Kategorie: Buchbesprechungen

Heike Koschyk: Das Glück unserer Zeit Band 1 und 2

Wer den ersten Teil dieser Familiengeschichte gelesen hat, will auch den zweiten Teil lesen, und zwar sofort. Daher meine Empfehlung: beide zusammen erstehen. Und aus dem Grund habe ich mich entschlossen, beide Bände zusammen vorzustellen. Zugegeben, Familiengeschichten sind zurzeit in Mode, aber auch wenn man schon die eine oder andere Saga gelesen hat, sollte man diese ausgezeichnet recherchierte und umgesetzte Geschichte einer deutschen Unternehmerfamilie nicht versäumen. Weiterlesen

Michel Bergmann: Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht begehren

Nun da auch in Frankfurt das Judentum eine Jahrhundertealte Tradition hat, gibt es einen pfiffigen Rabbi als Ermittler in seinen jüdischen Kreisen. Als nichtjüdische Leserinnen und Leser lernen wir hier aus dem spannenden Kriminalroman eine ganze Menge über jüdische Gepflogenheiten. Überrascht stellt man fest, dass viele Ausdrücke in der Umgangssprache aus dem jüdischen stammen. Der Autor baut viele zeitlich nahe Ereignisse in seinem Roman ein. Wenn sich Juden jüdische Witze erzählen, wie dies in diesem geschieht, ist das besonders lustig.

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Oma Backt herzhaft und köstlich, Kochbuch

Herzhaftes Backen, da fällt einem Pizza, Kürbisbrot und vielleicht noch ein Quiche Lorraine ein. Doch Anni Alber und Eva-Maria Schulz haben da einiges mehr in petto. Es war bereits äußerst lecker, sich die tollen Fotos dieses leidenschaftlich gestalteten Kochbuchs anzusehen. Doch in den nächsten Tagen werde ich mich ans Backen machen, Freunde einladen und die köstlichen Schätze der beiden Omas kredenzen. Die Rezepte sind leicht verständlich und vermitteln den Eindruck, dass man kein Chef in der Küche sein muss, um sich selbst an den Ofen zu wagen. Das Kochbuch ist daher sehr übersichtlich und deckt die ganze Palette, von B wie Brot zu Z wie Zwiebelkuchen ab. Außerdem wird das Grundrezept von elf Teigarten im Kochbuch vorangestellt. Und weil ein gutes selbst gebackenes Brot auch einen leckeren Dip oder Aufstrich braucht, endet das Backbuch mit extravaganten Rezepten von Räucherforellen-Dip bis zur Feta Creme.

Na dann, ran an den Ofen und guten Appetit! Weiterlesen

Val McDermid: Das Mädchen, das den Weihnachtsmann umbrachte

Für Krimifreunde und die, die den britischen Sinn für Humor schätzen, hat der Droemer Verlag mit den Kurzgeschichten von Val McDermid ein richtiges Schmankerl für die Weihnachtszeit und für den Weihnachtswunschzettel. McDermid erweist sich als Meisterin der Kurzgeschichte. Jede Geschichte hat ihren eigenen Charme und Nervenkitzel. Aber die Titel gebende Geschichte Das Mädchen, das den Weihnachtsmann umbrachte ist mein persönlicher Favorit. Die Autorin erzählt abwechslungsreich und spannend. Die Charaktere sind treffend herausgearbeitet und lassen es angesichts der Kürze der Geschichte nicht an der nötigen Tiefe missen. Zugegeben, nicht jede Geschichte hat mit Weihnachten zu tun. Aber wenn der Weihnachtsmann tot ist, gibt es dann noch Weihnachten? Für mich schmälert das nicht die erzählerische Leistung der Autorin, die mich auf ihr Gesamtwerk Weiterlesen

Flower Notes, Jora Dahl mit Illustrationen von Marion Rekersdrees

Sie suchen noch ein ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk für die Oma, den Opa oder Tante/Onkel, die eingefleischte Gartenliebhaber sind, aber eigentlich schon alles über schöne Gärten wissen? Flower Notes, was so viel wie Blumennotizen heißt, ist in dem Fall genau das Richtige. Es ist ein wundervoll illustriertes Büchlein mit Farbzeichnungen von Blumen, Gestecken, Blüten und Handwerkszeug aus und für den Garten. Das kleine Kunstwerk ist sowohl eine monatliche Anleitung als auch ein Notizbuch zu ihrem schönsten Garten, ihrer eigenen Rückzugsoase. Aber wenn Sie, die noch mitten im Arbeitsleben stehen, das Gärtnern zu Ihrem Hobby machen wollen, dann belohnen Sie sich einfach selbst mit Flower Notes.

Flower Notes ist eines dieser schönen Büchlein, die man einfach besitzen möchte, um auch manchmal nur darin zu blättern.

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Bistro Bistro, Stéphan Reynaud, ein ultimatives französisches Kochbuch, DK Verlag

Wenn man an französische Küche denkt, kommen einem Wörter wie Larousse Gastronomique, der Guide Michelin mit seinen berühmt, berüchtigten Sternen und wohl auch Paul Bocuse, der von 1965 bis 2019 jedes Jahr drei der begehrten Sterne in seinem Restaurant erhielt, in den Sinn. Ein Bistro hingegen, das war doch so eine Art Kneipe, in der man sich ein Croque Monsieur auf der Klassenfahrt in Paris gerade noch leisten konnte, oder? Dabei wissen Frankreichkenner, dass ein Bistro in erster Linie ein Ort der Begegnung ist, wo man von morgens früh bis spät abends einkehren kann und meistens wesentlich besser isst und trinkt, als man es erwarten würde.

Bistro, Bistro ist nun ein kulinarischer Führer, der uns durch 250 Rezepte und 100 Weine begleitet, einen Überblick bei Brot-, Wurst-, Käse-, Kartoffel-, Fisch- und Meeresfrüchtesorten verschafft und auch nicht Halt davor macht, uns das richtige Weinglas zu erklären. Wenn Sie glauben, das Essen im Bistro, angefangen mit dem Frühstück, bis zum späten Snack am Abend nur rustikal und Regional ist, dann irren Sie sich gewaltig.

Lassen Sie sich von diesem herrlich dicken Buch, mit seinen appetitlichen Farbfotos von fast jedem Gericht und den ansprechenden Illustrationen verführen. Die knapp vierzig Euro sind eine Investition, die jeden Liebhaber der französischen Küche gering erscheint und selbst Hobbyköche in seinen Bann schlägt.  Weiterlesen

Alex Beer: Felix Blom

Ein neuer Protagonist hat Literaturszene des historischen Kriminalromans betreten.Dieser Felix Blom ist ein ausgekochtes Schlitzohr der sich besonders bei Einbrüchen einen Namen gemacht hat. Durch eine Falle hat er drei Jahre in Einzelhaft in Moabit eingesessen. Seinerzeit der Regel Strafvollzug. Mittellos sinnt er auf Rache und sucht seine Kontakte in Berlin auf. Zeitgleich passieren ungewöhnliche Morde die durch handschriftliche Karten bei den Opfern angekündigt werden. Blom bekommt auch eine. Blom, vor der Inhaftierung ein angesehener Mann mit einer wunderschönen Verlobten, trauert dieser Zeit nach und wird ganz mutlos. Die Detektivin Mathilde Voss greift ihn unter die Arme und hilft ihm Vergeltung zu üben. Wie immer gelang es der Autorin die gesellschaftlichen Verhältnisse in Berlin authentisch zu schildern. Sie führt die Leserschaft durch die vielen Enden der Geschichte in die Irre. Wer ist der Mörder? Weiterlesen

Alexander Oetker, Chez Luc, Frankreichs Kulinarischer Südwesten

Ok, ich bin etwas voreingenommen. Als Fan von kulinarischen Krimis, ob es in bestimmten Weinregionen und dort die Weine und Winzerbeschrieben werden, oder Kommissare, die gerne selber Kochen oder Essengehen, dazu ein spannender Krimi, dann bin ich garantiert dabei. Da fallen mir die Rezensionen besonders leicht. Nun bin ich besonders voreingenommen. „Chez Luc Aquitaine“, Frankreichs Südwesten, das Aquitaine von der spanischen Grenze dem Baskenland, Saint-Jean-de-Luz über Biarritz, Eugenie-le-Bain, Bordeaux mit seinen unterschiedlichen Weinanbaugebieten, bis hin zur Gironde Mündung, Soulac-sur-Mer für mich ein Déjà-vu. Etwas falsch ausgedrückt. Keine Erinnerungstäuschung. Nein persönlich Erlebtes. Vorab aber zum Autor.

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Bernhard Hofer: Tannenfall Der erste Schnee

Bernhard Hofer beweist mit dem ersten Band seiner 4er Reihe Tannenfall, dass nicht nur Stephen King Meister des verwirrenden Kopfkinos ist. Auch er beherrscht es, es dem Leser bei der Unterscheidung zwischen realer Welt, Fiktion und Wahnvorstellungen nicht leicht zu machen. Denn der Autor pendelt mit Leichtigkeit zwischen den Zeiten und Orten, das man Acht geben muss, nicht auf der Strecke zu bleiben. Die Berliner Staatsanwältin Marlene Castor möchte in der Abgeschiedenheit der österreichischen Bergwelt einen beruflichen Rückschlag  aufarbeiten. Ihre Tochter Lya, die sie begleitet, verschwindet bei einem gemeinsamen Ausflug in einem Stollen. Verzweifelt beginnt sie die Suche nach ihrem Kind. Sie stößt auf Ablehnung und Intrigen, weiss nicht, wem sie noch trauen kann. Fragen, die im Raum stehen, werden hoffentlich im Verlauf der gesamten Sagea beantwortet. Trotz des Tempos in der Geschichte, gelingt es Hofer andererseits durch seine Sprache Ruhe auszustrahlen. Überhaupt seine Sprache, sie ist bildlhaft und wortgewaltig. Und wenn die Verwirrung, die diese spannende Geschichte auszulösen vermag, gewollt ist, ist es gelungen! Weiterlesen

Rieke Patwardhan, Weihnachten mit Gisela, Illustration Lena Winkel

Weihnachten, das Fest der Familie und des gemeinsamen Kirchgangs. Das Fest mit vielen Vorbereitungen für den Heiligen Abend. Und was passiert, wenn sich noch ein unbekannter, aber berühmter Gast anmeldet hat. Oma backt, der Opa bastelt im Keller, die Mutter macht extra Besorgungen und der Vater putzt. Die schönsten Geschichten schreibt das Unverhoffte. Gerade, wenn man mit der falschen Erwartung mit dem Unverhofften überrascht wird und alles viel besser ist.

 

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