Ich selbst bin in einem Forsthaus aufgewachsen und habe dadurch einen Bezug zur Jagd. Meine Mutter hat das erlegte Wild bestens zubereitet. Vielleicht habe ich daher auch die Leidenschaft fürs Kochen entwickelt. Deshalb hat mich Harald Rüssels Wilde Zeiten Küche tief berührt. Das Buch ist weit mehr als eine bloße Sammlung von Rezepten – es ist ein liebevoll gestaltetes Zeugnis dafür, wie eng Naturverbundenheit und kulinarischer Genuss miteinander verknüpft sind. Die stimmungsvollen Bilder erinnern mich an eigene Erlebnisse im Wald: das frühe Licht, der Respekt vor dem Wild, die Dankbarkeit für jedes Tier, das sorgfältig verwertet wird. Doch habe ich mich auch gefragt: Meint Harald Rüssel den Titel „Wilde Zeiten Küche“ vielleicht zweideutig, ein Hinweis auf die neue Situation in seinem Betrieb? Harald Rüssel hat nämlich seine beiden Söhne Maximilian und Frederik, beide ausgebildete Konditoren und Köche, nach den Wanderjahren, in den heimischen Betrieb „Landhaus Rüssel St. Urban“ zurückgeholt. Dass die beiden eigene Ideen und Änderungen mitbringen, führt zu wilden Zeiten. Wie sagt Harald Rüssel selbst: Die Kraft der Jugend – Next Generation: Bleibt alles anders! Ich habe dabei sehr geschmunzelt. Den Stolz auf die beiden Söhne und ihre Ideen kann man auch herauslesen.