Schlagwort: Autobiografische Geschichte

Nur Heringe haben eine Seele, Geständnisse eines Serienmörders, Der Fall Pleil, Fred Sellin

„Ich bin der beste Totmacher.

… sondern mehr darauf geeicht die Weiber zu bearbeiten. Nach der Pleil’schen Methode, so nenn ich das jetzt. Warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen. Noch was, worüber die Leute später mal staunen können, wenn’s mich nicht mehr gibt, die Pleil’sche Methode. Wäre sogar was fürs Lexikon, …“

Die Niederschriften eines Serienmörders, Teile der Gerichts- und Ermittlungsakten und ärztliche Gutachten. Zusammengefasst in einem recht flüssigen Tatsachenroman, bei dem der Mörder selbst das Wort ergreift. Pfeil ein kleiner, stämmiger eher unscheinbarer Mann mit Brille, wird 1947 wegen des Totschlags an einem Kaufmann zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Ein einmaliger Ausrutscher? Er ist erst 23 Jahre und könnte sein Leben mit 35 wieder aufnehmen. Damals im Jahre 1959, in einem Deutschland, das sich vom Krieg langsam erholt. Doch noch während seiner Haftzeit gesteht er weitere Morde. Er behauptet, 25 Frauen erschlagen und danach sexuell missbraucht zu haben.

Dass Pfeil hier selbst zu Wort kommt, mach den Gräuel seiner Taten nur schlimmer. Denn seine Todeslust, die Perversion seiner Sexualität und die Brutalität seiner Taten, werden in einer Naivität und Sorglosigkeit vorgetragen, dass es einem Schauer über den Rücken jagt.

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