
Boese Schatten von Christian Ditfurth
Nach den beiden actionreichen Romanen, Heldenfabrik u. 2 Sekunden, aus der Feder v. Ditfurth´s ist nun etwas mehr Ruhe in die Romane gekommen. Halt, Langweilig schon garnicht, dafür blickt er wieder tief in das Innere seiner Figuren. Stachelmann Selbstzweifler und „Frauenheld“, der eigentlich mit den schönen Frauen nicht so recht umzugehen weiß, kommt wieder mal an seine Grenzen. Er hat es aber auch mit einer harten Nuss, die in Form eines kleinen Stückchen Papiers daherkommt zu tun. Dabei zeigt uns der Historiker v. Ditfurth dass die kalten Krieger im Westen nicht die Helden sind die sie vorgeben zu sein. Seine Vergleiche der Diktaturen (DDR u. Nazideutschland) sind für die jüngeren Leser sehr erhellend.

Auch wenn ich bis jetzt keine Cocktails gemixt habe, ich habe lieber am Tresen gestanden und genüsslich zugeschaut und mich bedienen lassen, werde ich es jetzt garantiert tun. Stefan Haneder hat nach seiner Ausbildung zum Koch und Kellner eine Bartenderausbildung auf der American Bartender School absolviert. Wenig später hat er sich mit der Acanto Bar in Freistadt, Österreich, selbständig gemacht. Stefan Haneder hat es geschafft, die Kreativität aus der Küche in die Cocktails zu entwickeln. Mit seinem jetzt erschienenes Buch „Cocktails UNLIMITED“ hat er sowohl seinen Kollegen, den Hobbybartendern und auch dem Laien ein besonderes Geschenk übergeben.
Ein Gesellschaftsroman der auch eine Kriminalgeschichte beinhaltet. Weiler beschreibt Lebensverhältnisse die unterschiedlicher nicht sein können. Der Junge mit Migrationshintergrund, die Familie die durch ererbtes Vermögen nie Geldsorgen haben wird und Kühn der im Eigenheim wohnt das aber aufgrund verbrecherischer Gewinnsucht auf verseuchtem Boden steht. All das bringt der Autor lebensecht unter ohne in Larmoyanz zu verfallen oder anzuklagen. Das Kühn in seinem Beruf auch Belastungen ausgesetzt ist spiegelt sich auch im Zusammenleben der Familie wider. 
Strafe ist ein direkter Nachfolger der Erzählungsbände Verbrechen und Schuld. Wieder schildert Ferdinand von Schirach in seinen Kurzgeschichten die Ereignisse aus dem Leben von Juristen. Wobei der Fokus, der schwierigen Kriminalfälle nicht darauf liegt, was nach dem Gesetz Recht und Unrecht ist. Daher geht es dem virtuosen Autor weniger um die Rechtswissenschaft als um die moralischen Gesichtspunkte hinter einem Verbrechen. Es sind Geschichten von Menschen, die Täter werden, weil sie Opfer waren, von Anwälten, die Mörder mit Hilfe von Verfahrensfehlern frei bekommen, obwohl sie deren Schuld zweifellos kennen. Ferdinand von Schirach ist ein Meister der wenigen Worte, der ohne literarische Schnörkel zum Punkt kommt. Das Buch ist ein Geniestreich, wie jedes seiner bisherigen Romane!
Es ist ein harter Kriminalroman der unter die Haut geht. Er macht betroffen, weil er so realistisch daher kommt. Wenn man sich erinnern kann wie in Nordirland die Bomben hochgingen. Viele Tote und Verletzte waren unter der Bevölkerung und bei den Polizeikräften zu verzeichnen. Die Bilder im Fernsehen waren schrecklich. Die religiösen Hintergründe die seit Jahrhunderten bestanden brachen durch Hetzer und Fanatiker ausgelöst, Bahn und eskalierten. Das Misstrauen unter den Menschen war enorm. Überall witterten die Menschen Verräter und wenn man Beweise hatte wurden hier Fememorde begangen. All das bringt Seymour in seinem brillanten Roman unter.
„Wussten sie eigentlich, Verehrteste, dass beim Öffnen einer Flasche Champagner rund einhundert Millionen winzige Bläschen entstehen? Mit einer Gesamtoberfläche von achtzig Quadratmeter! Und was noch viel wichtiger ist: Sie tragen entscheidend zum Geschmacks- und Geruchserlebnis bei. Das Perlen bringt Aromastoffe an die Oberfläche und sogar in die Luft dabei. Dabei funktionieren die Bläschen wie eine Art Fahrstuhl für die Aromastoffe….Solch Wissen und vieles mehr wird in diesem Krimi geboten. Carsten Sebastian Henn, laut Focus „ Deutschlands König für kulinarische Krimis“, hat sein fulminates Fachwissen in einer gelungenen, amüsanten Krimikomödie verpackt.
Ja, wir geben es zu, wir freuen uns immer wenn ein neues Werk von Andreas Brandhorst erscheint. Der Autor versteht es Wesen und Gesellschaften zu kreieren, die so erstaunlich, so, im positiven Sinne, abgefahren, aber auch stimmig sind, dass es eine helle Freude ist. Er verzichtet in dem vorliegenden Werk auf die üblichen Freund Feind Abgrenzungen und macht auf den in der weiten Zukunft liegenden Rassismus aufmerksam den die Menschheit nicht ablegen will oder kann. Der Autor spielt auch in philosophischer Weise mit dem Begriff Zeit und deren möglichen Formen. Es ist immer eine spannende, z.T. lehreiche Form der Leseunterhaltung, die uns in ferne Welten, Gesellschaften und Zeiten mitnimmt.
Kommissar Oppenheimers dritter Fall: ein packender Zweiter-Weltkriegs-Krimi über die Atompläne der Nazis von Glauser-Preisträger Harald Gilbers. Die letzten Stunden vor und die ersten Tage nach der Eroberung Berlins durch die Rote Armee. Gilbers führt schonungslos Details der Gewaltorgie beim Niedergang der Naziherrschaft der Leserschaft vor Augen. Dabei spielt die Jagd nach den besten wissenschaftlichen Köpfen Deutschlands eine Rolle. Die Entwicklung der Atombombe war im Nazideutschland schon weit fortgeschritten. Diesen technologischen Vorsprung wollten sich sowohl die Russen wie auch die Amerikaner sichern. Ein spannender Wettlauf in diesem wahrlich guten Endzeitkrimi.