Fuchsmädchen, Maria Grund

Fuchsmaedchen von Maria Grund

Wieder ein schwedisches Thrillerdebüt. Und warum auch nicht, denn der hohe Norden hat nun einmal die besten Krimis und Thriller. Maria Grund beginnt ihre Serie mit den Kommissarinnen Eir und Sanna, zwei nicht ganz einfache Frauen mit mächtig viel Lebensballast auf den Schultern, und dem Selbstmord eines sechzehnjährigen Mädchens. Für Sanna, die sich auf ihre Intuition verlässt, ist etwas falsch an dem Suizid, und als man bei der Leiche eine Fuchsmaske findet, bestätigt sich ihr Verdacht. Denn kurze Zeit später wird die grausam verstümmelte Leiche einer sehr reichen Frau gefunden. Ausgerechnet in ihrem Haus gibt es ein Gemälde, das ein rothaariges Kind mit Fuchsmaske zeigt. Doch sie ist umgeben von anderen Kindern mit Masken. Wer sind diese Kinder, wo ist der Ehemann der Toten hin verschwunden und wann malte die Künstlerin das Bild, wenn sie doch schon seit Jahren tot ist.

Ein gutes Debüt, das kurze anfängliche Längen hat, doch im zweiten Drittel richtig aufdreht. Komplizierte aber glaubwürdige Ermittlerinnen, eine kalte abgelegene Insel, Teenager, die im Kindesalter Schreckliches durchmachen mussten und ein Schweigen, das kaum zu brechen ist. Beide Daumen hoch für den Start der Reihe und ein ungeduldiges Warten auf den zweiten Teil, Rotwild, der im Januar 2023 erscheinen wird.

Autorenfoto: Copyright ® Katarina Grip Höök

 Maria Grund wurde in einem Vorort von Stockholm geboren. Sie arbeitete viele Jahre als Drehbuchautorin in London und New York und lebt heute auf der schwedischen Insel Gotland. Ihr großes Thriller-Debüt »Fuchsmädchen« wurde für den Crimetime Award nominiert sowie von der Swedish Academy of Crime Fiction als bestes Debüt des Jahres ausgezeichnet. In Deutschland stürmte »Fuchsmädchen« sofort die SPIEGEL-Bestsellerliste.

 

Ermittlerin Eir, die von der nationalen Spezialeinheit der NOA mehr oder weniger vorübergehend nach Gotland strafversetzt wurde, hat mit ihrer drogenabhängigen Schwester zu kämpfen und dadurch auch mit ihren eigenen Aggressionen. Die auf der Insel ansässige Kommissarin Sanna ist ebenfalls durch die Hölle gegangen. Ihr Mann und Sohn wurden bei einem Brand getötet und sie kennt den Mörder, dem nichts zu beweisen war. Zwei irgendwie gescheiterte Existenzen, dennoch hervorragende Polizistinnen.

So stehen sie sich das erste Mal bei der Leiche der sechzehnjährigen Mia gegenüber. Das Mädchen ging ins Wasser, doch Sannas Instinkt schlägt sofort Alarm. Etwas stimmt nicht mit dem Mädchen mit der Fuchsmaske. Während die beiden Kriminalbeamtinnen noch ihr Territorium abstecken und eher nicht zusammenarbeiten können, passiert ein zweiter grauenvoller Mord. Und wieder kommen Tiermasken ins Spiel. Eir und Sanna bleibt nichts weiter übrig, als endlich Vertrauen zueinander zu fassen und ihre eigenen Geister unter Kontrolle zu bringen.

Ein wie gesagt tolles Debüt, wobei die Autorin im Präsens schreibt, was erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig ist. Aber ist man einmal drin in der Geschichte, gibt es kein zurück mehr.

Fuchsmädchen, Maria Grund, Penguin, Klappenbroschur, Seiten 416, ISBN: 978-3-328-10705-7, Euro 15,00, erschienen 24.01.2022.

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