Schlagwort: ab 12 Jahre

Juli Gold, Wächterin der Zeit, Christine Weißenborn, Jugendbuch ab 12 Jahre

Juli Gold, die Wächterin der Zeit, ist einfach ein wunderbares Abenteuer-Märchen-Fantasy-Buch mit all den Wohlfühl-Zutaten, die man von guten Jugend- und Kinderbüchern kennt. Den Anfang nimmt die Geschichte mitten in New York, wo Juli mit ihrem, ihr immer fremder werdenden Vater Johan lebt. Seit ihre Mutter vor einem Jahr spurlos verschwand, ist nichts mehr wie es war. Nur gut, dass ihre Oma in der kleinen Gärtnerei in Coney Island immer noch der liebste Mensch ihres Lebens ist. Denn Juli hat es auch sonst nicht einfach, keiner mag sie so richtig, weil sie einfach anders ist. Anstatt mit Facebook und Shopping ihre Zeit zu vergeuden, liebt sie es zu träumen und die Natur über alles. Ihr einziger Freund ist der Bäcker Maurice, dessen neuer Geselle ihr am Abend des 13. Geburtstags noch ein paar besondere Kekse vorbeibringt. Nachdem sie von ihrem Vater ein Smartphone bekommen hatte, das ihr vollkommen egal ist, konnte sie wenigstens mit ihrer Oma richtig feiern. Und die schenkt ihr ein echt tolles Zelt, das einmal ihrer Mutter, Dike gehörte. Kurzerhand lädt Juli den Bäckergesellen Janko ein, bei ihr im Garten im Zelt zu übernachten. Doch dieses Zelt ist nicht, was es scheint, denn kaum sind die Reißverschlüsse zu, bricht draußen ein ungeahnter Sturm los. Als sie ihre Köpfe endlich wieder herausstrecken, sind sie irgendwo in einer herrlichen Landschaft, die mit der heißen, vibrierenden New Yorker Stadtmitte so gar nichts mehr zu tun hat. Dieses herrliche Land wirkt wie aus der Zeit gefallen und die beiden Schwestern, die sie dort kennenlernen, sind genau wie das Picknick mit ihnen einfach nur wunderbar. Und da die Sommerferien gerade angefangen haben, beschließen Juli und Janko, etwas länger in diesem Zauberland zu bleiben. Hätten sie geahnt, dass sie in das größte und gefährlichste Abenteuer ihres Lebens gestolpert sind, wären sie ganz schnell wieder abgehauen. Doch dieses Land braucht Hilfe und alle haben nur auf Juli gewartet.

Trolle, Monster, gute Hexen, Geheimnisse, Zeitgeister und einen unbeschreiblicher Schurke gilt es zu bewältigen. Dabei kommen wunderbare Frühstücke, Imbisse und Picknicks nie zu kurz, sodass man das Gefühl bekommt, man reist wieder mit Hobbits zum dunklen Herrscher. Denn knuspriges Weißbrot, goldene Butter und süßer Honig gehörten im Herrn der Ringe genauso wie in Juli Gold einfach dazu. Es geht um Freundschaft, Mut, Verrat und am Ende um …

Es macht richtig Spaß, dieses Buch zu lesen. Für mich gibt es nur ein einziges kleines Manko, denn der Knesebeck Verlag ist vor allem berühmt durch seine wunderbaren Illustrationen. Auch das Buchcover von Juli Gold ist hübsch, doch das abgebildete Mädchen hat mit der Juli Gold im Buch so gar nichts zu tun. Denn ihr Blick ist unfreundlich und das spitze Gesicht mit dem schmalen Mund mehr als abweisend. Leider, denn Juli ist so ein tolles Mädchen, da hätte man sich ein bisschen mehr Mühe geben müssen. Aber das tut einer wunderbar erzählten Geschichte keinen Abbruch, denn all die jungen Leser erschaffen sich ihre Juli Gold einfach im Kopf! Weiterlesen