Wenn man schon etwas länger auf der Welt weilt, weiß man, dass es Geschichten gibt, die alle Jahrzehnte wieder neu verfilmt werden. So wird behauptet, ›Die drei Musketiere‹ wurden bisher über fünfzig Mal verfilmt. Meine Lieblingsverfilmung war der Dreiteiler aus den siebziger Jahren mit einem unvergesslichen Michael York als D’Artagnan, Richard Chamberlain als Aramis und Faye Dunaway als bitterböse Milady de Winter. Damals etwas gestelzt und zu sauber verfilmt, aber ich habe die Filme dennoch geliebt.
Was die Neuverfilmung, die ich hier besprechen will, angeht, so haben Dimitri Rassam und Jérome Seydoux einen durch und durch französischen Film gemacht! Und das verleiht dem Zweiteiler eine echte Brillanz! Eine alte Geschichte, die neu aufgesetzt, ohne Spezialeffekte auskommt und von erstklassigen Schauspielern lebt. Zwar wurde der Roman nicht ganz zeilengetreu verfilmt, doch dafür spannend, glamourös und tief greifender, als die Saubermann-Musketier-Filme der Siebziger. Mein Highlight bei der Verfilmung: Das erste Mal gefiel mir Milady de Winters Hintergrund und auch ihre Person!
Eine absolute Filmempfehlung, wenn Sie sich den Klassiker von Alexandre Dumas einmal ansehen oder wieder einmal neu ansehen möchten!
Wie wunderbar, dass die Reihe der Kriminalistinnen weitergeht. Mit ›Acht Schüsse im Schnee‹ stellt Mathias Berg sein zweites Buch der Serie vor. Die Charaktere sind einem mittlerweile vertraut, doch selbst dort sorgt der Autor für einige Überraschungen. Seine Geschichte taucht mit Haut und Haaren in das Jahr 1970 ein. Obwohl Mathias Berg erst 1971 geboren wurde, bewegt er sich in den Siebzigern, als hätte er sie selbst erlebt. Die Atmosphäre der Ruhrgebiet Kneipen, mit ihren Soleiern, Bockwürstchen und typischen Mittagsgerichten sind so authentisch getroffen, wie die Partys, die Mode und die langsam aufflackernde Emanzipation. Auch wenn gerade diese noch am Krückstock ging. Die Handvoll junger Frauen, die das erste Mal bei der Kripo in Düsseldorf eine Ausbildung durchlaufen, habe es nicht einfach. Sexistische Bemerkungen, Übergriffe und ein skeptisch abwertender Blick sind in der Machogesellschaft der Polizei gang und gäbe. Daher müssen Lucia und ihre Freundinnen doppelt so hart arbeiten, um ihre Brillanz zu zeigen. Als der Millionär Ellerbeck in seiner Auffahrt mit acht Schüssen von hinten ermordet wird, ist seine siebzehnjährige Tochter Michaela Zeugin. Ausgerechnet das Mädchen, welches von Polizeianwärterin Lucia Specht in der Nacht zuvor mit falschem Personalausweis aus einem Club geholt und dem Vater übergeben wurde. Michaela will jedoch nur mit Lucia reden und so landet Polizeianwärterin Specht, die mittlerweile ihre Zeit bei der Sitte verbringt, wieder an einem Mordfall.


Ein Buch, das von sich selbst behauptet: »Eine hochspannende Mischung aus Investigativ-Roman und Spionagethriller zu sein, glänzend recherchiert und packend erzählt.«


