Alle Artikel von Stephan Schwammel

Xiaolong Qiu: Schakale in Shanghai, Oberinspektor Chens achter Fall

Die Redaktion hat lange gewartet, endlich ist der neue Fall von Oberinspektor Chen erhältlich. Immer wenn dieser ermittelt geht es den regierenden korrupten Kadern der Chinesischen Führung ans Eingemachte. Die Werke des Exilchinesen Qiu Xiaolong sind deshalb so interessant, weil sie neben der Spannung einen gesellschaftlichen Hintergrund abbilden den man weder im Fernsehen sehen oder in den Zeitungen lesen kann. Korruption und Bereicherung der führenden Kader, die auch vor Mord nicht zurückschreckt. Immobilien Spekulation die öffentliches Gelände gierig vermarktet. Prostitution und Vetternwirtschaft. All das bringt der Autor stimmig und authentisch dem Lesepublikum nahe. Unbedingt lesenswert. Weiterlesen

Andy Weir: Artemis

Nach dem grandiosen Roman „Der Marsianer“ zeigt uns Weir wie man auf dem Mond lebt. Dabei packt er das heutige Wissen in eine spannende Handlung und lässt eine große Mondbasis entstehen. Auf die Frange (siehe Interview), ob er denn auf dem Mond wohnen wollte, sagt er nein. Also ich könnte mir das gu vorstellen. 1/6 weniger Schwerkraft. Alles ging leichter. Damit ght auch Weir´s Protagonistin, Jazz, um und dreht die tollsten Dinger. Das Buch ist nicht nur für technik Begeisterte von Interesse. Nein wenn man sich den Mond anschaut und sich die Geschichte aus Weir´s Buch dazu denkt, hat dass seinen besonderen Reiz. Weiterlesen

Andy Weir: Artemis; Interview mit dem Autoren

Andy Weir
Foto Aubrie Pick

Man kann seine Karriere eigentlich nur als kometenhaften Aufstieg bezeichnen. Im Jahr 2009 stellte Andy Weir die ersten Kapitel seines Debütromans Der Marsianer online, der Roman wurde ein Überraschungserfolg, kurz darauf sicherte sich ein Verlag die Rechte und Der Marsianer stand monatelang auf den internationalen Bestsellerlisten. Spätestens seit der spektakulären Verfilmung des Stoffes durch Ridley Scott gehört Andy Weir zu den ganz Großen im Literaturgeschäft. Mit Artemis hat er nun seinen zweiten Roman veröffentlicht und sich trotzdem die Zeit genommen, ein paar Fragen zu beantworten.

Mr. Weir, Ihr erster Roman spielte auf dem Mars und löste einen regelrechten Hype um
den roten Planeten aus. Was hat Sie dazu bewogen, Ihren zweiten Roman Artemis auf
dem Mond anzusiedeln?

Ich wollte eine Geschichte über die erste menschliche Stadt schreiben, die sich nicht auf der
Erde befindet, und ich denke der Mond ist der realistischste Ort dafür. Er ist schließlich der
Himmelskörper, der der Erde am nächsten ist, und vor allem – und das spielte eine unheimlich
wichtige Rolle bei meinen Überlegungen –, ist er nahe genug, dass zwischen Erde und Mond
ein florierender Handel und auch Tourismus möglich wäre.

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Jo Nesbø: Durst (Ein Harry-Hole-Krimi 11)

Das Buch ist nichts für zarte Seelen. Der Autor Jo Nesbø verlangt starke Nerven. Der Gegenpart zu Harry Hole, dem harten Kerl mit weichem Kern, ist Vampirist. Einer der es liebt Blut zu trinken. Meist von jungen Frauen. Das ist normalerweise nicht das Genre zu dem ich greife. Aber Jo Nesbø wäre nicht Jo Nesbø wenn er diesen rauen Plot nicht mit sehr viel psychologischen und anderen Fakten anreichern würde, dass der Thriller immer spannend und lesbar bleibt. Interessant ist auch der norwegische Umgang mit Sex.

 

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Joan Weng: Feine Leute

Ein feines Ermittlerduo streift da durch das Berlin der 20er Jahre. Ein feiner Pinkel, gutaussehend und Filmstar und ein Arbeiterkommissar der auch ein Liebling der Frauen ist. Beide sind aber in Liebe vereint dass aber niemand wissen darf, denn der § 175 (Homosexualität) ist ein scharfes Schwert der Justiz. Es geht in dieser Liebesgeschichte hin und her, aber am Ende hat die Lösung des Falles so etwas wie es die Autorin Agatha Christie macht. Sehr geheimnisvoll. Mord in bester Gesellschaft.

 

 

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Gay Talese: Der Voyeur

Da ist einer, der hat ein Motel und beobachtet 15 Jahre lang durch ein präpariertes Loch Menschen. Er schreibt auf was er sieht und teilt es dem Sachbuchautor Talese mit. Schockierend? Erhellend? Studie? Es ist auch ein bisschen von Allem. Am Ende des Buches vergleicht der Voyeur die Überwachung des Staates mit seinen vielen Kameras mit seinem Voyeurismus. Interessant!

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Kerstin Ehmer: Der weiße Affe

Berlin in der Weimarer Republik war ein Schmelztiegel in all seinen Facetten. Schillernde Bars und sexuelle Freiheit charakterisieren die Großstadt genauso wie Antisemitismus und die schwelenden Vorboten des Nationalsozialismus. Die Autorin versteht es, die brodelnde Atmosphäre dieser widersprüchlichen Zeit spürbar zu machen. Großbürgertum, Verelendung der Bevölkerung besonders der Kinder. Dabei bedient sie sich einer Sprache, deren Schönheit das Flair der Goldenen Zwanziger lebendig einfängt und gleichzeitig modern daherkommt.

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Gisbert Haefs: Das Ohr des Kapitäns

Das Ohr des Kapitaens von Gisbert Haefs

Ein Ohr macht Geschichte. Das abgeschnittene Ohr eines englischen Kapitäns löst einen Krieg aus. Die Jahre 1713-35 werden von Gisbert Haefs wunderbar in einem Seefahrer Roman zusammengefasst. Immer wenn man Seefahrergeschichten dieser Zeit liest handelt es sich um Sklavenhandel, oder Schmuggel. Freibeuterei ist an der Tagesordnung. Aber die geschichtlichen Zusammenhänge macht erst dieser Roman deutlich.

 

 

 

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Daniel Suarez: Bios

Ein SiFi Roman der dadurch besticht, dass er die Leserschaft nicht in ferne Welten entführt, sondern die Erde zeigt wie sie im Jahre 2045 sein könnte. Vieles erschreckt und ist doch glaubwürdig. Die technologische Entwicklung mag weit hergeholt sein, aber wenn wir uns die Entwicklung der letzten 30 Jahre anschauen, dann erscheint vieles was der Autor schildert möglich zu sein. Was erschreckt sind die Flüchtlingsströme die sich, so der Autor auf 70 Millionen Menschen summieren. Diese versuchen in die neuen Boom Metropolen, und die liegen in Asien, zu kommen. Die Versuche am und mit Menschen sind brutalst. Ein Roman der es in sich hat und Denkanstöße mit Höchstspannung liefert.

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John le Carré: Das Vermächtnis der Spione (Ein George-Smiley-Roman 9)

Es ist der Kalte Krieg. Die Spionageabteilungen der Siegermächte feiern fröhliche Urständ. Doppelagenten und Menschen die einfach nur das Beste für ihr Land tun wollen werden durch die Mühlen der Geheimdienstbürokraten gedreht, verraten und erschossen. Diese Szenarien setzt der große Meister des Spionagethrillers John le Carré, in Szene. Der Spion, der aus der Kälte kam ist zurück – Der ultimative Roman über die dunklen Seiten der Geheimdienste. Ein Blick hinter die Kulissen der „Schlapphüte“.

 

 

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