Alle Artikel von Lutz Reigber

Ewald Arenz „Die Liebe an miesen Tagen“

In der Ankündigung steht: „Der neue große Roman von Spiegel-Bestseller-Autor Ewald Arenz“. Bis vor kurzen noch ein unbekannter Autor. Doch mit seinem Erstlingswerk, sensibel, einfühlsam und Lebensweise (Bayrischer Rundfunk über Alte Sorten) ist ein neuer Stern aufgegangen. Auch für mich, wenn ich nicht durch Zufall „Alte Sorten“ in die Hand bekommen hätte und ich von der Sprache und dem Schreibstil so begeistert gewesen bin, dass ich bei der Ankündigung dieses neuen Werkes von Ewald Arenz sofort die Bestellung aufgegeben habe. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Ich kann mich nur den Worten von Dora Heldt anschließen: „Was da so ans Herz geht, und zwar mitten rein trifft, das ist die Sprache“.

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Olia Hercules, Mamusia, Familienrezepte aus der Ukraine

Mamusia – Mama ist die Neuauflage des 2015 erschienen Buches „Mamuschka“. So nannte Olia Hercules und ihre Geschwister ihre Mutter. Die Neuauflage mit dem Titel Mamusia soll die innige Beziehung zu ihrer Mutter und der Küche ihrer Kindheit noch besser dokumentieren, da ihre Mutter im jetzigen Kriegsgebiet in der Ukraine lebt. Olia Hercules schreibt selbst, wie wertvoll und wichtig die heimische Küche war. Das hat sie erst mit der Ausbildung zur Köchin und im Ausland erkannt. Mit dem Beginn des Krieges 2014 hatte sie nur noch einen Wunsch, möglichst viele Rezepte ihrer Kindheit aufzuschreiben, um sie vor dem Krieg zu schützen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Vorweg möchte ich erwähnen, dass ein Teil der Einnahmen vom Verkaufserlös gehen an ein Hilfsprojekt der Autorin in die Ukraine. Auch ich habe die Kosten und mehr für dieses Rezensionsexemplar dem Projekt gestiftet.

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Naomi Alderman, The Future

The Future von Naomi Alderman

Ist das, das Ende der Zivilisation – Die Zukunft ist hier! Ist es relevant zu wissen, wie alt das Universum ist? Man hat errechnet 14,5 Milliarden Jahre. Ist es relevant zu wissen, wie alt die Erde ist? Man hat errechnet 4,5 Milliarden Jahre. Wenn man diese unfassbaren Zahlen liest, kommen die Zahlen der Entwicklung der Menschheit klein vor. Der Ursprung des Menschen soll vor ca. 200.000 Jahren gewesen sein. Vor Zehntausend Jahren soll der Mensch sich vom Sammler und Jäger zum sesshaften Bewohner entwickelt haben, mit Pflanzenanbau und Viehzucht. Das sind im Vergleich zu den Milliarden nur kurze Zeitabstände. Doch wir, ja wir, sind noch viel schneller. Im 19. Jahrhundert begann die Industrialisierung. Das heißt mit der Industrialisierung begann der Raubbau an der Erde mit Kohle, Gas und Erdöl. Das hat uns zwar den Fortschritt und unsere wirtschaftliche und industrielle Entwicklung ermöglicht, von der Dampfmaschine zum Computer zur KI. Die Pharmazie hat die Geburtenrate gesenkt. Die Ernährung wird gesteuert. Eine Überbevölkerung ist vorhanden. Doch was sind die Folgen. Noch nicht mal 200 Jahre sind vergangen, eine wirklich kurze Zeit und wir Menschen stehen vor dem Kollaps unseres Planeten. Der Klimawandel ist er noch zu stoppen? Nur in den letzten 20 Jahren haben sich die drei größten inhabergeführten Konzerne gebildet. Mit einem Reichtum der unvorstellbar ist. Ein Reichtum aufgebaut auf Raubbau an unseren Ressourcen. Die Gier nach Wirtschaftlichkeit. Nur zu erreichen mit einer immer größeren Population und das Ausspionieren über das Internet. Welche Bedürfnisse jeder hat, gibt diesem Wissen Macht! Können sie uns mit der KI beeinflussen? Können sie uns mit der KI beherrschen? Können sie mit der KI die Zukunft vorhersagen? Können sie mit ihrer KI erkennen, wann der Zenit übersprungen ist und es besser wäre sich abzusetzen? Wollen sie überhaupt ihr Tun und Handeln stoppen und anstatt ihren Reichtum zum Erhalt der Erde widmen?

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Markus Sämmer, The great Outdoors, „Into the Wild“

Was passie, wenn ein Spitzenkoch mit großer Leidenschaft zur Natur, das schwierige grüne Abitur – den Jagdschein absolviert. Dabei die Stille und Ruhe im Wald beim Ansitz genießt. Mit dem Jagdschein erkennt er aber auch die Verantwortung für das Wild mit Hege und Pflege. Weil unser Wild keine natürlichen Feinde mehr hat, gehört dazu der kontrollierte Abschuss, um den Bestand in einer vernünftigen Population zu halten. An dieser Stelle kommt natürlich der Spitzenkoch Markus Sämmer zum Tragen.

 

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Mina Rome, All Day Vegan, 100 Easy Rezepte

Den ganzen Tag Vegan! Wer sich, egal aus welchen Gründen, ob um die Umwelt zu schonen, die Tiere zu schützen oder anderen Gründen, sich für eine fleischlose Ernährung oder sogar auf alle tierischen Produkte verzichtet, möchte das natürlich zu jeder Mahlzeit machen, das bedeutet natürlich „All Day Vegan“. Endlich! Ja endlich gibt es wirklich mal ein veganes Kochbuch, das den ganzen Tag abdeckt mit Ideen, Rezepten und köstlichen Gerichten.

 

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Karla Zárate, Das letzte Mahl

„Das letzte Mahl“ oder sein letztes Mal?

Bei uns ist die Todesstrafe seit 1949 abgeschafft. In der ehemaligen DDR 1987, was auch gut ist. In Amerika wird sie in einigen Bundesstaaten noch vollzogen. Einen Roman um und mit den Umständen und Personen über dieses brisante Thema zu schreiben, muss schon eine besondere Herausforderung sein. Es stellen sich in dem Roman von Karla Zárate die Fragen, haben denn die Quäler, Vergewaltiger, Zerstückler und schlussendlich Mörder überhaupt ein Anrecht auf so viel Ehrerbietung mit einem besonderen Mahl? Es stellen sich die Fragen, was bewegt den Quäler, Vergewaltiger, Zerstückler, eben diesen Mörder zu so einer bestialischen Tat? Karla Zárate stellt in ihrem leicht kruden Roman diese Fragen und deckt noch viel mehr menschliche Fantasien, Abgründe auf.

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Carsten Sebastian Henn, Ein Schuss Whiskey

Das dritte Buch von Carsten Sebastian Henns Trilogie um die interessanten geistigen Getränke, jeweils mit den immer lustigen, einladenden Titeln „Der Gin des Lebens“, „Rum oder Ehre“ und nun „Ein Schuss Whiskey“ ist da. Mit Freude habe ich die ersten beiden gelesen und konnte es gar nicht erwarten, auch das dritte Buch in die Hand zu bekommen

Wem Carsten Sebastian Henn ein Begriff ist, weiß sofort, wer dort etwas schreibt und wo die Verbindung herkommt Kriminalroman mit einem Fachthema zusammen zu bringen, in diesem Fall mit irischem Whiskey. Es sind nicht nur Krimis, sondern er beschreibt zu seinem Fachthema die Geschichte des Getränks und in diesem Fall die Besonderheit die Geschichte des Whiskeys in Irland, über Herstellung, Zusammensetzung, verschiedene Brennstufen und Reifung. Und für die, denen Carsten Sebastian Henn nichts sagt, hier die Beschreibung des Autors.

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Stephan Hinz, Cocktailkunst, Die Zukunft der Bar

Cocktailkunst ist die gelungene und erweiterte Neuauflage. Erstmals erschien das Buch 2014. Es gilt seitdem als Standartwerk in der Barkultur und gehört als Nachschlagewerk, Ausbildung und Anleitung in jede Bar und für jeden Hobby-Bartender. Die Erstauflage wurde preisgekrönt und mehrfach übersetzt.

 

 

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Alexander Oetker, Chez Luc, Frankreichs Kulinarischer Südwesten

Ok, ich bin etwas voreingenommen. Als Fan von kulinarischen Krimis, ob es in bestimmten Weinregionen und dort die Weine und Winzerbeschrieben werden, oder Kommissare, die gerne selber Kochen oder Essengehen, dazu ein spannender Krimi, dann bin ich garantiert dabei. Da fallen mir die Rezensionen besonders leicht. Nun bin ich besonders voreingenommen. „Chez Luc Aquitaine“, Frankreichs Südwesten, das Aquitaine von der spanischen Grenze dem Baskenland, Saint-Jean-de-Luz über Biarritz, Eugenie-le-Bain, Bordeaux mit seinen unterschiedlichen Weinanbaugebieten, bis hin zur Gironde Mündung, Soulac-sur-Mer für mich ein Déjà-vu. Etwas falsch ausgedrückt. Keine Erinnerungstäuschung. Nein persönlich Erlebtes. Vorab aber zum Autor.

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Rieke Patwardhan, Weihnachten mit Gisela, Illustration Lena Winkel

Weihnachten, das Fest der Familie und des gemeinsamen Kirchgangs. Das Fest mit vielen Vorbereitungen für den Heiligen Abend. Und was passiert, wenn sich noch ein unbekannter, aber berühmter Gast anmeldet hat. Oma backt, der Opa bastelt im Keller, die Mutter macht extra Besorgungen und der Vater putzt. Die schönsten Geschichten schreibt das Unverhoffte. Gerade, wenn man mit der falschen Erwartung mit dem Unverhofften überrascht wird und alles viel besser ist.

 

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