
Huuu-Berta ist alles andere als ein schauerliches Gespenst, sie und ihre beste Freundin, Flitzi, sehen auch nicht gruselig aus. Darum wird Huuu-Berta auch immer von ihren Cousinen Valderia, Dezibella und Schauderlich gehänselt. Und eigentlich darf die Berta auch nicht mir Flitzi befreundet sein, denn nach Gespensterregel 122 ist es verboten, sich mit kleinen frechen Fledermäusen herumzutreiben. Von Menschenkindern mal ganz abgesehen. Aber da Berta dem Menschenjungen Ben gegen ein paar rüpelige Klassenkameraden geholfen hat, soll sie natürlich jetzt zu seinem siebten Geburtstag kommen. Als die beiden mitten in der Nacht, mit einer Staubflockentorte an Bens Bett stehen und schaurig schräg ein Geburtstagslied singen, ist Ben doch etwas erstaunt. Doch die Geburtstagsnacht wird noch unheimlich spannend, wenn die drei auf Schatzsuche in Bens Haus gehen. Denn sie finden nicht nur versteckte Nachrichten und ein Geheimtür, sondern ihnen begegnet jemand, mit dem noch nicht mal Huuu-Berta gerechnet hätte. Was ein Abenteuer!
Eine hübsche und spannende Vorlesegeschichte, mit einem Rezept für eine Staubflockentorte, einer Bastelanleitung für Flitzi und gruseliger Tortendekoration. Die Illustrationen sind modern, sehr ansprechend und passen ausgezeichnet zum Text. Eine definitive Empfehlung, wenn Sie ein schönes Vorlesebuch für ihre Kleinen suchen.
Wenn man jahrelang in seiner Küche kocht, meint alle Geräte zu haben, ist man reserviert, wenn wieder etwas Neues auf den Markt kommt. Man fragt sich, habe ich überhaupt Platz dafür oder wird das nur ein zusätzlicher Platzhalter. Kurz benutzt und steht dann im Weg. Wozu benötige ich eine Umluftfriteuse? Ich kann doch meine Pommes Frites auch ohne Fett im Ofen garen. Als interessierter und aufgeschlossener Mensch konnte ich dann doch nicht der Versuchung widerstehen und will wissen, was steckt hinter dem Airfryer? Warum ist der Airfryer plötzlich in aller Munde? Einen großen Anstoß gegeben hat natürlich das neuste Buch von Clare Andrews „Das geniale Airfryer Kochbuch“ mit dem Zusatz „One-Basket-Gerichte“. Ich nehme ein Fazit vorweg: Eigentlich müsste das Kochbuch nur einen Titel tragen: „Der geniale Airfryer!“. Gerichte nur in einem Topf gegart!
In der Realität ist es Hochsommer, seit sehr langer Zeit glüht die Sonne dieses Jahr auf die Erde und hat kein Erbarmen. Die Hitze hat den Boden ausgetrocknet, das Getreide ist zehn Tage früher reif und die wenigen Getreideehren müssen geerntet werden. Endlich kam der ersehnte Regen. Das Wasser war eine Freude für Menschen, Tiere und Pflanzen. Zu dieser aufmunternden Stimmung kam auch das neueste Buch von Elke Nansen „Tödlicher Irrglaube in Ostfriesland“ heraus. Was für eine doppelte Freude. Die Kriminalromane von Elke Nansen sollte man nicht verpassen. Ich verpasse keinen. Ich weiß nicht, wo diese geniale Autorin immer ihre Ideen herhat. Jedes Mal wartet sie mit einem neuen Thema auf. Meine Hochachtung vor Elke Nansen, sie hat auch dieses Mal ein Meisterwerk ihrer mörderischen Literatur in ein Buch verpackt. Nicht nur ist es ein mitreißender, spannender Krimi, sie hat, wie in allen ihren Büchern, viel Wissens- und Lesenswertes in das Thema eingebunden. „Tödlicher Irrglaube in Ostfriesland“ beschäftigt sich mit Sekten. Wie solche vermeintlich, neuen religiösen Bewegungen entstehen, welche Personengruppen aufgrund ihrer persönlichen Lebenssituation anfällig dafür sind und wie sie in ihrem Irrglauben alles dafür aufgeben.
Hörbe ist ein Hutzelmann und für einen Hutzelmann hat er nicht nur einen besonders großen Hut, er ist auch abenteuerlustig. Denn anstatt seine Preiselbeeren für den Winter einzukochen, beschließt er kurzerhand, an diesem schönen Tag zu wandern. Die anderen Hutzelmänner schütteln nur den Kopf, denn sie haben den Siebengiebel-Wald nie verlassen. Man weiß ja, dass ein Ungeheuer, der Plampatsch drüben in den Worlitzer Wäldern lebt. Und wie es das Abenteuer so will, landet Hörbe gerade dort. Wobei »landen« das falsche Wort ist, er wird aus den reißenden Fluten des Flusses gerettet. Von einer komischen Kreatur, etwas der Plampatsch?
Boustany ist Sam Tamimis Hommage an sein Geburtsland Westjordanland. Es ist geschunden durch Aggressoren von beiden Seiten. Einzelne Gruppen bestimmen die Politik, in der Ablehnung einer vernünftigen Zweistaatenlösung. Man ist unnachgiebig und militant. Dabei verbindet dieser Landstrich Israel und Palästina eine gemeinsame Küche der Levante, die für Frieden und gemeinsamen Genuss steht. Sami Tamimi, Co-Autor mit Yotam Ottolenghi, der erfolgreichen Bücher „Palästina“ und „Jerusalem“ und Mitinhaber mehrere Restaurants und Läden in London, war durch die Corona-Krise gezwungen, seinen Kurzurlaub über ein Jahr in Umbrien/Italien zu verbringen. Der plötzliche Bruch von extremer geschäftiger Belastung zum Nichtstun verdonnert, führte zu einer persönlichen Krise. Geholfen hat da der Gang in die Küche und neue Gerichte auszuprobieren. So entstand „Boustany“. Ich empfehle vielen Bekannten und Freunden, wenn ihr euch nicht gut fühlt, geht in die Küche und kocht etwas. Kochen ist entspannend und das Lob der Esser ist Labsal für die Seele. Aus Sami Tamimis Krise ist dieses gelungene Werk entstanden „Boustany“.
Unser Chefredakteur und Freund hat seinen letzten Weg angetreten

