charlotte trennt sich von dem ewig nörgelnden Mann, der trotz Lebensmittelration stets das beste Essen für sich beansprucht und emigrierten Kindern die Schokolade stiehlt. Sie sucht sich ein Pensionszimmer, wo sie innerhalb von zwei Jahren, 1940 – 1942, auf Anraten ihres Arztes in einer „seelendrängerisch geleisteten Arbeit“ als Therapie ihr Leben aufarbeitet. So entstehen in einer comic-artigen Graphic Novel 1352 Gouachen und Pauspapierblätter, von denen sie 769 auswählt für ihr „Singespiel“ „Leben? Oder Theater?“ Interessant dabei ist ihr synästhetischer Ansatz, das Zusammenspiel von Worten, Musik und Malerei, worüber sie schreibt: „Die Entstehung der Blätter ist sich folgendermaßen vorzustellen: Der Mensch sitzt am Meer. Er malt. Eine Melodie kommt ihm plötzlich in den Sinn. Indem er sie zu summen beginnt, bemerkt er, dass die Melodie genau auf das, was er zu Papier bringen will, passt. Ein Text formt sich bei ihm, und nun beginnt er, die Melodie mit dem von ihm gebildeten Text mit lauter Stimme so lange zu singen, bis das Blatt fertig scheint.“

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