Alle Artikel von Lutz Reigber

Max La Manna, You can cook this!

Alles verwenden, nichts verschwenden! Der Untertitel hat mich gereizt zu diesem Buch zu greifen. Als ausgebildeter Koch und für die Wirtschaftlichkeit einiger Betriebe verantwortlich, bin ich schon vorgebildet im Umgang mit der besten Verwertung der Produkte und der sogenannten Resteverwertung. Doch wird der Begriff Resteverwertung meist falsch verstanden. Es geht in diesem Buch nicht um die Reste, die nach einem Essen übriggeblieben sind und zu neuen Gerichten verwertet werden. Es geht um die ganzheitliche Verarbeitung der Lebensmittel, vom Stiel, über die Schale, den Blättern bis hin zur Blüte, alles zu verwenden und in köstliche Gerichte zu verwandeln. Nichts verschwenden oder einfach im Biomüll entsorgen! Man kann fast alles verwenden. Max La Manna hat sich daran gemacht, uns mit diesem Buch den Weg dazu zubereiten. Und das Beste an seinen Gerichten hat er selbst in seinem Titel gesagt „You Can Cook This!“ Du kannst es einfach nachkochen! Stimmt!

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Hisashi Kashiwai, Das Restaurant der verlorenen Rezepte

Nagare Kamogawa, ehemaliger Polizist im Ruhestand und begnadeter Koch, mit dem Spürsinn für die richtigen Zutaten, betreibt mit seiner Tochter Kioshi in Kyoto ein kleines Restaurant und eine Detektei. Es gibt keinen Hinweis oder Schild am Haus. Einzig in dem angesagten Gourmet Insider mit einer Zeile: „Wir finden den Geschmack, den sie nochmal wiedererleben möchten“.  Keine Adresse, keine Telefonnummer. Nagare und seine Tochter sind der Meinung, wer sie finden will, findet sie. Wir brauchen keine fadenscheinige Beurteilung im Internet oder in Gourmetzeitschriften.

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Die Geografie der Zukunft, Tim Marshall

Wie der Kampf um die Vorherrschaft im All unsere Welt verändern wird. Der Wettlauf hat nicht begonnen, er ist im vollen Gang. Nach dem großen Erfolg und Spiegelbestseller „Die Macht der Geografie“ nun von Tim Marshall ein Folgebuch. „Die Geografie der Zukunft“, wer übernimmt die Macht im All. Wer ist mit seinen Ambitionen schon weiter als die anderen oder setzt man auf die Wirkung der Abschreckung, wie bei den Atombomben oder einigt man sich auf Gesetze, die dann für alle im All dem Weltraum gültig sind. Der Wettlauf um die ersten Erfolge im All hatte schon früh begonnen. Der zweite Weltkrieg war gerade mal sieben Jahre vorbei, da schickten die Russen den ersten Hund ins All und wenig später den ersten Menschen, Jurin Gagarin. Die Amerikaner konterten mit Niel Amstrong, dem ersten Menschen, der den Mond 1969 betrat. Mit dem angeblichen Ausstieg der Amerikaner aus der Raumfahrt, sah es so aus, als dass dieses kostspielige Unterfangen uninteressant ist. Warum interessieren sich dann private Unternehmen wie Elan Musk oder Jeff Bezon dafür. Warum investieren sie in eine sehr teure Technologie, wenn sie nichts einbringt. Warum bauen, China, Russland und sogar ganz kleine Staaten ein eigenes Strassenüberwachungssystem auf. Bei uns besser bekannt, weil es auch jeder nutzt, das von den Amerikanern installierte GPS.

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Silke Ziegler, Liebe unter Mandelblüten

Es ist sicherlich unheimlich schwer für ein Buch einen Titel zu finden. Er soll ansprechen, soll die Aufmerksamkeit erregen zum Zugreifen, Kaufen und schließlich zum Lesen verführen und am Ende den Leser erfreuen. Als ich die Ankündigung in meiner Postbox sah, rosa Umschlag und den Titel „Liebe unter Mandelblüten“, habe ich gar nicht groß weitergelesen, sondern einfach weggeblättert, mit den Gedanken, brauche ich nicht! Ich hatte die Ankündigung aber nicht gelöscht. Tage später, bei der Überprüfung meiner Mails, welche ich aus dem Postfach entfernen kann, traf ich wieder auf die Ankündigung „Liebe unter Mandelblüten“. Nun fiel mir die Autorin auf „Silke Ziegler“. Oh, da war doch etwas, da hatte ich doch vor Kurzem ihr Buch „Im Zauber der Stille“ gelesen und war mehr als begeistert, vom Schreibstil, ihre Einfühlsamkeit auf Situationen und Gegebenheiten, ihre Beschreibung der Charaktere. Ich habe mir sofort das Buch bestellt. Mein Tipp an den Emons Verlag, für jede Neuerscheinung von Silke Ziegler keinen Titel schreiben, auf dem Umschlag, nur ein Bild von ihr, ihren Namen Silke Ziegler und „Neustes Buch!“  Die Kenner greifen sofort zu und die anderen werden neugierig und greifen dann auch zu. Probieren sie es aus.

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Michael Bennett, 6 Tote

Michael Bennett öffnet uns ein einzigartiges Fenster zu einer faszinierenden Kultur, Deon Meyer.

Mit dem Auftauchen der Europäer und der Kolonialisierung Neuseeland stand die Kultur der Maori kurz vor der Vernichtung und war somit dem Aussterben gewidmet. Nur ein Bruchteil der indigenen Bevölkerung hat überlebt und so die einzigartige Kultur erhalten. Michael Bennett gibt uns einen wunderbaren Einblick auf die Geschichte und Kultur und dem Leben von Neuseeland – Aotearoa „Land der langen weißen Wolke“. Neuseeland hat oder hatte eine einzigartige Tierwelt, die es nirgends woanders gab. Es gab so gut wie keine Fressfeinde, daher gab es Vogelarten, die gar nicht fliegen konnten. Mit der Invasion der Europäer, den blinden Passagieren den Ratten, den mit Absicht eingebürgerten Wieseln zu Bekämpfung von Kaninchen, hatten diese behäbigen Laufvögel kaum oder keine Überlebenschancen. Erst heute versucht man unbewohnte Inseln von Schädlingen zu befreien und mit viel Aufwand und Kosten die einheimischen Vögel wieder aufzubauen. Ebenso kannten die Maori keine Feinde, Neid, Besitztum. Alles gehört allen und wurde immer geteilt. Die Erde, der Boden, die Pflanzen, das Wasser. Humarie – das lyrische Wort für Wille und Frieden, Aroha Liebe und Manaaki – Güte und Mitgefühl. Als die IWI, die sogenannten Stammesführer, in ihrer Güte und Mitgefühl alles zu Teilen, von den Europäern einen für sie Mitnutzungs- Pachtvertrag unterschrieben hatten, ahnten sie nicht, dass sie eine Verkaufsunterzeichnung geleistet haben. Alle Versuche und Klagen auf Rückgabe ihres Eigentums sind bis auf 2 % Zusage gescheitert.

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Björn Moschinski, Vegan – Kochen und Backen

Aus Tierliebe zum Vegetarier. Mit etwas Besinnung zum Veganer. Und das begann bei Björn Moschinski schon 1994. Da ich berufsbedingt als Wirtschaftsleiter eines großen Betriebes mit der Ernährung zu tun hatte, weiß ich aus eigener Erfahrung, dass erst Anfang der 1990 Jahre der Begriff Vegetarier aufkam. Veganer kannte man so gut wie gar nicht und ich, als ausgebildeter Koch, war auch so verblendet, dass selbst ich gesagt habe: vegan, geht gar nicht! Ich habe aber sehr schnell dazu gelernt. Wenn sie es noch nicht ausprobiert haben, freuen sie sich auf die Rezepte und Gerichte aus diesem Buch von Björn Moschinski. Für Veganer ist es sowieso eine Freude. Vegan – Kochen und Backen ist eine hervorragende Anleitung zu gelungenen, geschmackvollen, kreativen Gerichten – rein vegan. Sie werden nichts vermissen.

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Sven Plöger, Zieht euch warm an, es wird noch heißer!

Können wir den Klimawandel noch beherrschen? Dank Greta Thunberg und ihre Initiative „Friday für Future“. Forscher haben schon Jahrzehnten davor gewarnt, wenn wir mit unseren Ressourcen so umgehen und unsere fossilen Brennstoffe einfach in die Umwelt ablassen, wird die CO 2 Belastung zu einer Erderwärmung führen und unser Klima wird kollabieren. Schade ist, dass einige unserer mächtigsten Politiker wie Trump, Bolsonaro, Orban und viele mehr, den Klimawandel leugnen oder es Politiker gibt, die es erkannt haben, aber sagen, jetzt nicht, wir müssen uns um den Aufbau und Erhalt unserer Wirtschaft kümmern, Xi Jinpink, Narendra Modi, selbst ein Teil unserer Regierung. Auch Schade, dass diese Politiker zu viele Anhänger haben, die diesen Äußerungen einfach folgen und auch den Klimawandel leugnen. Schade ist, dass deutsche Politiker, auch wenn es ihre Aufgabe ist, Unrechtes zu bekämpfen, die Letzte Generation kriminalisieren. Auch ich finde einige der extremen Aktionen, gerade wenn etwas zu Schaden kommt, nicht korrekt, doch diese mutigen Menschen, die wie der Umweltaktivist Hannes Jähnicke, es ausdrückt, die haben den Ernst der Lage richtig erkannt und sie kämpfen für die Zukunft der Erde, also für unser Überleben. Auch ich zolle diesen mutigen Menschen höchsten Respekt. Sich so tapfer an den Straßen festzukleben und noch dafür verurteilt zu werden. Aber sonst reagiert ja kein Politiker auf ihre Mahnung, endlich etwas gegen die Erderwärmung zu tun. Aussage der Sprecherin der Letzten Generation Carla Hinrichs: „Wir machen das hier nicht zum Spaß. Wir machen das, weil wir in die größten Katastrophen der Menschheit rasen“! Leider wird von Freunden, Bekannten und Kollegen, die die vermeintlichen Scherze über Greta Thunberg oder die Letzte Generation im Netz grassieren, auch noch mit bösen Kommentaren weiterverbreitet. Dazu solche Sprüche: „Alles faule, nichts nutzende Kinder!“ oder „Die sollen lieber zur Schule gehen oder zur Arbeit!“ oder wie unser Finanzminister Linden: „Die Beurteilung des Klimawandels sollten sie lieber den Erwachsenen überlassen“! Dabei blockiert Herr Lindner in der Regierungskoalition, alle von den Grünen vorgeschlagenen Ansätzen zur Minderung der CO 2-Ausstoßes. Gut, dass es ein so renommierter studierter Meteorologe wie Sven Plöger und der studierte Evolutionsbiologe Andreas Schlumberger gibt, die mit diesem Buch uns und hoffentlich die Leugner und Politiker aufklären.

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Cettina Vicenzino, Cucina Vegetariana

Ich habe eine lange Zeit in Frankfurt gelebt und gearbeitet. Um sich kulinarisch zu orientieren, gibt es seit Jahren eine Zeitschrift, die jedes Jahr neu aufgelegt wird „Frankfurt geht aus“.  Aufgeteilt nach unterschiedlichen Kategorien, Klassifizierungen und Länderküchen. Von First Class bis zur Landküche. Italien ist mit zwei Kategorien vertreten, „Italien first class“ und „Italien bei Mama“. Natürlich habe ich „Italien first class“ alle ausprobiert, aber eine besondere Freude war immer „Italien bei Mama“.  Immer ein besonderes Erlebnis. Es ist wie ein nach Hause kommen an den italienischen Küchentisch. Selbstgemachte Pasta in einer köstlichen Sauce oder ein Risotto mit Gemüse nach der Jahreszeit. So ist auch das neuste Kochbuch von Cettina Vicenzino „Cucina Vegetariana, keine Hochglanzbilder, mattes Papier, Gerichte nicht leuchtend und glänzend, Bilder in einer Art von Pastellfarben, einstimmend sieht man die Protagonisten und Gerichte Italiens „Küche bei Mama!“

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Leon Joskowitz, Vom Kochen und Töten, Kulinarische Meditationen über den Anfang der Menschheit

„Vom Kochen und Töten“. Aussagekräftige Worte! Oder soll der Titel eine Provokation sein, damit man zu einem Buch greift mit philosophischem Hintergrund? Vorweg: ich bin froh zu diesem aussagekräftigen Buch gegriffen zu haben. Jeon Joskowitz ist Philosoph und hat auch als Koch gearbeitet und stellt in seinem Debütwerk die Frage: Ist es moralisch und ethisch richtig, dass der Mensch sich über die Tiere stellt, sie tötet, um sie zu essen? Für mich ein sehr interessanter Ansatz. Um diese Frage zu klären, begibt sich Leon Joskowitz auf eine gedankliche Reise der Entwicklung der Erde, der Evolution vom veganen Affen bis zum heutigen fleischfressenden oder humaner ausgedrückt, essenden heutigen Menschen.

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Calle Kocht, Omas schnelle Küche, Lieblingsgerichte ohne Schnickschnack

Das ist ein Buch für mich. Es spricht mir aus der Seele. Lieblingsrezepte ohne Schnickschnack. Zu ihrer Information, auch ich bin ausgebildeter Koch und wenn ich das Bild von Carl-Michael Hofmann in diesem Buch anschaue, müssten wir in etwa ein Jahrgang sein. Beide müssten wir zur gleichen Zeit in der Ausbildung gewesen sein. Die Nouvelle cuisine kam wenig später. Also die richtig gute Landhausküche gelernt.  Nach der Ausbildung habe ich dann gleich in den angesagtesten Restaurants mit Nouvelle cuisine meine Ausbildung erweitert. Aufgrund dieser Referenzen bin ich in jungen Jahren Küchenchef geworden. Natürlich wollte ich zu den großen dazu gehören. Natürlich war ich kreativ und innovativ. Die Nouvelle cuisine war der Aufbruch und die Weiterentwicklung zur heutigen Feinschmeckerküche. Zwar originell, ob es immer schmeckt?

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