Staub zu Staub, Felix Weber

Staub zu Staub von Felix Weber

Welch ein großartiger und vor allem vielseitiger Kriminalroman. Denn Felix Weber verarbeitet in Staub zu Staub nicht nur die Widerstandsbewegung gegen die Nazis in den Niederlanden, es geht auch um die Schrecken des Ersten Weltkrieges und die Willkür katholischer Klöster. Mordende Mönche, Alkoholismus, gequälte behinderte Kindern und die unterschwellige Unterstützung der Nazis, alles praktiziert in bigotter Frömmigkeit hinter Klostermauern. Und als der ehemalige Widerstandskämpfer Siem Coburg diese Verbrechen entlarven will, halten sie alles wieder zusammen. Die Gottesmänner, Polizisten, Ärzte und Dorfbewohner, die auch in den Besatzungszeiten ihr Mäntelchen immer nach dem Wind hielten und im Gegensatz zu Siem, nach dem Krieg dafür auch noch belohnt wurden. Wobei die Grundidee und einige Personen des Romans auf Tatsachen beruhen. Aber es ist auch eine Liebesgeschichte in Zeiten größter Not und Sorge.

Ein spannender, lehrreicher Kriminalroman, der einen mit dem ersten Wort in den Bann schlägt. 

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Felix Weber ist das Pseudonym des preisgekrönten niederländischen Thriller-Autors Gauke Andriesse. Für »Staub zu Staub« erhielt er bereits zum zweiten Mal den Gouden Strop, die bedeutendste niederländische Auszeichnung für Kriminalliteratur. Als Weber einen Artikel über mysteriöse Todesfälle innerhalb der katholischen Kirche las, wusste er sofort, dass dies das Thema seines neuen Romans werden sollte.

Februar 1949, Niederlande: Siem Coburg, ehemalige Freiheitskämpfer und Auftragsmörder für den Widerstand gegen die Nazis, vegetiert mehr auf seinem alten Hausboot als das er lebt. Mit dem Verlust seiner großen Liebe Rosa in den letzten Kriegstagen ist auch sein Leben endgültig vorbei. Doch dann schickt man nach ihm. Ein Bauer, der ihn einmal vor den Truppen der SS versteckte, bittet um seine Hilfe. Sein behinderter Enkelsohn starb im Kinderheim des Klosters Sint Nobertus und die Verletzungen deuten darauf hin, dass man ihn totgeschlagen hat. Der alte Bauer fordert eine Schuld ein und so macht sich Coburg auf den Weg, um den Tod von Siebold Tammens auf den Grund zu gehen.

Dass er mit seinem Erscheinen und Nachforschungen in alten, gut gehüteten Geheimnissen rumstochert, wird von niemand gerne gesehen. Denn es sind wieder einmal die Schuldigen von damals, die das Schweigen beibehalten wollen.

Eigentlich besteht der Roman aus mehreren Geschichten. Und immer ist die Rede von Gut und Böse, aber vor allem von dem guten Bösen und dem bösen Guten. Ganz hervorragende Literatur und dabei ein spannender Kriminalroman.

Staub zu Staub, Felix Weber, Penguin, Taschenbuch, Seiten 397, ISBN 978-3-328-10499-5, Euro 15,00 Euro.

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