Ich war zu Tränen bewegt von diesem sehr leisen, doch bild- und inhaltsgewaltigen Film. Es geht um die Suche nach der wahren Liebe, den unerfüllten Wünschen ans Leben und die innere Gefangenschaft, die ein Mann und eine Frau sich auferlegen können. Die Geschichte wird langsam, mit unglaublichen Bildern erzählt. In dem Moment, in dem der Zuschauer alles zu wissen scheint und nur noch auf das gewaltige dramatische oder glückliche Ende wartet, passiert aber das völlig Unerwartete. Alles, was das Publikum über das Ehepaar Gabrielle und José glaubt, erfahren zu haben, wird auf einmal hinfällig und dann wird einem die Tragweite, der wahren Liebe bewusst. Nicht nur ein Film für Frauen! Denn als ich mir am Ende die Tränen aus den Augen wischte, meinte mein männlicher Begleiter: Meine Güte, war das ein wundervoller Film!
Alle Artikel von Elke Rossmann
Selfies, siebter Fall Sonderdezernat Q, Carl Mørck, Jussi Adler-Olsen, Dtv

Endlich der siebte Fall des Sonderdezernat Q, mit den uns liebgewonnen Carl Mørck, Assad, Rose und auch Gordon. Während Carl sich mit Möchtegern-Mördern rumschlägt, die sich in stoischer Regelmäßigkeit selbst anzeigen, tickt Rose, die gute Seele des Dezernats völlig aus. Sie ist seelisch am Ende, verkraftet ihre nie aufgearbeitete Kindheit nicht mehr und weist sich selbst in einer psychiatrischen Klinik ein. Doch damit nicht genug, sein alter Chef drängt ihn einen aktuellen Mordfall auf, der mit einem sehr alten Fall in Zusammenhang stehen soll. Und dann ist da noch die Chefetage, die ihm das Budget streichen will und ihm auch noch ein Team Fernsehreporter an die Hacken bindet. Wieder ein typischer Jussi-Thriller, der vor Menschlichkeit nur so strotzt. Fast urteilsfrei begegnet man den geschundenen Seelen in seinen Büchern. Als Leser beginnt man zu verstehen, dass es nur ein kleiner Schritt ist, dem Wahnsinn zu verfallen, wenn man vom Leben nur genug gequält wird.
Filmkritik: CAPTAIN FANTASTIC, DVD
Einer der leisen Filme, die unbedingt in die Kategorie „besonders hochwertig“ fallen muss. Denn abseits vom Mainstream, ist die Geschichte intelligent, herzergreifend und mit einem wieder einmal unglaublich gutem Viggo Mortensen verfilmt worden. Qualitätsmerkmal: UNBEDINGT SEHENSWERT!
Ben ist ein hochintelligenter Aussteiger, der mit seinen sechs Kindern in der Wildnis lebt und sie ohne soziale Kontakte auf das, seiner Meinung nach, wahre Leben vorbereitet. Er gibt ihnen alles mit, um alleine in den Wäldern zu überleben.
Marcus Hünnebeck: Abschaum
Der berühmte Schauspieler Hubert Scherer sitzt mit seiner Agentin in einem Kölner Café, als er von einem Fan, Christopher Engelhart, angesprochen wird. Eigentlich ist Christopher ein eher aufdringlicher Fan, doch als ein anderer Mann plötzlich eine Waffe zieht und alle zu Geiseln macht, rettet Christopher das Leben des Schauspielers und wird zum Medien-Helden. Engelhart genießt seinen plötzlichen Ruhm, bis er von einer Unbekannten angegriffen wird und Drohbriefe bekommt. In dem Moment kommt Bodyguard Stefan Trapp ins Spiel und wird selbst zur Marionette eines perfiden, ausgeklügelten Plans.
Gerhard Wegner: Das Vermächtnis
Ist Das Vermächtnis ein Thriller oder etwa ein Abenteuerroman? Für mich ist es ein Abenteuer-Thriller, bei dem der Autor Schlag auf Schlag, den Leser von einer Actionszene zur nächsten treibt und den Spannungsbogen eigentlich nie eine Minute herunterfährt.
Was mit einer abenteuerlichen Schatzsuche unter Wasser beginnt, spinnt sich schnell zu einem Politthriller. Schreckliche Attentate von islamistischen Fanatikern, rechtsradikalen Verschwörungen und das perfide Machtspiel einer Bande skrupelloser Killer dominiert das Buch. Am Ende scheut sich Wegner nicht, die deutsche Geschichte etwas umzuschreiben und einen Plot, der besonderen Art hinzulegen. Beängstigend ist, dass man zwischendrin immer mal wieder denkt: „Verdammt, wie weit sind wir wirklich von solch einem Horrorszenario entfernt?“
Markus Stromiedel: Zone 5
Da soll noch mal einer sagen, die Deutschen können keine Science-Fiction schreiben. Markus Stromiedel beweist es mit seinem Buch Zone 5. Der Autor schafft nicht nur eine faszinierend düstere Szenerie, wie einst George Orwell in 1984, Markus Stromiedel ist auch noch so mutig, seinen Zukunftsroman in Köln spielen zu lassen. Dessen nicht genug, er erwähnt sogar die Veedels und die ehemaligen Karnevalumzüge. Sie denken, ich mache Witze, nein ganz und gar nicht! Zone 5 ist ein Science-Fiction erster Klasse, der in einem Satz mit Bestsellern wie Red Rising und der Marsianer genannt werden darf und muss. Hervorragend!
Filmkritik: KU’DAMM 56, eine Event-Dreiteiler, ausgestrahlt beim ZDF

Helga Schöllack (Maria Ehrich), Caterina Schöllack (Claudia Michelsen), Monika Schöllack (Sonja Gerhardt), Eva Schöllack (Emilia Schüle). Foto: ZDF/Tobias Schult (m) KNSK – Familie Schöllack (Helga, Caterina, Monika und Eva)-
Berlin in den fünfziger Jahren ist durchsetzt von Nachkriegseuphorie, Wirtschaftswachstum, politischen Altlasten und den jungen Wilden, die James Dean und den Rock ’n’ Roll für sich entdecken. Mittendrin, die distinguierte Tanzschulbesitzerin Caterina Schöllack mit ihren drei Töchtern, welche sie unbedingt und mit allen Mitteln gut verheiraten will. Durch die Zwänge dieser ultrakonservativen Gesellschaft bleibt den jungen Frauen kaum eine Wahl, als sich den Wünschen ihrer Mutter zu beugen. Nur Monika begehrt auf, entdeckt den Rock ’n’ Roll und dadurch sich selbst als Frau und Mensch.
M.J. Arlidge: Schwarzes Herz
Nach Eene Meene nun der zweite Thriller mit der Protagonistin D.I. Grace. Wie das erste Buch ist es ein Thriller-Thriller, was bedeutet, es wird viel Blut aufgetischt und aufgewischt. Hartgesottene werden D.I. Grace lieben, mit all ihren verrückten Charakterzügen und auch die Story ist wieder einmal gut durchdacht und ungewöhnlich spannend.
Erika Swyler: Das Geheimnis der Schwimmerin; Interview mit Erika Swyler
Simon Watson ist ein junger, erfolgloser Bibliothekar, ein Träumer und Romantiker. Er lebt in einem alten Haus an der Küste Long Islands und das Meer fordert seinen Tribut, denn mit jedem Tag, der vergeht, bricht ein Stück Küste ab und zerstört dieses Haus. So ist sein Haus, wie ein Synonym seiner Lebensgeschichte. Denn als er ein altes Buch zugeschickt bekommt, in dem es anscheinend um seine Familie geht, bröckelt auch seine Existenz langsam und wird in die Fluten gespült. Das Geheimnis seiner Mutter, die sich im Meer das Leben nahm, als er noch ein kleiner Junge war und das Schicksal seiner jüngeren Schwester offenbaren sich, mit jeder Welle, die auch ihn fortspült. Dieses wunderschöne geschriebene Buch erinnert an Danielle Wallace Roman Big Fish, der mit Evan McGregor 2003 verfilmt wurde. Bestimmt ließ sich die Autorin davon inspirieren, denn einer ihrer Hauptprotagonisten heißt Amos, wie der Zirkusdirektor in dem Film.
David Baldacci: Im Auge des Todes
Will Robie und seine Kollegin Jessica Reel arbeiten zwar für die CIA, doch sie sind keine Spione, sie sind die besten Auftragskiller der Agency. Ihr letzter Auftrag brachte ihnen sogar einen Orden vom Präsidenten ein, doch da sie Befehle verweigerten, sind sie jetzt ein Dorn im Auge des CIA-Direktors. Er will sie loswerden, und was ist dafür besser als eine Never-Come-Back-Mission. Auf sie wartet etwas ganz Besonderes, dass sie bestimmt nicht überleben werden, so wie zum Beispiel das Staatsoberhaupt von Nordkorea zu töten.