Kategorie: Buchbesprechungen

Flavour, Kochbuch, Yotam Ottolenghi

Yotam Ottolenghi der in Israel geborene, jetzige Londoner, ist hinlänglich bekannt durch seine vielen Kochbücher und die Restaurants Rovi, Nopi und seinen vier Spezialitätengeschäften, die er in der britischen Hauptstadt führt.

Mit Flavour hat Ottolenghi zusammen mit Ixta Belfrage jetzt ein kulinarisches Werk heraus, in dem es um Aroma, Würze, Duft und den Wohlgeschmack von Gemüse geht. Denn weder eine Aubergine noch ein Blumenkohl müssen immer gleich schmecken. Ob man das Gemüse kocht, blanchiert, röstet, grillt oder im Dampf garen lässt, verändert den Geschmack. Greift man dann noch tief in die magische Kiste der exotischen Gewürze, Essenzen, Saucen, Säfte, Pasten und hat die richtige Kombination gefunden, dann ist eine Aubergine plötzlich ein geschmacklicher Traum vom Glück.

Ein wunderbares Kochbuch, doch man sollte etwas Erfahrung in der Küche haben und auch bereit sein, nach diversen Zutaten in sehr speziellen Geschäften zu suchen.

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Der 16. Betrug, James Patterson

Der 16 Betrug von James Patterson

Während Sergeant Lindsay Boxer und ihr Partner die Bombenlegern der Terrorgruppe GAR jagen, ist ihr Privatleben immer noch das reinste Chaos. Ihre Kleine liefert sie andauernd beim Kindermädchen ab und es werden mittlerweile zehn Monate, dass ihr Ehemann Joe ausgezogen ist. Als er sich dann meldet und sie zum Essen einlädt, weckt das zwiespältige Gefühle bei der Polizistin. Sie sagt dennoch zu, immerhin ist es ihr Lieblingsitaliener am Pier 15 und dann auch noch ein Fensterplatz. Wer hätte schon ahnen können, dass ihre Aussprache abrupt mit einer massiven Explosion endet. Das Sci-Tron Museum auf dem Pier zerplatzt mit einer riesigen Rauchwolke und ein Glasregen fällt auf die Passanten. Natürlich sind die Polizeibeamtin und Joe, der einmal beim FBI war sofort auf dem Pier. Instinktiv beobachten sie dort einen Mann, der seine Freude über die Katastrophe unbändig zu genießen scheint. In der Gegenwart der beiden gibt er zu, die Bombe gelegt zu haben.

Da meint man: Fall gelöst, Buch zu Ende. Mit Nichten, denn es ist ein Patterson und bei den spannenden Geschichten dieses Autors kommt meistens alles ganz anders als erwartet. Eine Spitzenstory aus der Feder einer der erfahrensten Thrillerautoren der Welt.

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Elke Pistor: Lasst uns tot und munter sein, Ein Weihnachtskrimi Mörderische Weihnacht überall!

Vom Klappentext: „Spannend, unterhaltsam, herzerwärmend und in vielfacher Hinsicht einfach köstlich“. Dem kann ich nur zustimmen. Allein die Aufmachung des Umschlages, buntes Weihnachtscover mit Tannenzweigen, Lebkuchen, Glocken, Weihnachtsmützen, Kugeln und Geschenken. Unterhaltsam, herzerwärmend liegt sicherlich an dem köstlichen humoristischen Schreibstil von Elke Pistor. Trotz eines traurigen gewaltsamen Todes wird der Protagonist Korbinian Löffelholz (allein der Name ist schon eine Show) von den, mit ihm wirkenden Personen in seinem situationsbedingten missratenen Gedanken und Irrwegen mit Freundlichkeit und Verständnis begegnet. Weiterlesen

Küchenwissen, Arthur Le Caisne, DK Verlag

Hier haben wir das ultimative Weihnachtsgeschenk für den Hobbykoch, der schon alle Kochbücher hat. Denn in Küchenwissen geht es nicht um Rezepte, nicht um Sterneküchen und auch nicht um die kulturellen Unterschiede von Ländern spezifischen Leckereien. Hier geht es um echt nützliche Antworten auf kuriose Fragen, die man sich in der Küche stellen sollte. Ich selbst wurde schon in jungen Jahren von meiner Großmutter an die Töpfe geholt und lernte das traditionelle kochen. Später dann kamen die wunderbaren Rezepte aus allen Herrenländern hinzu. So würde ich mich als einen erfahrenen Hobbykoch bezeichnen. Aber die Fragen und Antworten in Küchenwissen haben mich hier und da richtig erstaunt. Das war nicht schwer, denn vieles wusste ich einfach nicht. Ein interessantes, hübsches und sehr kluges Buch, das mit Zeichnungen und Grafiken auch für Sie die richtigen Tipps parat hat.

Oder wussten Sie, dass man Rührei im Voraus salzen muss? Warum man süße Sahne schlagen kann, saure Sahne aber nicht? Oder warum Milch eigentlich überkocht?

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Schattenmörder Alex North

Der Schattenmoerder von Alex North

Nach seinem ersten erfolgreichen Roman, Der Kinderflüsterer, der letztes Jahr erschien, bleibt Alex North auch in Der Schattenmörder seinem Stil treu. Einer Mischung aus spannendem Thriller, gruseligem Horror, ausschweifender Mystik und knallharter Psychologie. Dabei erschafft er Umgebungen und Orte, die typisch für die Bücher Steven Kings in den Achtziger waren.

Paul kommt nach fünfundzwanzig Jahren in seine Heimatstadt Gritten zurück, um seiner sterbenden Mutter beizustehen. Er wollte die damaligen grausamen Ereignisse für immer verdrängen, doch als er wieder in seinem Elternhaus ist, kriechen die Erinnerungen wie Ungeziefer in seinen Kopf und sein Herz zurück: Der mit siebenundfünfzig Messerstichen getötete Teenager und der blutüberströmte, völlig verwirrte Billy. Charlie, der seit dem Mord nie mehr wieder gesehen wurde und Paul. Denn sie war damals alle erst vierzehn Jahre alt und miteinander befreundet.

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Ross Dobson: Chinesisch Kochen Für Einsteiger

Wenn ich Kochbücher in die Hand bekomme und es steht dort „einfach“, bin ich immer skeptisch. Kochbuchautoren und dazu noch ausgebildete Köche neigen dazu, die Zutatenliste unnötig mit Gewürzen oder Kräutern zu verlängern. Nur weil sie der Meinung sind erst dann klingen die Rezepte interessant. „Chinesisch Kochen für Einsteiger“ einfach, zugänglich, gleich verständlich! Ich muss diesem Kochbuch doch wirklich das Prädikat einfach zugestehen. Selbst das Rezept auf Seite 92 Peking Ente ist in einer Einfachheit dargestellt, dass ich nur Hochachtung sage. Ich kenne noch Rezepte mit speziellen Öfen, in denen die Ente reingehängt wurde, ganz langsam geröstet, damit sie rundum kross war. Ich habe Bilder davon gesehen, aber keiner hatte so einen Ofen zu Hause. Also war das Gericht hier gar nicht machbar. Weiterlesen

Das offizielle Downton Abbey Weihnachtskochbuch

Downton Abbey, die Serie ist mittlerweile eine Institution und Fans wie ich, haben sie schon mehr als nur ein einziges Mal gesehen. Immer wieder schlägt einen die Geschichte Ihrer Lordschaft oben und die der Bediensteten unten in seinen Bann. Vor allem, die Köchin Miss Patmore und ihre kleine, so gewiefte Küchenhilfe Daisy. Wie die beiden wirbeln müssen, um den köstlichen Speisen, einer großen Gesellschaft gerecht zu wurden. Doch das Highlight ist jedes Jahr Weihnachten auf Downton. So widmet die Autorin Regula Ysewijn, selbst eine Instanz der englischen Küche, sich den Gerichten, die auf Downton zu Weihnachten serviert werden. Die Rezepte sind authentisch und der damaligen Zeit entsprechend. Ein Einführungskapitel mit Küchennotizen hilft jedoch die eine oder andere veraltete Back- und Kochzutat mit etwas moderneren Komponenten zu ersetzen.

Ein wunderschönes Buch, voller Bilder und Zitate aus Downton Abbey. Mit einem Vorwort von Julian Fellows dem Drehbuchautor der Serie und natürlich Rezepten, die über die Erwartungen an Weihnachtsessen einfach hinausgehen.

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Philipp Gurt: Helvetia 1949

Das Buch zeigt eine Schweiz die sich völlig von der jetzigen unterscheidet. 1947 ist die Schweiz, auch gebeutelt durch den 2. Weltkrieg, ein Land das technisch relativ rückständig ist. Es gibt in der Schweiz eine halbe Million Telefone und Autos sind eine seltenheit. Die Rückständigkeut zeigt sich bei diesem Kriminalroman durch die Ermittlungstechnik. Man kennt zwar neuerdings die Fingerabdrucktechnik aber sie ist nicht unumstritten. Sehr gut beschreibt der Autor die Ermittler. Neben dem bodenständigen Landjäger Caminada, der von Rechtschreibschwäche gequält ist, hat er einen pfiffigen jungen technisch versierten Erkennungsbeamten gestellt. Es ist schon nett zu lesen wenn sich die Beiden mit Ihren Velotöfflis die Berge hochquälen, weil keine Motorräder aus Geldnot beschafft werden können. Die schweizerischen Begriffe sind lustig zu lesen. Weiterlesen

Jakobs Schweigen, Anja Goerz

Michael Ahlendorf, ein für sein Engagement für Schwule und Lesben bekannter Rechtsanwalt, wird erschossen in seinem Büro aufgefunden. Hat jemand aus der rechten Szene zugeschlagen? Genug Drohbriefe gab es, denn Ahlendorf war selbst mit einem Mann, Daniel seit achtzehn Jahren verpaart. Zusammen ziehen sie ihren Sohn Jakob auf, der Michaels leibliches Kind war und von einer Leihmutter in den USA ausgetragen wurde. Dass eine Zeugin Jakob am Tag des Mordes im Büro seines Vaters gesehen hat, kommt wie ein Schock. Trotz seines jungen Alters sind die Indizien so erdrückend, dass Jakob in Untersuchungshaft genommen wird.

Er schweigt zu allem. Anscheinend ist seine Großmutter die einzige, die ihn für unschuldig hält. Selbst sein Dad Daniel hat seine Zweifel. Oder ist bei ihm auch alles nur Show und es ist Daniel, der Michael auf dem Gewissen hat.

Ein sehr spannender und solider deutscher Thriller mit vielen Wendungen.

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Madeleine und Florian Ankner: Apfelküche

Zitat vom Vorwort: Der Anblick eines Apfels weckt unsere schönsten Kindheitserinnerungen: Auf Bäume klettern, in saftige Früchte beißen und das Leben genießen. Meine Version: durch das Dorf streunen, schauen wo es schon reife Früchte gibt und sich daran laben.

Auch ich hatte das Glück auf dem Land in einem ganz kleinen Ort aufzuwachsen. Als Kinder spielten wir Sommer, wie Winter nur draußen. Fernseher kamen gerade erst auf. Wir gehörten zum Ort und alle Gärten standen uns offen. Wir konnten es kaum erwarten die ersten Kirschen zu Stibitzen, die ersten Mirabellen, dass sie reif wurden, die Pflaumen und Zwetschgen. Und dann ab August der erste Augustapfel. Wir Kinder kannten ihn nur als Augustapfel. Heute weiß ich, dass er Klarapfel heißt. Den musste man immer frisch vom Baum essen, wurde er zu alt, war er mehlig. Weiter in den Herbst hinein von Cox Orange, Gravensteiner bis hin zum Boskoop. Mein Großvater kannte alle Apfelsorten. Irgendwann war es Schluss mit dem Pflücken am Baum. Der Rest wurde eingelagert und unsere Mutter hat uns bis ins Frühjahr hinein die verschrumpelten Äpfel geschält Weiterlesen