Kerstin Ehmer: Die schwarze Fee

Eine Milieustudie die als Kriminalroman oder umgekehrt daherkommt. Mit ausführlicher Recherche im Berlin der 20er Jahre werden wir direkt in die tristen Wohnverhältnisse des Weddings versetzt. Da wo es Gemeinschaftstoiletten auf der Halbetage gab und es ewig nach Kohl und nassen Klamotten riecht. Kinder gibt es zu Hauf und die SPD hat noch die Genossen fest im Griff. Anarchisten aus Russland und Nazis machen ihr zu schaffen. Ein guter Genosse verschwindet und seine Freundin eine angehende Ärztin macht sich auf die Suche. Was in diesem Krimi betroffen macht sind die Schilderungen der viele Fälle von Syphilis. Ein Krimi stark im Ausdruck und in der Schilderung des Milieus.

Kerstin Ehmer-Foto©RENE_SHENOUDA

Kerstin Ehmer arbeitete viele Jahre als Mode- und Porträtfotografin. Seit sechzehn Jahren betreibt sie mit ihrem Mann die legendäre Victoria Bar in Berlin. Sie verfasste das Buch »Die Schule der Trunkenheit«, das sich zu einem Longseller entwickelte. 2017 erschien mit »Der weiße Affe« ihr erster Kriminalroman und ihr erster Fall mit Kommissar Spiro.

Berlin tanzt auf dem Vulkan. Glitzernde Tanzpaläste, wilde Partys, Drogen, sexuelle Freizügigkeit – die deutsche Hauptstadt gilt zur Zeit der Weimarer Republik als eine der aufregendsten Städte Europas. Russische Emi­granten, darunter Schriftsteller, Gelehrte, Politiker und Anarchisten, haben nach der Revolution in Berlin Zuflucht gefunden vor dem Zugriff der sowjetischen Geheimpolizei. Mittendrin Kommissar Ariel Spiro, den zwei Giftmorde ins russische Milieu führen. Und dann ist da noch Nike, seine große Liebe, die ihn um Hilfe bei der Suche nach ihrem neuen Freund Anton bittet. Unversehens geraten beide in einen Strudel aus Politik und Gewalt.

Kerstin Ehmer, Die schwarze Fee, Krimi, 2. Fall für Spiro, 400 Seiten, Klappenbroschur, PB, ISBN: 978-3-86532-656-0, € 18,00

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