Bis ich ihn finde, Christine Fehér, Jugendbuch ab 14 Jahre

Elena wird an dem Tag sechszehn Jahre alt, an dem sich ihre Mama endlich mit ihrer langjährigen Partnerin Manu verehelicht. Die Welt ist schön für den Teenager, denn ihre beiden Mütter waren ihr immer eine liebevolle, ehrliche Familie. So wusste sie schon sehr früh, dass sie aufgrund einer Samenspende gezeugt wurde. Mit sechzehn ist es ihr nun erlaubt, den Namen des Mannes von der Samenbank zu erfahren und nach ihrem biologischen Vater zu suchen.

Elenas Entschluss genau das zu tun, um ihrer eignen Identität willen, bringt ihr behütetes Leben ganz schön durcheinander. Vor allem weil auch noch der wilde, immer etwas zornige und dennoch so süße Rouven sich in ihr Herz schleicht. Der würde am liebsten sofort mit ihr durchbrennen. Als Elena sich sicher ist, ihren Vater gefunden zu haben, stiftet Rouven sie an, heimlich mit ihm zu dem Mann zu fliegen.

Ein gutes Jugendbuch, das wichtige, aktuelle Themen aufarbeitet. Dennoch vom Stil und der Spannung genau am Puls der heutigen Teenager bleibt.

Foto: Gruber/Random House

Christine Fehér wurde 1965 in Berlin geboren. Neben ihrer Arbeit als Lehrerin schreibt sie seit Jahren erfolgreich Kinder- und Jugendbücher und hat sich einen Namen als Autorin besonders authentischer Themenbücher gemacht. Für ihr Jugendbuch »Dann mach ich eben Schluss« wurde sie 2014 mit dem Buxtehuder Bullen ausgezeichnet.

Eigentlich ärgert es Elena, dass der fremde Junge, der einfach bei der Hochzeitsparty im Hinterhaus auftaucht, solche Machosprüche loslässt. Von wegen Emanzen-Haushalt und Weiberalarm, der Kerl scheint völlig blockiert zu sein, wenn es um Homosexualität geht. Als er dann auch noch nach Elenas Vater fragt, reicht es ihr und sie serviert ihn mit einem flotten Spruch ab. Nur doof, dass sie ihn eigentlich unheimlich süß findet. Außerdem hat er ihr mit seiner Frage nach dem Vater einen Floh ins Ohr gesetzt. Eigentlich hat Elena schon immer darüber nachgedacht, wie ihr biologischer Vater wohl ist. Ob sie ihm ähnlich sieht. Ob ihr Hang zur Kunst von ihm vererbt wurde. Denn ihre Mutter erzählte ihr, dass er ein deutscher Kunststudent in Dänemark war und damals wohl Ende zwanzig. Mehr weiß ihre Mutter auch nicht. Manu und Conny mussten nach Dänemark, weil damals in Deutschland kaum ein Arzt eine Kinderwunschbehandlung bei lesbischen Paaren durchführen wollte. So schreibt Elena die dänische Samenbank an und bittet um den Namen des Spenders.

Natürlich führt das zu emotionellen Spannungen in ihrer Familie. Und dann trifft sie den wilden Rouven wieder und verknallt sich so richtig. Doch ihre erste Beziehung mit einem Jungen ist alles anderer als relaxed, denn Rouven flippt bei jeder Kleinigkeit aus. Sein Elternhaus ist furchtbar, weil Rouvens Stiefvater ihn als reine Belastung sieht. Seinen kleinen Bruder aus der neuen Ehe jedoch vergöttert. So ist Elena hin- und hergerissen und wäre völlig aufgeschmissen, wenn sie ihre beste Freundin Fabienne nicht hätte. Als Fabiennes Familie jedoch eine amerikanische Austauschschülerin aufnimmt, hat auch ihre beste Freundin anderer Prioritäten. Es ist gar nicht so einfach, sechszehn Jahre alt zu sein!

Ein für Teenager spannendes Buch über eine Vaterssuche, einer schwierigen Liebesgeschichte, Freundschaft und der Toleranz, die jeder entwickeln sollte. Das Buch wird ab 14 Jahren vom Verlag empfohlen.

Bis ich ihn finde, Christine Fehér, cbt, Taschenbuch, Seiten 316 ISBN: 978-3-570-31300-8, Euro 10,00.

 

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