Jan Mehlum: Kalte Wahrheit

Wir alle wissen mittlerweile, dass die skandinavischen Autoren die besten Thriller schreiben. Doch warum ist das so. In dem Roman Kalte Wahrheit vom norwegischen Schriftsteller Jan Mehlum wird es ganz klar. Die Geschichten sind so realistisch, dass einem das Gruseln kommt.

Eines Tages schneit ein vierzehnjähriges Mädchen bei dem Kleinstadtanwalt Svend Foyn in die Kanzlei. Sie will Hilfe, zeigt ihm ein pornographisches Foto, das ihre Schwester angeblich auf ihr Handy bekommen hat. Doch da das Mädchen minderjährig ist, kann er nichts tun, ohne die Eltern einzuschalten. Das will Elvira auf keinen Fall. Als man Elvira ein paar Tage später tot in der Badewanne ihrer Eltern findet, fragt sich Svend, ob er nicht ein Fehler gemacht hat. Könnte Elvira noch leben, wenn er sich des Falls angenommen hätte?

Weiterlesen

Interview mit dem finnischen Autor Jari Järvelä

Jari Järvelä, geboren 1966, arbeitete zunächst als Lehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Inzwischen hat er zahlreiche Romane, Hörspiele und Dramen veröffentlicht und gehört zu den angesehensten Autoren Finnlands. Mit dem Thriller Weiß für Wut wird Jari erstmals in Deutschland vorgestellt. Es ist der Beginn einer Trilogie um die Sprayerin Metro.

Fotocopyright: Havu Järvelä2

 

 

Weiterlesen

David Lagercrantz: Verfolgung, Millennium (5)

Verfolgung von David Lagercrantz

Zugegeben, etwas skeptisch war ich nachdem ersten Nachfolgewerk von Stig Larson von David Lagercrantz für das neueste Werk mit den Hauptdarstellern Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist. Aber kurz: Es ist ganz große Klasse! Lagercrantz besinnt sich auf das, was die Larson Krimis ausgemacht haben: Psychologie, Verschwörung, Musik und Action. All das ist in diesem Werk ineinander verschlungen vorhanden. Es ergibt einen rasanten Plot der auch die Situation der muslimischen Frauen in Schweden thematisiert.

 

 

Weiterlesen

JEAN-FRANÇOIS PAROT: Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel

Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weissmaentel von Jean-Francois Parot

Die erfolgreichste und anspruchsvollste Serie historischer Krimis aus Frankreich erscheint endlich in Deutschland. Dieser Kriminalroman gewährt Einblick in die Alltagskultur des 18. Jahrhunderts, wie sie Parot in seiner Romanserie immer wieder darstellt: Hintergründe zum Straßenleben, zur Hygiene, zur Sexualmoral der Zeit, zur Kochkunst und zur Entwicklung der Gastronomie. Jean-François Parot schreibt über das Paris des 18. Jahrhunderts, als habe er diese Zeit selbst miterlebt. Man geht mit ihm durch die Gassen, speist mit ihm die damaligen Gerichte, hört gelehrten Unterhaltungen ebenso fasziniert zu wie dem Kauderwelsch der halb kriminellen Unterwelt. Man begegnet Romanfiguren, die glaubwürdig und interessant sind, sei es der oberste Polizeichef, die verruchte Bordellbesitzerin oder der Kammerdiener. Diese realistische Darstellung des Alltags der kleinen und großen Leute erklärt – zusammen mit der sympathischen Hauptfigur und den vielen historischen Figuren – wohl auch den Erfolg der Serie. Spannung gibt es zu hauf. Wer wissen will wie es in der Bastille ausgesehen hat oder wie der Henker von Paris sein Handwerk versteht, der ist hier goldrichtig.

Weiterlesen

Operation Butterfly, Corine Hartman, Tomas Ross

Ein heißer Spionagethriller, bei dem es rumpelt. In dem Buch mischen alle mit, die Nato, Putin, der Mossad, die Türken, Syrier, der IS, die italienische Mafia und auch tschetschenische Rebellen. Da kann man sich vorstellen, dass es knallt und kracht. Es erinnert an John le Carré mit einer großen Portion von Verschwörungstheorien, die manchmal so wild sind, dass man schmunzeln muss.

Dennoch ein starker Thriller um die Machtkämpfe der Geheimdienste und politischen Ränkespiele in unserer Welt.

 

Weiterlesen

Dunkle Wasser, Louise Doughty

Dunkle Wasser ist ein erzählerisch großes Buch. Auch wenn man beim Lesen das Gefühl bekommt, dass die Geschichte kein Anliegen hat, berichtet sie doch von den wichtigsten Themen im Leben. Schuld, Liebe, Politik und Verrat.

John Haper lebt in einer einsamen Hütte auf Bali und wartet auf seine Henker. Er ist sich sicher, man wird ihn töten, wegen seiner Vergangenheit. Als er jedoch Rita begegnet, bahnt sich eine Liebesgeschichte zwischen diesen beiden reifen Menschen an, in deren Verlauf Haper wieder Boden unter seinen Füßen bekommt. Er fragt sich, ob seine Paranoia nur ein Resultat seiner eigenen Schuldgefühle ist. Ein wunderbares, sehr kluges Buch, geschrieben von einer lebenserfahrenen, reifen Autorin.

Weiterlesen

Ryan Schmidt: Armbanduhren Technik – Funktionen – Design

Armbanduhren von Ryan Schmidt

Wer sich mit Armbanduhren beschäftigt wird in diesem Werk Dinge finden, die er so noch nicht gesehen hat. Eine Vielfalt der Komplikationen wird dem manchmal staunenden Leser vorgeführt und erklärt. Erklärungen zu Funktionsweisen die einfach zu verstehen und leicht zu lesen sind. Es versteht sich von selbst, dass die abgebildeten Uhren wunderbar in Szene gesetzt sind. Es ist ein wunderschön aufgemachtes Buch, dass sich zum ver- und selbst schenken eignet.

 

Weiterlesen

Der Weihnachtswald

Ein wirklich nettes Buch, das wunderbar in die Adventszeit passt. Ein modernes Märchen, bei dem es um Familie, Liebe und natürlich Weihnachten geht. So richtig etwas zum Entspannen bei Tee und Vanillekipferln.

Jedes Weihnachten fährt die erfolgreiche Anwältin Eva nach München zu ihrer Großmutter. Die alte Dame lebt in einem sehr alten Anwesen, das berühmt ist für seinen Tannenwald. Der Weihnachtswald besteht aus ehemaligen Christbäumen, die nach Weihnachten seit mehr als achtzig Jahren dort gepflanzt werden. Doch Eva hat kein Interesse an dem Anwesen und dem verträumten Wald. Als kalte pragmatische Geschäftsfrau kann sie auch nicht verstehen, warum Oma Anna jedes Jahr ein Waisenkind ins Haus holt, um mit ihm Weihnachten zu feiern. Doch dieses Jahr passiert etwas Unbegreifliches. Eva wird gegen ihren Willen, mit dem Sohn der Haushälterin und dem Waisenkind auf eine Reise geschickt, eine Reise in die Vergangenheit.

Weiterlesen

Frank Goldammer: Tausend Teufel, Kriminalroman, Der zweite Fall für Max Heller

Schon im ersten Roman von Frank Goldammer war die erzählerische Kraft zu spüren die im neuesten Werk voll zum Tragen kommt. Der Autor erzählt nicht nur eine hoch spannende Geschichte, er katapultiert uns außergewöhnlich anschaulich in das zerstörte Dresden von 1947. Dass die Geschichte so authentisch rüberkommt ist, so erzählte es uns der Autor auf der Buchmesse, hat in den Erzählungen seines Großonkels seinen Ursprung. Dieser sei aus Russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt und zur Volkspolizei gegangen. Davon hat er berichtet und scheinbar so intensiv dass Goldammer alles aufschrieb. Dabei kommt auch das Unverständnis hoch, dass viele Ex Nazis wieder in verantwortungsreichen Posten saßen.

Weiterlesen