Das Cabaret des Bösen, das hier der Autorin zur Vorlage diente, gab es tatsächlich in Paris. Da wurden schaurige Stücke aufgeführt. Das ist aber nur die „Hintergrundmusik“ für eine Familientragödie die ihren Anfang im I. Weltkrieg nimmt. Was treibt einen Mann aus der ländlichen Ukraine nach der Weltstadt Berlin nachdem er ein Bild dieses Kabaretthauses gesehen hat. Goga gelingt es die Verhältnisse des Berlins, seiner Bewohner deutlich zu beschreiben. Die Situation der kleinen Leute, der Juden und des Theatervolks werden deutlich gemacht. Die gute alte Zeit war gar nicht gemütlich, oder nur für wenige.

Kriminalromane aus Polen sind eine Seltenheit. Wenn es sich dabei um einen Krimi handelt, der nicht nur Regionales sondern auch Kulturelles und Gesellschaftliches bietet, dann kann man getrost von einer Leseperle sprechen. Der Autor stellt die baulichen Gegebenheiten in Olsztyn im Ermland-Masuren und die soziologischen Verhältnisse im heutigen Polen dar. Hochdramatisch wird es wenn sich die Familiären Ereignisse um den Staatsanwalt Szacki zuspitzen.
Ein Lesebuch für Jung und Alt. Liebevoll gestaltet mit wunderschönen Bildern die eine besondere Freundschaft zeigen. Das Glück einer Gans besonderen Freundschaft mit einem jungen Mädchen. Das Leben der Gans von Anfang an. Kaum aus dem Ei geschlüpft hat es die junge Nele erblickt und zu seiner Gänsemutter erkoren. Was darauf folgt kann man wunderbar an den Bildern sehen und im Text lesen. Das Buch ist als Vorlesebuch bestens geeignet und zeigt für Kinder die nicht die Möglichkeit haben den Lauf der Dinge in freier Natur zu erleben.
Wer glaubt, dass nur Briten schräge, urkomische Bücher schreiben oder Filme machen können, der hat noch nie was von Marie Reiners gehört oder gelesen. Das vorliegende Buch strotzt geradezu von komischen Einfällen die so schräg, so verdreht sind, dass man sich vor Lachen verbiegt und es einem doch etwas gruselig wird. Na, wer weiß schon wie es bei einer aktiven Tierpräparatorin riecht. Die Figur der Bärbel Böttcher ist einfach zu grandios als dass man sie unverfilmt lassen sollte. 
Ein Gesellschaftsroman der auch eine Kriminalgeschichte beinhaltet. Weiler beschreibt Lebensverhältnisse die unterschiedlicher nicht sein können. Der Junge mit Migrationshintergrund, die Familie die durch ererbtes Vermögen nie Geldsorgen haben wird und Kühn der im Eigenheim wohnt das aber aufgrund verbrecherischer Gewinnsucht auf verseuchtem Boden steht. All das bringt der Autor lebensecht unter ohne in Larmoyanz zu verfallen oder anzuklagen. Das Kühn in seinem Beruf auch Belastungen ausgesetzt ist spiegelt sich auch im Zusammenleben der Familie wider.
Es ist ein harter Kriminalroman der unter die Haut geht. Er macht betroffen, weil er so realistisch daher kommt. Wenn man sich erinnern kann wie in Nordirland die Bomben hochgingen. Viele Tote und Verletzte waren unter der Bevölkerung und bei den Polizeikräften zu verzeichnen. Die Bilder im Fernsehen waren schrecklich. Die religiösen Hintergründe die seit Jahrhunderten bestanden brachen durch Hetzer und Fanatiker ausgelöst, Bahn und eskalierten. Das Misstrauen unter den Menschen war enorm. Überall witterten die Menschen Verräter und wenn man Beweise hatte wurden hier Fememorde begangen. All das bringt Seymour in seinem brillanten Roman unter.
Ja, wir geben es zu, wir freuen uns immer wenn ein neues Werk von Andreas Brandhorst erscheint. Der Autor versteht es Wesen und Gesellschaften zu kreieren, die so erstaunlich, so, im positiven Sinne, abgefahren, aber auch stimmig sind, dass es eine helle Freude ist. Er verzichtet in dem vorliegenden Werk auf die üblichen Freund Feind Abgrenzungen und macht auf den in der weiten Zukunft liegenden Rassismus aufmerksam den die Menschheit nicht ablegen will oder kann. Der Autor spielt auch in philosophischer Weise mit dem Begriff Zeit und deren möglichen Formen. Es ist immer eine spannende, z.T. lehreiche Form der Leseunterhaltung, die uns in ferne Welten, Gesellschaften und Zeiten mitnimmt.
Kommissar Oppenheimers dritter Fall: ein packender Zweiter-Weltkriegs-Krimi über die Atompläne der Nazis von Glauser-Preisträger Harald Gilbers. Die letzten Stunden vor und die ersten Tage nach der Eroberung Berlins durch die Rote Armee. Gilbers führt schonungslos Details der Gewaltorgie beim Niedergang der Naziherrschaft der Leserschaft vor Augen. Dabei spielt die Jagd nach den besten wissenschaftlichen Köpfen Deutschlands eine Rolle. Die Entwicklung der Atombombe war im Nazideutschland schon weit fortgeschritten. Diesen technologischen Vorsprung wollten sich sowohl die Russen wie auch die Amerikaner sichern. Ein spannender Wettlauf in diesem wahrlich guten Endzeitkrimi.