
Leuterding ein Großdorf vor den Toren München ist ein Idyll. Dort hat Franz Luginger seine Wirtschaft Hammer-Eck, mit all seinen skurrilen Stammgästen. Es ist gemütlich dort, man trinkt, sieht Fußball und jeder meint, jeden zu kennen. Doch dann versucht ein Vermummter die Bedienung Moni zu vergewaltigen. Eher durch einen Zufall kann Luginger den Mann in die Flucht schlagen. Keine zwei Tage später findet man die Leiche eine Frau. Sie liegt nackt im Wald von Leuterding. Als die Beweise sich um Lugingers Freund Bernie, den ansässigen Zahnarzt zusammenziehen, muss der agile Wirt etwas unternehmen. Denn er kann und will nicht glauben, was seinem Freund vorgeworfen wird, bis er erfährt, dass Bernie scheinbar ein ganz anderer Mensch ist, als Luginger dachte.

Wie nähert man sich einem Roman, der Das Alte Böse heißt? Mit Humor? Die alte Böse, muss es heißen, und die ist tot. Oder doch mit freudiger Erwartung? So wie Brian, der im Internet Estelle kennengelernt hat. Die lässt sich von ihrem Enkel Stephen zum Rendezvous chauffieren. Enkel? Internet-Dating-Portal? Moment, wie alt sind die beiden denn? Sagen wir es so: Sie sind in der Mitte zwischen einer dreistelligen Altersangabe und dem Renteneintrittsalter. Und sie heißen eigentlich Betty und Roy. Und sie sind alt. Und einer von beiden (oder doch beide?) ist böse!
Kennen Sie das? Man hat seit fünfzehn Jahren ein Buch im Haus, es nie gelesen und dann aus einer Laune heraus greift man danach. Schon bei den ersten Sätzen wird einem klar, welch einen Schatz man so lange gehütet hat. So ging es mir mit Evas Cousine von Sibylle Knauss. Der Roman erschien im List Verlag und ist leider vergriffen, doch der Besucher von Secondhand- und Gebrauchtbuchforen im Internet wird immer noch fündig und ich sage nur, es lohnt sich! Der Roman gegründet auf lange Gespräche mit Eva Brauns Cousine, die mehr als fünfzig Jahre über ihre Erlebnisse schwieg. Die Autorin Sibylle Knauss zeichnet deren Aufenthalt am Obersalzberg, Hitlers innerem Machtzentrum, in den letzten neun Monaten seiner Herrschaft nach.



