Volker Pesch: Der letzte Grund

Es ist immer wieder erstaunlich, dass Kriminalromane ein weites Feld bieten, um Sachverhalte mit Spannung an die Leserschaft zu bringen. In diesem Roman wird anhand eines gesunkenen Traditionsschiffes Geschichte aufgearbeitet und mit der Geschichte des Schiffes auch deren Besitzer. Dabei fällt der Begriff „Kriegsenkel“. Dieser Begriff bezeichnet Personen, die in zweiter Generation noch unter den Folgen des letzten Weltkriegs zu leiden haben. Es ist eigentlich logisch, dass die Traumata der Eltern sich auf die Erziehung der Kinder auswirkt. Deren Regeln Denkmuster und Rituale werden weitergegeben. Das Fachgebiet nennt man Epigenetik. Um dieses Phänomen herum ist dieser Roman aufgebaut.

Volker Pesch
Foto: Vincent-Leifer

Volker Pesch wurde 1966 am Niederrhein geboren und studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie in Köln. Mitte der 1990er-Jahre ging er als Mitarbeiter an die Universität Greifswald, wo er promovierte. Nach verschiedenen beruflichen Stationen arbeitet er heute freiberuflich als Texter, Journalist und Schriftsteller. Volker Pesch lebt gemeinsam mit seiner Frau im ländlichen Vorpommern.

Das gesunkene Traditionsschiff Sansibar ist eigentlich kein Fall für die Mordkommission Rostock, doch unter Deck liegt eine Leiche. Handelt es sich ­dabei um den vermissten Bootsmann? Während der Tote noch ­geborgen wird, beginnt Hauptkommissarin Doro Weskamp die Ermittlungen. Zunächst scheint die geplante Teilnahme des Seglers an der Hanse Sail ein Motiv zu sein. Wollte die jemand verhindern?
Doch dann stößt die Kommissarin auf Spuren aus der Vergangenheit, die mit dem Großvater des Bootsmanns, dem Zweiten Weltkrieg und einem verschollenen Kunstwerk zu tun haben. Und mit ihrer eigenen Generation, der Generation der Kriegsenkel.

Volker Pesch: Der letzte Grund, Pendragon Verlag, 284 Seiten , PB, ISBN: 978-3-86532-748-2, Euro 13,90

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