
Wie schön, dass der zweite Teil um Jan Storm endlich erschienen ist. Denn was beim Grafit Verlag mit viel Ironie als Landarzt-Krimi bezeichnet wird, ist eher ein aktionsreicher Thriller vom platten Land an der Ostsee. Ein Krimi, in dem es kracht, knallt, Handgranaten durch die Gegend fliegen, Reifen quietschen und Meerschweinchen fast Opfer einer Sprengstoff-Explosion werden.
Es sind wirklich herrlich spannende, zum Teil ein bisschen überspannte, Geschichten des Landarztes, der immer wieder in heikle Morde und Intrigen verwickelt wird. Was ein Glück, dann er nicht nur Rezepte ausstellen kann, sondern auch ein ehemaliger Elitesoldat war. Regio-Krimi-Lektüre mit Feuerwerk!

Teil II, Der dunkle Mann, ist bereits auf dem deutschen Markt erschienen und knüpft direkt an den Vorgängerband an. Niels Oxen ist dem Danehof entgangen, hat sich eine sehr clevere Lebensversicherung ausgedacht, die das dänische Justizministerium stürzen könnte. Daher ist er immer noch ein potentieller Todeskandidat und taucht unter falscher Identität auf einer einsamen Fischzucht in Jütland unter. Indem er dem alten Johann, das Leben rettet, bietet der Oxen ein Dach über dem Kopf und einen bescheidenen Lohn für die harte Arbeit auf seinem Hof. Er hält Oxen für einen Rumänen mit dem Namen Adrian Drago und ist gut zu ihm. Doch Oxens alte Gegner geben ihre Suche nicht auf und nicht nur der Danehof sucht nach ihm, auch die Geheimdienstagentin Margarethe Franck muss ihn aufspüren, für Mossmann ihren Chef.




Strafe ist ein direkter Nachfolger der Erzählungsbände Verbrechen und Schuld. Wieder schildert Ferdinand von Schirach in seinen Kurzgeschichten die Ereignisse aus dem Leben von Juristen. Wobei der Fokus, der schwierigen Kriminalfälle nicht darauf liegt, was nach dem Gesetz Recht und Unrecht ist. Daher geht es dem virtuosen Autor weniger um die Rechtswissenschaft als um die moralischen Gesichtspunkte hinter einem Verbrechen. Es sind Geschichten von Menschen, die Täter werden, weil sie Opfer waren, von Anwälten, die Mörder mit Hilfe von Verfahrensfehlern frei bekommen, obwohl sie deren Schuld zweifellos kennen. Ferdinand von Schirach ist ein Meister der wenigen Worte, der ohne literarische Schnörkel zum Punkt kommt. Das Buch ist ein Geniestreich, wie jedes seiner bisherigen Romane!