Hans-Ulrich Jörges: Stille Invasion

Bei dem vorliegenden Werk habe ich zunächst einmal nachgeschaut wer denn der Autor und wie seriös diese Berichterstattung ist. Die geschilderten Ereignisse die sich im September 1980 zugetragen haben sind ein beschämendes Beispiel dafür, wie sich die Mächtigen abstimmen, wenn ihre Kreise gestört werden. Wenn vorliegenden Unterlagen seinerzeit veröffentlicht worden wären, hätte dies eine grundsätzliche Umstrukturierung des politischen Parteiensystems gegeben. Es erscheint mir geradezu ungeheuerlich, dass sich die DDR in Berlin gegen ihre eigenen Genossinnen und Genossen gestellt hat. Dieses Treiben wurde auch noch von der BRD und den vier alliierten Mächten toleriert, obwohl Honecker und Mielke Stasi Truppen nach Westberlin schicken.

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foto: privat

Hans-Ulrich Jörges, geboren 1951 in Bad Salzungen/Thüringen, zählt zu den führenden politischen Journalisten Deutschlands. Nach Stationen bei Reuters und der Süddeutschen Zeitung wechselte er zum Stern, wo er ab 2007 Mitglied der Chefredaktion war. Bekannt wurde er durch seine wöchentlichen Kolumnen und zahlreiche Auftritte in Talkshows. Die Financial Times zählt ihn zu den einflussreichsten Kommentatoren der Welt. Jörges lebt in Berlin.

Berlin, im September 1980. Ein Streik der bei der DDR beschäftigten Eisenbahner in West-Berlin beunruhigt die politische Führung auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs.
Der junge Reuters-Korrespondent Valentin Freytag wird wider Willen vom neutralen Beobachter zum Vertrauten der Streikführer. Damit gerät er in den Strudel der großen Politik und muss am Ende fassungslos mit ansehen, wie das Unvorstellbare geschieht: Mit stillschweigender Billigung des Westens passieren Trupps der Staatssicherheit die Mauer und schlagen den Streik gewaltsam nieder!

Hans-Ulrich Jörges hat den Bahnstreik und seine Zerschlagung als Journalist aus nächster Nähe erlebt; den Ausweis für die Streikzentrale besitzt er noch heute. Seine Erlebnisse und nachfolgenden Recherchen in den Archiven von Staatssicherheit und Berliner Senat hat er mit einer Mischung aus Realität und Fiktion, aus dokumentierten Abläufen und imaginierten Figuren, aus protokollierten Gesprächen und nachempfundenen Dialogen zu einem packenden Roman verarbeitet.

Hans-Ulrich Jörges: Stille Invasion, Roman, bebra Verlag, 224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-86124-752-4, Buch 22,– € / E-Book 16,99 €

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