Nach „Tödlicher Duft“, „Tödliches Gebet“ und nun „Tödliches Déjà-Vu“ ermittelt der sympathische Commissaire Louis Campanrad weiter in der Provence. Nirgendwo passt sein neues Thema besser hin als in die Provence mit der atemberaubenden Landschaft, dünn besiedelt, das goldene Licht über den lilafarbenen Lavendelfeldern mit den summenden Bienen und den vielen Insekten. Heute weiß man, dass wir ohne Bienen nicht überleben können. In einigen Landstrichen in China sind durch den aggressiven Einsatz von Pestiziden die Bienen schon ausgerottet. Dort werden Menschen mit Pinseln eingesetzt, mühsam die Blüten per Hand zu bestäuben. Unsere Chemiekonzerne, die Pestizide entwickeln, müssen daher sehr aufwendige Tests durchführen, bevor sie ihre Produkte überhaupt zum Einsatz bringen dürfen. Die Landwirte mit ihren riesigen Monokulturen, von für uns schönen Lavendelfeldern, benötigen diese aber. Sollte ein Befall durch Bakterien oder Zikaden auftreten, sind die Felder verloren. Von René Anour ein sehr gut ausgewähltes Thema und mehr als anschaulich in eine sehr spannende Geschichte gesetzt.
Schlagwort: Provence-Krimi
Cay Rademacher: Geheimnisvolle Garrigue
Obwohl dies der neunte Fall für Capitaine Roger Blanc und sein Team ist, sind keinerlei Ermüdungserscheinungen erkennbar. Ganz im Gegenteil. Die Geschichte ist spannend und fesselnd bis zur letzten Seite. Und für diese Geschichte verstärkt der Autor das Ermittlerteam mit dem jungen, engagierten Brigadier Yves-Laurent Sylvain. Wie für Sylvain ist es auch mein erster Fall, den ich mit Blanc und seinen Kollegen löse. Auch ohne die vorherigen Krimis dieser Reihe von Cay Rademacher zu kennen, finde ich mich gut zurecht und kann das Lesevergnügen, wie auch die anschaulichen Landschaftsbeschreibungen der Provence genießen. Allerdings frage ich mich, warum ich nicht schon eher die Bekanntschaft dieses Ermittlerteams gesucht habe! Capitaine Blanc ist ein Ermittler wie man sich ihn wünscht: Polizist mit Leib und Seele, respektvoll im Umgang mit den Kollegen, schätzt nicht nur – wie könnte es in Frankreich anders sein – gutes Essen und Wein, sondern hat auch ein bewegtes Liebesleben hinter sich. Seine unaufgeregte Art macht ihn sehr sympathisch. Schlüssig bettet der Autor die Geschichte um die zwei verschwundenen jungen Frauen in die Pandemie ein. Verdächtige gibt es so viele, wie Lavendel in der Provence. Sowohl für den aktuellen Fall als auch für einen 23 Jahre alten „Cold case“. Beide Fälle weisen Gemeinsamkeiten auf. Handelt es sich um einen Täter, der wieder aktiv wird oder um einen Trittbrettfahrer? Weiterlesen