Es ist schon der 21. Fall von Eva Almstädt mit ihrer Kommissarin Pia Korittki. Eva Almstädt gelingt mit „Ostseehölle“ wieder ein fesselnder Kriminalroman, der weit über das Genre hinausgeht und gesellschaftlich relevante Themen wie den Missbrauch von Schutzbefohlenen, sowie Mobbing unter Kindern ins Zentrum rückt. Die Autorin lässt ihre Protagonistin in der Vergangenheit von Chormitgliedern forschen und deckt dabei immer mehr dunkle Geheimnisse auf, sodass bald alle ein Motiv hatten, das eine Chormitglied in der Marienkirche in Lübeck als Leiche zurückzulassen. Durch ihren präzisen, atmosphärischen Schreibstil werden die emotionalen und psychologischen Folgen von Missbrauch eindringlich dargestellt – insbesondere die Ohnmacht und das Schweigen der Betroffenen, die oft aus Angst und Scham verharren. Almstädt vermeidet dabei jede Sensationslust und legt den Fokus auf die Perspektive der Opfer, deren Verletzlichkeit und innere Konflikte authentisch und nachvollziehbar beschrieben werden.